China: Spezieller Helm soll Hirnströme bei Porno-Konsum erkennen

·Freier Autor

Forschende aus China haben einen Helm entwickelt, der erkennt, wenn seine Träger:innen Pornos schauen. Damit könnten stattliche Zensurbehörden ausgestattet werden, um das Internet nach verbotenen Inhalten zu durchsuchen.

In China versucht die Regierung, das Internet von Pornografie zu säubern. Foto: (Symbolbild: Getty Images)
In China versucht die Regierung, das Internet von Pornografie zu säubern. Foto: (Symbolbild: Getty Images)

Verräterische Hirnströme: Chinesische Forschende haben einen Helm entwickelt, der Alarm schlägt, wenn Träger:innen pornografische Inhalte sehen. Damit könnte die Zensur des Internets in China weiter vorangetrieben werden.

Helm erkennt Porno-Hirnmuster

Forschende der Jiaotong Universität in Peking haben eine Software geschrieben, die charakteristische Muster in Hirnströmen erkennt. Diese Muster treten auf, wenn Pornos geschaut werden. Aufgezeichnet werden die Hirnströme mit einem speziellen Helm. Vorgestellt wurde die Innovation laut der South China Morning Post (SCMP) im chinesischen „Journal of Electronic Measurement and Instrumentation“.

In einer kleinen Versuchsreihe trugen demnach 15 männliche Probanden im Alter zwischen 20 und 25 Jahren den Helm. Ihnen wurden dann Bilderreihen auf einem Computerbildschirm gezeigt. Erschien ein expliziter Inhalt, zeichnete der Helm die charakteristischen Muster auf, die Software erkannte diese und schlug Alarm.

In dem Artikel der SCMP heißt es dazu, der Helm könnte in Zukunft genutzt werden, das Internet effektiver nach entsprechenden Inhalten zu durchsuchen.

KI-Suche nach Pornos

In China sind Pornos verboten, sie anzuschauen steht unter Strafe. Seit knapp zwei Jahrzehnten geht die Regierung auch im Internet dagegen vor, weil sie eine „geistige Verschmutzung“ des Volkes dadurch befürchtet. Entsprechend wird Pornografie als „bösartiger Tumor“ bezeichnet, der das Wohlergehen der Chines:innen aufs Spiel setzt.

Regelmäßig werden Zahlen bekannt, wie viele Seiten zuletzt abgeschaltet – oder besser: zensiert – wurden. Allein im ersten Halbjahr 2020 sollen so rund 12.000 Webseiten mit pornografischen Inhalten vom Netz genommen worden sein.

Die Methoden der staatlichen Zensurbehörden werden immer ausgefeilter. Mittlerweile wird das Internet algorithmisch durchsucht. Werden die Porno-KIs fündig, kommen die „jian huang shi“. Das sind laut SCMP speziell ausgebildete staatliche Zensor:innen.

Probleme mit Genauigkeit: zensierte Trainingsdaten

Weil künstliche Intelligenzen aber noch zu viele Fehler machen und Menschen müde werden, soll der Helm nun diese Lücke füllen: Wenn ihn die Zensor:innen tragen, sei ihre Arbeit „präziser und effizienter“. So werden Xu Jianjun und seine Kolleg:innen, sie sind für die Entwicklung des Helmes verantwortlich, in der SCMP zitiert. Dank des Helmes müssten Zensor:innen zukünftig nur noch vor einem Bildschirm sitzen, ohne exakt auf den Inhalt zu achten – bei Pornos würde dennoch Alarm geschlagen.

Bislang ist der Helm mit einer 80 prozentigen Trefferquote allerdings noch ungenau, er meldet sich auch bei falsch-positiven Inhalten. Das könnte daran liegen, dass selbst die Wissenschaft nur mit zensiertem Material arbeiten darf.

Das betraf in diesem Fall die Software, die anhand der Hirnströme automatisch pornografische Inhalte erkennen soll: Sie konnte ausschließlich mit zensierten Inhalten trainiert werden. Auf allen expliziten Bildern waren dicke schwarze Balken zu sehen, die die Geschlechtsteile verdeckten.

VIDEO: Billie Eilish: Mit Elf schaute sie ersten Porno

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.