CIO von Morgan Stanley nennt zwei Gründe, warum es unwahrscheinlich ist, dass der Aktienmarkt zum Jahresende eine Rally erleben wird

 - Copyright: Angela Weiss/AFP via Getty Images
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Anleger, die nach einer schwachen Aktienperformance auf eine große Rallye zum Jahresende hoffen, könnten enttäuscht werden. Das sagt Mike Wilson, CIO von Morgan Stanley.

Wilson zufolge sei es unwahrscheinlich, dass der Markt seine Gewinne aus dem Sommer zurückgewinne. In einer Mitteilung an die Kunden erklärte der Chefstratege der Bank, er gehe davon aus, dass der wichtige Index S&P 500 das Jahr bei seinem Ziel von 3900 Punkten beenden wird. Das würde etwa sechs Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag von 4.166,82 Punkten liegen.

Wilson führt seine Prognose auf Marktdynamiken und auf die makroökonomische Realität

Für Wilsons pessimistische Prognose gibt es zwei Gründe. Der erste Grund sind die düsteren Aussichten auf makroökonomischer Ebene: "Die starken Arbeitsmarktzahlen verdecken die Schwierigkeiten, mit denen die durchschnittlichen Unternehmen und Haushalte konfrontiert sind. Die Notenbank kann diese Probleme auch nicht proaktiv angehen", schreibt Wilson.

In diesem Monat verzeichneten die USA ein starkes BIP-Wachstum und gute Arbeitsmarktdaten. Die amerikanischen Unternehmen und Privathaushalte haben jedoch nach wie vor mit einigen Problemen zu kämpfen. Da die Rückzahlung von Studentenkrediten wieder aufgenommen wird, steigen die Kreditkosten und die Zahlungsrückstände bei Krediten nehmen zu. Dies trübt die wirtschaftlichen Aussichten ein.

Wilsons zweiter Grund: Der Supertreibstoff des S&P 500 geht zur Neige, da einige der größten Aktien nach enttäuschenden Gewinnen fallen. Und selbst bei Unternehmen, die gute Ergebnisse vorlegten, fielen die Kurse anschließend, so Wilson.

"Die meisten der führenden Mega-Caps, die bisher ihre Quartalsberichte veröffentlicht hatten, haben nach Ergebnissen nicht gut abgeschnitten", schreibt er. "Diese Aktien sind nicht in der Lage, die laufende Korrektur umzukehren und den Index über wichtigen technischen Niveaus zu halten. Dies ist nur ein weiterer Grund, warum eine Erholung bis zum Jahresende für uns unwahrscheinlicher erscheint."

Der Aktienmarkt ist im Allgemeinen verunsichert

Er fügt hinzu: "Ein weiterer Hinweis darauf, dass diese negative Korrekturbreite ein frühes Warnzeichen für die Gewinne des vierten Quartals und des Jahres 2024 ist, ist die Tatsache, dass Aktien nach Gewinnberichten schlecht gehandelt werden, unabhängig davon, ob sie gut oder schlecht ausfallen."

Die Bären haben argumentiert, dass der Markt in diesem Jahr vor allem auf dem Rücken der "Magnificent Seven"-Aktien gestiegen sei. Rechnet man diese heraus, würde der S&P 500 ganz anders aussehen. Da der S&P 500 von nur sieben Unternehmen getragen wird, von denen viele nach der Veröffentlichung ihrer Gewinne nachgegeben haben, könnte es für den Leitindex schwierig werden, bis zum Jahresende an Fahrt zu gewinnen.

"Wie wir gesehen haben, ist die Unsicherheit in spätzyklischen Phasen überdurchschnittlich hoch. Infolgedessen diktiert die Kursdynamik oft die Meinung der Anleger über die Fundamentaldaten und damit ihr Vertrauen und ihre Positionierung".

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