Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen mit 91 Jahren gestorben

Der deutsche Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 91 Jahren, wie das von ihm begründete Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen am Donnerstag mitteilte. Eigen hatte sich bereits zu Beginn seiner Forschungstätigkeit mit Methoden befasst, auch extrem schnelle chemische Reaktionen messen zu können. Für die von ihm dazu 1954 präsentierten sogenannten Relaxationsmessmethoden erhielt er 1967 den Nobelpreis für Chemie.

"Mit dem Tod von Manfred Eigen verlieren wir einen herausragenden Denker und genialen Forscher, der das Leben von Mitarbeitern und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt maßgeblich geprägt hat", erklärte der ebenfalls mit dem Nobelpreis geehrte Erwin Neher. Seine Vision, komplexe Lebensvorgänge mit biologischen, physikalischen und chemischen Methoden zu erforschen und das Entdeckte zum Nutzen für den Menschen anzuwenden, habe Eigen in Göttingen verwirklicht.

Eigen wurde 1927 in Bochum geboren. Nach dem Studium der Physik und Chemie in Göttingen betrieb er dort auch seine weitere wissenschaftliche Karriere. In dem von ihm gegründeten Institut leitete er bis zu seiner Emeritierung 1995 die Abteilung für biochemische Kinetik, bis ins hohe Alter blieb Eigen wissenschaftlich tätig. Der Göttinger Ehrenbürger wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik sowie dem Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstädter-Preis.