China: Covid-Durchmarsch

Krankenhauspatienten mit Infusionen und Sauerstoffflaschen drängen sich in den Gängen einer Shanghaier Notaufnahme, Angehörige stehen vor einem Beerdigungsinstitut Schlange: China erlebt eine Explosion an Covid-Fällen, die sein Gesundheitssystem überfordert.

Diese Woche hatte chian angekündigt, die obligatorische Quarantäne bei der Ankunft aufzuheben - was viele Menschen in China dazu veranlasste, Pläne für Auslandsreisen zu schmieden.

Als Reaktion darauf kündigten die Vereinigten Staaten und eine Reihe anderer Länder an, dass sie für alle Reisenden vom chinesischen Festland negative Covid-Tests verlangen würden.

Peking habe nur begrenzte Daten über die in China zirkulierenden Varianten in die globalen Datenbanken eingespeist, und seine Tests und die Berichterstattung über neue Fälle seien zurückgegangen.

Die USA folgten damit Italien, Japan, Indien und Malaysia, die eigene Maßnahmen angekündigt hatten, um die Einschleppung neuer Varianten aus China zu vermeiden.

Peking nennt das Vorgehen "Hype, Verleumdung und politische Manipulation" durch die westlichen Medien.

"Die derzeitige Seuchensituation in China ist vorhersehbar und unter Kontrolle", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Wang Wenbin.

Die Europäische Kommission wird am Donnerstag zusammentreten, um "mögliche Maßnahmen für ein koordiniertes Vorgehen" der EU-Staaten angesichts der explosionsartigen Zunahme der Covid-Fälle in China zu erörtern.

Chinas Nationale Gesundheitskommission hatte letzte Woche erklärt, dass sie keine offiziellen täglichen Covid-Todeszahlen mehr veröffentlichen werde.

Ein nationales Seuchenkontrollgremium hat Liste geführt und am Donnerstag knapp über 5.000 neue lokale Fälle und einen Todesfall hinzugefügt.

Doch mit dem Ende der Massentests - und Chinas Entscheidung, die Covid-Todesfälle neu zu klassifizieren, was nach Ansicht von Analysten die Zahl der Todesfälle dramatisch herunterspielen würde - dürften diese Zahlen nicht mehr der Realität entsprechen.