CHRONOLOGIE: Die Krise in der Ukraine seit November

Vom Korb für die EU bis zum Referendum auf der Krim

Die Entwicklung in der Ukraine hält die Welt seit Monaten in Atem. Seit die Regierung des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch im November die Annäherung an die EU stoppte, ist das osteuropäische Land in eine tiefe Krise gestürzt. Die Ereignisse bis zum Referendum über den Status der Krim im Überblick:

21. November: Die Regierung legt ein lange ausgehandeltes Abkommen zur Zusammenarbeit mit der EU auf Eis und wendet sich Russland zu. In den folgenden Tagen protestieren zehntausende Menschen gegen diesen Kurswechsel.

1. Dezember: Bis zu 500.000 Menschen versammeln sich auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz. Regierungsgegner stellen Zelte und Barrikaden auf.

19. bis 22. Januar: Nachdem das Parlament das Demonstrationsrecht verschärft hat, kommt es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Bis zum Monatsende gibt es vier Tote und 500 Verletzte.

25. Januar: Janukowitsch bietet Oppositionsführer Arsenij Jazenjuk den Posten des Regierungschefs an, sein Vize soll Box-Weltmeister Vitali Klitschko werden. Die Opposition lehnt ab.

28. Januar: Ministerpräsident Mykola Asarow tritt zurück. Das Parlament nimmt die Einschränkung des Demonstrationsrechts zurück.

18. bis 20. Februar: Die Gewalt eskaliert erneut, in Kiew kommt es zu tödlichen Zusammenstößen. Die Sicherheitskräfte schießen auf Demonstranten. Bei den Straßenkämpfen werden fast 90 Menschen getötet. Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens, Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius und Radoslaw Sikorski, beginnen eine Vermittlungsmission in Kiew.

21. Februar: Auf Vermittlung der drei europäischen Außenminister und eines russischen Abgesandten unterzeichnen die Oppositionsführer und Janukowitsch eine Vereinbarung, die neben einer vorgezogenen Präsidentschaftswahl auch die Bildung einer Übergangsregierung vorsieht. Das Parlament beschließt die Rückkehr zur Verfassung von 2004 mit weniger Rechten für den Präsidenten.

22. Februar: Janukowitsch reist überraschend in den Osten der Ukraine, wo er seine Hochburgen hat. Das Parlament setzt für den 25. Mai eine vorgezogene Präsidentschaftswahl an und enthebt Janukowitsch seines Amts. Oppositionsführerin Julia Timoschenko wird aus der Haft entlassen.

23. Februar: Das Parlament wählt Alexander Turtschinow, einen Vertrauten Timoschenkos, zum Überganspräsidenten.

26. Februar: Russlands Präsident Wladimir Putin ordnet eine gewaltige Militärübung an der Grenze zur Ukraine an. Auf der Krim kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der neuen Führung in Kiew.

27. Februar: Prorussische Milizionäre besetzen den Regierungssitz und das Parlament in der Krim-Hauptstadt Simferopol. Bewaffnete in Uniformen übernehmen die Kontrolle über Flughäfen und blockieren ukrainische Militärstützpunkte auf der Halbinsel.

28. Februar: Kiew wirft Moskau eine "bewaffnete Invasion" vor.

4. März: Putin dementiert, dass russische Truppen auf die Krim geschickt wurden.

6. März: Das Krim-Parlament stimmt für einen Beitritt zu Russland und setzt für den 16. März ein Referendum über die Abspaltung von der Ukraine an.

11. März: Das Krim-Parlament erklärt die Unabhängigkeit des Gebiets von der Ukraine.

14. März: Ein mehrstündiges Treffen von US-Außenminister John Kerry mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow bringt kein Ergebnis. Bei einer Schießerei zwischen prorussischen Kräften und Nationalisten im ostukrainischen Charkiw werden zwei Menschen getötet.

15. März: Die Ukraine wirft Russland vor, Truppen in eine an die Krim angrenzende Region geschickt zu haben. Im UN-Sicherheitsrat verhindert Russland mit seinem Veto einen westlichen Resolutionsentwurf zu dem Referendum.

16. März: Bei dem Referendum auf der Krim stimmen nach Angaben der dortigen Behörden mehr als 95 Prozent der Teilnehmer für die Angliederung an Russland.

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