Chemieindustrie fordert von Kohlekommission mehr Rücksicht auf Lage der Branche

Tagebau Garzweiler

Vor der Tagung der Kohlekommission in Nordrhein-Westfalen hat die Chemieindustrie mehr Rücksichtnahme auf die Lage der Branche gefordert. Energieintensive Unternehmen seien die "Basis für das Funktionieren des Industriestandorts Deutschland", das gelte gerade für NRW, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, am Mittwoch. Die Unternehmen seien auf eine "sichere und bezahlbare Stromversorgung rund um die Uhr angewiesen".

Die Kohlekommission müsse dazu deutlicher Stellung nehmen und einem Strukturbruch vorbeugen, forderte der VCI. Er sehe bei einem zu schnellen Kohleausstieg das Risiko einer Stromlücke und fürchte steigende Preise, da die Kohlekraftwerke derzeit für wettbewerbsfähige Strompreise sorgten, erklärte Tillmann. Besonders ab 2021, wenn auch die restlichen Kernkraftwerke allmählich vom Netz gingen, könne sich die Situation zuspitzen. Unternehmen müssten aber "langfristig planen" können, forderte der Chemieverband.

Die Kohlekommission trifft sich am Mittwoch zu einer Sitzung im Rheinischen Braunkohlerevier. Das Gremium soll in den kommenden Wochen und Monaten einen Plan für einen sozial verträglichen Ausstieg aus der Kohleverstromung erarbeiten. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte im Vorfeld der neuen Sitzung vor steigenden Strompreisen für die Wirtschaft bei einem zu schnellen Kohleausstieg.