Christian Drosten im "heute journal": "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland"

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"Wir müssen jetzt natürlich ein bisschen aufpassen, dass wir nicht zu früh in totale Euphorie verfallen, denn wir sind einfach noch nicht so weit wie in England", riet Christian Drosten. (Bild: ZDF Screenshot)
"Wir müssen jetzt natürlich ein bisschen aufpassen, dass wir nicht zu früh in totale Euphorie verfallen, denn wir sind einfach noch nicht so weit wie in England", riet Christian Drosten. (Bild: ZDF Screenshot)

Wie stehen die Chancen auf einen entspannten Corona-Sommer 2021? Im Interview mit Marietta Slomka im "heute journal" (ZDF) zeigte sich Christian Drosten vorsichtig optimistisch.

Es sei eine Frage, die in der Corona-Pandemie derzeit allen auf den Nägeln brenne: "Wie wird der Sommer?" Das wollte Marietta Slomka von dem Virologen Christian Drosten wissen. Im ZDF-"heute journal" teilte der 48-Jährige per Schalte seine Einschätzungen mit. "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland", entgegnete Drosten. Schon zum Juni hin werde man "erstmalig wirklich Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind", erklärte er. Die derzeitigen Entspannungen seien hingegen vermutlich eher dem "Verhaltensbewusstsein der Bevölkerung" zu verdanken: "Die Leute machen eben schon gut mit", lobte er.

Allerdings riet der Forscher von der Berliner Charité auch zur Vorsicht: "Wir müssen jetzt natürlich ein bisschen aufpassen, dass wir nicht zu früh in totale Euphorie verfallen, denn wir sind einfach noch nicht so weit wie in England." Dort seien inzwischen weit über 50 Prozent der Bevölkerung geimpft. In Deutschland sei man derzeit bei 32 Prozent Erstgeimpften und nur knapp zehn Prozent zweifach Geimpften. Dennoch zeitige etwa die Aufhebung der Impfreihenfolge bei AstraZeneca spürbare Erfolge beim Impftempo.

Marietta Slomka bat den Virologen Christian Drosten im "heute journal" um seine Einschätzung zur Corona-Lage im Sommer. (Bild: ZDF Screenshot)
Marietta Slomka bat den Virologen Christian Drosten im "heute journal" um seine Einschätzung zur Corona-Lage im Sommer. (Bild: ZDF Screenshot)

"Wir werden dann da sein, wo die Engländer jetzt sind."

Slomka hakte nach: "Das heißt, Sie wären, um es jetzt mal ganz pragmatisch zu sagen, optimistisch, dass Urlaubsreisen, Biergärten und vielleicht auch mal Grillen mit mehr als einer Person im Sommer, im Juli, August möglich sein werden?" - "Ja, davon gehe ich aus", antwortete Drosten. "Also dass man gerade im Außenbereich wieder vieles zulassen kann. Wir werden dann da sein, wo die Engländer jetzt sind."

Im Herbst werde dann jedoch eine andere Überlegung in den Vordergrund treten: Bis dahin sei ein Großteil der Erwachsenen geimpft. Doch die hoffentlich eintretende Herdenimmunität sei noch nicht das Ende der Pandemie: "Eine Herdenimmunität heißt ja nur, dass dieses unkontrollierte Verbreiten nicht mehr zustandekommt", erklärte Drosten. Er fuhr fort: "Aber das heißt nicht, dass die Krankheit sich gar nicht mehr überträgt oder ganz verschwunden ist. Das heißt, es wird immer noch Leute in der Bevölkerung geben, die sind nicht geimpft und die haben ein volles Risiko, sich zu infizieren."

Deshalb plädierte Christian Drosten erneut dafür, möglichst viele Erwachsene zu impfen, um gleichzeitig die Kinder zu schützen. Denn bis für die Kleinsten ein Impfstoff auf den Markt käme, seien noch viele Studien und somit auch viel Zeit nötig.

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