China startet Rakete zur Vorbereitung von Marsmission im kommenden Jahr

Start einer Rakete vom Typ Langer Marsch 5 im November 2016

Zur Vorbereitung seiner für das kommende Jahr geplanten Marsmission hat China eine Rakete vom Typ Langer Marsch 5 gestartet. Die Frachtrakete hob am Freitag um 20.45 Uhr Ortszeit (13.45 Uhr MEZ) vom Raumfahrtzentrum Wenchang auf der südlichen Insel Hainan ab und brachte einen Testsatelliten in eine Erdumlaufbahn, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Mit dem Einsatz würden "Schlüsseltechnologien für künftige Raumfahrtmissionen getestet".

China will auch in der Raumfahrt eine Großmacht werden und plant neben einer unbemannten Marsmission im kommenden Jahr auch eine bemannte Mission auf den Mond. Im Januar hatte China als erstes Land eine Sonde auf die erdabgewandte Seite des Mondes geschickt. Bis 2022 ist zudem der Aufbau einer bemannten Raumstation als Nachfolgerin der ISS geplant.

Die Rakete vom Typ Langer Marsch 5 kann bis zu 25 Tonnen Fracht ins All befördern. Sie soll die erste chinesische Mars-Sonde auf den roten Planeten und die Mond-Sonde Chang'e 5 auf den Erdtrabanten bringen. Auch wichtige Bauteile für die geplante chinesische Raumstation Tiangong (Himmelspalast) sollen mit der Rakete ins All befördert werden. Erstmals hatte China im November 2016 eine Rakete dieses Typs gestartet. Ein weiterer Start im Juli 2017 scheiterte.

China gibt mittlerweile mehr für seine zivilen und militärischen Raumfahrtprogramme aus als Russland und Japan und rangiert damit direkt hinter den USA. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schätzte das Budget dafür im Jahr 2017 auf 8,4 Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro).