Chinesischer Experte geht bei neuem Virus von Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus

Infizierter wird in Wuhan in Klinik gebracht

Die mysteriöse Lungenkrankheit in China, die sich in den vergangenen Tagen überraschend schnell ausgebreitet hat, ist nach Ansicht eines renommierten Experten der Volksrepublik von Mensch zu Mensch übertragbar. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei zu bejahen, sagte nach Angaben des staatlichen Fernsehsender CCTV am Montag Zhong Nanshan, der für die nationale Gesundheitskommission arbeitet. Er hatte unter anderem 2003 daran mitgewirkt, das ganze Ausmaß der Sars-Epidemie bekannt zu machen.

Das neue Virus stammt aus der Erregerfamilie, zu der auch der tödliche Sars-Erreger gehört. An der Sars-Epidemie waren in den Jahren 2002 und 2003 knapp 350 Menschen in Festlandchina sowie knapp 300 weitere in Hongkong gestorben.

An dem nun grassierenden neuartigen Coronavirus erkrankten nach Angaben der chinesischen Behörden bereits mehr als 200 Menschen, drei von ihnen starben. Der Großteil der Infektionen wurde in der Stadt Wuhan registriert, wo auch der erste Fall auftrat. Inzwischen wurde der Erreger aber auch schon bei Erkrankten in Peking, Shanghai und in der südchinesischen Provinz Guangdong nachgewiesen. Auch aus Thailand, Japan und Südkorea wurden vereinzelte Infektionen gemeldet.

Bisher hatten die chinesischen Gesundheitsbehörden in ihren offiziellen Stellungnahmen immer erklärt, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch bislang nicht nachgewiesen worden sei.