"Die Chemie stimmte nicht": Die Ärzte äußern sich zu Trennungsgerüchten

teleschau
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Die Ärzte sind wieder da und präsentieren sich auf dem neuen Album "Hell" in Bestform. Zuvor hatte es immer wieder Gerüchte um eine mögliche Trennung gegeben. Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau verraten Bela, Farin und Rod, wie schwierig die Situation zuletzt wirklich war.

Eine lange Phase ohne Konzerte, insgesamt sieben Jahre ohne neue Musik, dazu ein Buchstabenrätsel auf der Homepage, das 2019 einen "Abschied" andeutete: Es wurde in jüngerer Vergangenheit immer wieder spekuliert, dass die "beste Band der Welt" am Ende sein könnte. Nun veröffentlichen Die Ärzte ihr neues Album "Hell", auf dem sie sich in Bestform präsentieren. Aber warum die lange Pause? Wie nah stand die Berliner Kultband am Abgrund? Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau äußerten sich Bela B, Farin Urlaub und Rod González nun zu den zurückliegenden Trennungsgerüchten.

Insbesondere die Zeit nach der Veröffentlichung des Albums "Auch" (2012) sei schwierig gewesen, gesteht Schlagzeuger Bela B: "Irgendwas lief damals schief in der Zusammenarbeit. In den darauffolgenden zwei Jahren, egal ob wir Promo machten, Videos drehten oder auf Tour waren, gab es immer irgendwelche Animositäten, es stand irgendetwas zwischen uns." Sänger und Gitarrist Farin Urlaub ergänzt: "Die Chemie stimmte nicht. Manchmal ist es eben so, dass die Luft raus ist, deswegen hatten wir diese sehr lange Pause, die auch nicht als lange Pause geplant war, sondern eher etwas hatte von: Ja, wahrscheinlich war's das jetzt."

Zwischenzeitlich habe es eineinhalb bis zwei Jahre lang kaum Kontakt zwischen den Bandmitgliedern gegeben, wie Die Ärzte im Interview weiter erklären. Inzwischen ist das Stimmungstief aber überwunden. Man sei "glücklich" über das neue Album, bei der Produktion habe es auch wieder einen "liebevolleren und erfreulicheren Umgang" gegeben. Das hänge laut Farin Urlaub auch damit zusammen, "dass wir einander im zunehmenden Alter noch mehr wertschätzen".

Die Ärzte sind sich bewusst, "dass jedes Album das letzte sein könnte"

Die anhaltende Verwirrung um den Zustand der Band finde man "schon lustig" (Bela), bisweilen rufen die Gerüchte bei den Musikern aber auch Verwunderung hervor. Farin Urlaub: "Selbst bei der Clubtour hieß es, wir wären nur deshalb so gut drauf, weil es bestimmt unsere letzte Tour sei. Es gibt wirklich die Todessehnsucht des Ärzte-Fans! So nach dem Motto: Diesmal ist es aber wirklich vorbei. Aber das ist es ja schon seit 1996 immer wieder."

Während sie über die zurückliegenden Schwierigkeiten sehr offen und direkt sprechen, wollen sich Die Ärzte mit Blick auf die Zukunft nicht zu großen Ansagen verführen lassen. Man sei sich seit den 2000-ern bewusst, "dass jedes Album das letzte sein könnte", erklärt Bela und fügt hinzu: "Es ist eigentlich auch ganz gesund, mit so einer Einstellung heranzugehen, weil du dir dann noch mehr Mühe gibst, denn es könnte ja das Vermächtnis sein."