Chipshersteller rechnen mit schlechter Kartoffelernte - Preise könnten steigen

Kartoffeln werden in einer Fabrik gewaschen

Die deutschen Chipshersteller rechnen auch dieses Jahr wegen des heißen Sommers mit einer schlechten Kartoffelernte und warnen schon mal vor möglicherweise steigenden Preisen. Landwirte fürchteten bis zu 50 Prozent verringerte Erträge bei den Kartoffelsorten für die Chipsherstellung, teilte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie am Freitag mit. Stark steigende Rohstoffpreise könnten zu Preissteigerungen führen, die tendenziell an den Verbraucher weitergegeben werden könnten. "Das entscheidet jedoch allein der Wettbewerb", erklärte der Sprecher der Verbandssparte Knabberartikel, Carsten Bernoth.

Nach dem Dürrejahr 2018 hätten sich die Felder nicht ausreichend erholen können ? deshalb sind die Böden jetzt in vielen Regionen Deutschlands noch trockener, erläuterte der Verband. Dies habe bereits zu Einbußen bei der Frühkartoffelernte geführt. Für Kartoffelsorten, die für die Herstellung von Kartoffelchips benötigt und im Vertragsanbau angebaut werden, würden Ernteausfälle erwartet.

Die Hersteller von Kartoffelchips stellten sich demnach zudem auf einen höheren Kartoffeleinsatz ein: Für die Produktion einer Tüte Kartoffelchips sind mehr Kartoffeln erforderlich als in Jahren mit einer durchschnittlichen Ernte.

Auch bei anderen pflanzlichen Rohstoffen wie Weizen und Mais drohen laut Süßwarenverband Verknappungen. Schuld sei nicht nur das Klima, sondern als zusätzlicher Faktor der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China. "Als direkte Folge der Auseinandersetzung decken vermehrt chinesische Einkäufer ihren Bedarf auch in der Europäischen Union, was die Rohstoffversorgung für die europäischen Hersteller verknappt."

Auch der Saure-Gurken-Hersteller Hengstenberg im schwäbischen Esslingen klagt über schlechte Ernteaussichten wegen des heißen Sommers. Hinzu kämen seit Jahren rückläufige Anbauflächen, erklärte das Unternehmen. "Die Kombination aus heißen Tagen und kalten Nächten gefällt der Gurke nicht", erläuterte Einkaufsleiter Adrian Poppe. "Die Gurke ist eine Prinzessin."