China wirft "entwickelten Ländern" mangelnden Willen zum Klimaschutz vor

CO2-Emissionen in China

China hat den "entwickelten Ländern" einen mangelnden Willen zum Klimaschutz vorgeworfen. Der "unzureichende politische Wille der entwickelten Länder", den Klimaschutz zu unterstützen, sei das "größte Problem" bei den Bemühungen um ein Umsteuern in der Klimapolitik, sagte der chinesische Vize-Minister für Ökologie und Umwelt, Zhao Yingmin, am Mittwoch vor Journalisten in Peking.

Zhao forderte die entwickelten Staaten auf, ihre Verpflichtungen zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen. In einem nicht verpflichtenden Zusatz des Abkommens sind rund 100 Milliarden Dollar zur Unterstützung des Klimaschutzes in den ärmeren Staaten vorgesehen. Die Regierung in Peking geht davon aus, dass ihr ein Teil dieser Mittel zusteht.

Ohne die USA beim Namen zu nennen, kritisierte das chinesische Umweltministerium die Entscheidung der USA zum Rückzug aus dem Pariser Abkommen von 2015. Solche "einseitigen Verhaltensweisen" fügten dem globalen Willen im Kampf gegen den Klimawandel einen "schweren Schaden" zu, heißt es in einem Bericht des Ministeriums. In Madrid findet vom 2. bis zum 13. Dezember eine UN-Klimakonferenz statt, bei der über das weitere globale Vorgehen im Klimaschutz beraten werden soll.

Nach Jahrzehnten des wirtschaftlichen Aufschwungs ist China inzwischen die zweitgrößte Volkswirtschaft und stößt am meisten Kohlendioxid aus. Obwohl die Effizienz bei der Energiegewinnung stark gestiegen ist, nehmen die CO2-Emissionen der Volksrepublik weiter zu. Auch für die Zukunft sieht die chinesische Rahmenplanung den Bau von Kohlekraftwerken vor.