Chinas Wirtschaft bleibt trotz Handelsstreits mit USA auf Kurs

Tiefwasserhafen in Shanghai

Chinas Wirtschaft bleibt trotz des Handelsstreits mit den USA auf Kurs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das bereits im vergangenen Jahr wieder anzog, legte im ersten Quartal 2018 weiter kräftig zu: Es stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,8 Prozent, wie die Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Verantwortlich war vor allem der heimische Konsum.

Analysten hatten mit einem niedrigeren Wachstum gerechnet, weil die Industrieproduktion zuletzt geschwächelt hatte und die Regierung wegen der hohen Risiken eine Kampagne gegen eine zu lockere Kreditvergabe fährt. Als überraschend robust erwies sich aber der heimische Konsum. Der Einzelhandelsumsatz legte etwa im März um 10,1 Prozent zu, im Januar und Februar um 9,7 Prozent.

Das Wirtschaftswachstum habe sich "stabil und gesund" entwickelt, sagte ein Sprecher der Statistikbehörde am Dienstag. Die Wirtschaft habe einen guten Start hingelegt.

China und die USA überziehen sich seit Wochen gegenseitig mit Ankündigungen von Strafzöllen in Milliardenhöhe auf eine Reihe von Produkten. US-Präsident Donald Trump führt als Argument für seine protektionistische Wirtschaftspolitik den hohen Handelsüberschuss Chinas mit den USA an. Er stieg im ersten Quartal um 19,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 58 Milliarden Dollar an, wie Peking vergangene Woche bekanntgegeben hatte.

2017 war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 6,9 Prozent gewachsen - die Führung in Peking hatte offiziell 6,5 Prozent angepeilt. 2016 dagegen betrug das Wachstum lediglich 6,7 Prozent - das war der niedrigste Wert seit rund einem Vierteljahrhundert.

Peking arbeitet an einem umfassenden Strukturwandel für das Wachstumsmodell des Landes. Die investitionsgestützte, staatlich forcierte Expansionspolitik der vergangenen Jahrzehnte soll in ein weniger störanfälliges konsumgestütztes Modell übergehen.

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