China lobt vor WHO-Untersuchung erfolgreichen Kampf gegen Coronavirus

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In Wuhan hatte die Pandemie ihren Ausgang genommen

Vor Beginn einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Ursprüngen des Coronavirus hat die Führung in Peking den Umgang der Kommunistischen Partei mit der Pandemie als vorbildlich gelobt. Die KP habe eine "entscheidende Rolle" dabei gespielt, dass China "über die ungewöhnlichen Risiken und Herausforderungen dieses Jahres triumphiert" habe, teilte das Politbüro der Partei nach einer zweitägigen Sitzung am späten Freitagabend mit.

"Im entscheidenden Moment" habe das Zentralkomitee der Partei eine "langfristige Betrachtung" vorgenommen und sich so "in diesem außergewöhnlichen Jahr extrem außerordentlichen Ruhm" verdient, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

China hat die Ausbreitung des Coronavirus weitgehend unter Kontrolle gebracht. Internationale Regierungen werfen Peking jedoch vor, das erste Auftreten des neuartigen Erregers in Wuhan vor rund einem Jahr verschleiert und damit zur weltweiten Ausbreitung des Coronavirus beigetragen zu haben.

In Kürze soll ein Team aus WHO-Experten in China eintreffen, das die Herkunft des Coronavirus untersuchen soll. Geplant ist auch ein Besuch des Teams in Wuhan, wo die Pandemie ihren Ausgang genommen hatte. Ein Mitglied der Experten-Delegation, der Deutsche Fabian Leendertz, sagte der Nachrichtenagentur AFP diese Woche, Ziel der Untersuchung sei es nicht, "ein schuldiges Land oder eine schuldige Behörde zu finden", sondern "zu verstehen, was geschehen ist", um Vergleichbares in der Zukunft zu verhindern.

Experten gehen davon aus, dass das Coronavirus erstmals in Wuhan von einem Tier auf einen Menschen übergesprungen ist. China versuchte zuletzt jedoch verstärkt, Zweifel an dieser Annahme zu säen. Die Staatszeitung "People's Daily" schrieb etwa im November, dass "alle verfügbaren Indizien darauf hindeuten, dass das Coronavirus seinen Ausgang nicht im zentralchinesischen Wuhan genommen hat".

Gegen Kritik am Krisenmanagement der Behörden geht China mit Härte vor. Am Montag soll der Prozess gegen den chinesischen Blogger Zhang Zhan beginnen, der seit Mai inhaftiert ist. Zhang hatte in den Online-Diensten über das anfängliche Chaos im Krisenmanagement in Wuhan berichtet.

isd/lan