Christopher Lambert: Es kann nur einen 60. Geburtstag geben

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Christopher Lambert: Es kann nur einen 60. Geburtstag geben

Als schicker Highlander flogen Christopher Lambert weltweit die Frauenherzen zu

"Ich bin Connor MacLeod vom Clan der MacLeods. Ich wurde 1518 im Dorf Glenfinnan an den Ufern des Loch Shiel geboren. Und ich bin unsterblich." Mit eindringlichem Blick sah Christopher Lambert seine Filmpartnerin Roxanne Hart an, als er sich 1986 ein Messer in den eigenen Leib rammte und dabei ein klein wenig Filmgeschichte schrieb. Denn Rollen hatte Lambert in seiner Karriere so einige, doch für die meisten Kinofans wird er auf ewig der "Highlander" bleiben - die Rolle über einen Unsterblichen hat ihn buchstäblich unsterblich gemacht. Am 29. März feierte der Mime seinen 60. Geburtstag und ist damit im Vergleich zu seinem berühmten Charakter noch ein wahrer Jungspund.

Film statt Finanzen

Dass der französisch-amerikanische Junge Christophe Guy Denis Lambert ein Gespür für das Schauspiel hat, zeichnete sich früh ab. Schon im Alter von zwölf Jahren begeisterte er am Schultheater in Genf, wo der 1957 in New York geborene Lambert einen Großteil seiner Jugend verbrachte. Seinem Vater, einem Finanzexperten, war diese oft brotlose Kunst aber zu unsicher. Seinen Eltern zuliebe trat er daher eine Ausbildung an der Londoner Börse an, mehr als ein halbes Jahr hielt er es dort aber nicht aus. Nachdem er seinen französischen Militärdienst abgeleistet hatte, zog es ihn für eine Schauspielausbildung daher nach Paris.

Vom Dschungel in die U-Bahn

Bis Lambert die erste Rolle ergatterte, dauerte es bis ins Jahr 1980. Im französischen Film "Le Bar du téléphone" gab er sein Debüt, vier weitere Parts in Produktionen aus Frankreich folgten. 1984 schließlich der große Wurf: Regisseur Hugh Hudson engagierte Lambert für die Titelrolle des John Clayton im Hollywood-Streifen "Greystone - Die Legende von Tarzan, Herr der Affen". Bevor er aber endgültig in der Traumfabrik durchstartete, spielte er noch im Kultfilm "Subway" seines (halben) Landsmanns Luc Besson mit und ergatterte dafür die Auszeichnung des "Césars" als bester Darsteller.

Mit derartigen Vorschusslorbeeren wunderte es nicht, dass er 1986 die Hauptrolle in einem ungewöhnlichen Genre-Mix abstauben konnte. Damals brachte Filmemacher Russell Mulcahy einen Film ins Kino, der zum Teil im Mittelalter spielte, aber auch in der Gegenwart verortet war und Fantasy-Anleihen wie aus einem Märchen aufwies. Die Rede ist natürlich von "Highlander - Es kann nur einen geben", der Lambert über Nacht zu einen der gefragtesten Stars der 80er Jahre aufsteigen ließ.

Alles für die Rolle

Dass Lambert als unsterblicher Connor MacLeod so überzeugend war, hatte er seinem eisernen Willen zu verdanken. Stolze 16 Wochen soll er den Schwertkampf trainiert haben, um in den zahlreichen Gefechten so authentisch wie möglich zu wirken. Was erschwerend hinzukam: Lambert leidet unter starker Kurzsichtigkeit, die nicht mit Kontaktlinsen korrigierbar ist. Dass der actionlastige Dreh unfallfrei ablaufen konnte, war seinem langen Training zu verdanken.

Es folgten weitere erfolgreiche Filme, etwa "Der Sizilianer (1987) oder "Der Priestermord" (1988). Den größten Output seines Schaffens hatte er in den 90er Jahren, in denen er insgesamt 22 Filme drehte. Doch bereits in dieser Phase deutete sich ab: nicht immer hatte Lambert das Gespür für gute Angebote. Konnte der dystopische Film "Fortress - Die Festung" etwa noch überzeugen, verschlug es ihn auch hin und wieder in Trashproduktionen wie "Mortal Kombat", einer Videospielverfilmung.

Highlander kein Highlight mehr

Besonders tragisch war, dass auch seine Paraderolle ad absurdum geführt wurde. So machte "Highlander II - Die Rückkehr" aus dem stolzen Schotten mal eben einen Außerirdischen vom Planeten Zeist. In weiteren Fortsetzungen, zuletzt im Jahr 2000 in "Highlander: Endgame", wurde das Erbe von Connor MacLeod weiter beschmutzt. Lambert tat zwar stets sein Menschenmögliches, am Ende schaufelte Hollywood dem eigentlich unsterblichen Protagonisten aber ein filmisches Grab.

Aus dem großen Rampenlicht hat sich der Mann mit dem Stahlblick daher nicht ganz überraschend verabschiedet. Nach vierjähriger Pause hatte er zuletzt 2016 in der Komödie "Hail, Caesar!" wieder einen Auftritt auf der Leinwand. Zu mehr als einem Kurzauftritt reichte es in dem Film von Joel und Ethan Coen aber auch nicht. Gut, dass Lambert schon lange eine zweite Leidenschaft hat. Gemeinsam mit einem Sommelier betreibt er seit vielen Jahren ein Weingut. Unter dem Label "Les Garrigues de Beaumard-Lambert" produziert das Geburtstagskind seinen eigenen Tropfen und wird anlässlich des runden Ehrentages bestimmt einen feinen Jahrgang öffnen. À votre santé, Monsieur Lambert!

Foto(s): Studiocanal, Studiocanal

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