Ciao Ciao Bambini - Italien kämpft gegen sinkende Geburtenrate

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Ein Kind spielt mit seinem Vater auf Sizilien

Ciao Ciao Bambini - Die stetig sinkende Geburtenrate in Italien hat nun auch Regierung und Kirche auf den Plan gerufen. "Ein Italien ohne Kinder ist ein Italien ohne Zukunft. Und es ist ein Italien, das langsam verschwindet", warnte Ministerpräsident Mario Draghi am Freitag bei einer Konferenz, an der auch Papst Franziskus teilnahm.

Mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren habe Italien "das höchste in Europa", bilanzierte Draghi. Offiziellen Statistiken zufolge reduzierte sich die Bevölkerungszahl in Italien im vergangenen Jahr um fast 400.000 - das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Florenz.

Dabei wurde die ohnehin seit Jahren zu beobachtende Entwicklung durch die Corona-Pandemie noch verstärkt: Die Zahl der Todesfälle ging nach oben, es gab noch weniger Geburten und auch die Migration ins Land nahm ab.

Vor allem die Entwicklung bei den Geburten besorgt Experten: 2012 fiel ihre Zahl mit rund 543.000 auf den niedrigsten Stand, seit Italien 1861 ein Nationalstaat wurde. Und seitdem ging es immer weiter bergab.

2020 - also mitten in der Corona-Krise, die Italien besonders heftig traf - wurden nur noch 404.000 Babys geboren. Und für dieses Jahr rechnen die Experten des nationalen Statistikamtes sogar nur noch mit 384.000 bis 393.000 Geburten: Verantwortlich gemacht wird dafür vor allem die Corona-Krise mit all ihren Unsicherheiten, die den Wunsch nach Kindern nicht nur in Italien sinken ließ.

Draghi und seine Regierung wollen nun bewusst gegensteuern. Das bisher vor allem auf die Älteren zugeschnittene Sozialsystem, in dem Renten und die Gesundheitsversorgung für sie einen großen Teil des Haushalts einnehmen, soll umgekrempelt werden. Zudem sollen Mittel aus dem EU-Corona-Hilfspaket bewusst genutzt werden, um unter anderem mehr Kindergärten, effektivere Unterstützung für arbeitende Mütter und günstige Hauskauf-Kredite für junge Paare zu finanzieren.

jes/cp

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