Chemie-Konzern Solvay in Schwierigkeiten wegen Coronavirus und Krise bei Boeing

Der belgische Chemie-Konzern Solvay ist unter anderem wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und der Krise beim US-Flugzeugbauer Boeing ins Schlingern geraten. Das Unternehmen mit Sitz in Brüssel kündigte am Mittwoch an, wegen erwarteter Gewinnrückgänge weltweit 350 Arbeitsplätze zu streichen. Das sei "notwendig für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens", sagte Solvay-Chefin Ilham Kadri.

Solvay habe 2019 einen Rückgang des Betriebsgewinns um ein Prozent auf 1.075 Milliarden Euro verzeichnet. Zugleich seien die Aussichten für die kommenden Monate nicht gut: Besonders wegen des Produktionsstopps der Boeing 737 MAX und den Auswirkungen des COVID-19-Virus sei im ersten Quartal 2020 mit weiteren Einschnitten zu rechnen.

Das 1863 gegründete Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren eine strategische Wende vollzogen: weg von der PVC-Herstellung hin zur Entwicklung von Auto- und Flugzeugkomponenten. Der US-Flugzeugbauer Boeing - wichtiger Kunde der Belgier - steht wegen des weltweiten Flugverbots für die Maschinen des Typs 737 MAX wirtschaftlich massiv unter Druck. Das Verbot war nach zwei Abstürzen von Passagiermaschinen dieses Typs verhängt worden.

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus beeinträchtigt das Geschäft der Belgier besonders in China, das zehn Prozent des Umsatzes ausmacht. Es sei noch zu früh, um die Auswirkungen der Epidemie vollständig zu bewerten, aber "wir haben alle Vorkehrungen zum Schutz unserer Mitarbeiter" in den betroffenen Regionen getroffen, sagte Solvay-Chefin Kadri.