Circus Krone: "Unseren Löwen geht es besser als vielen Menschen"

(ln/spot)
Jana Lacey-Krone mit Ehemann Martin Lacey jr. bei der Premiere des ersten Winterprogramms des Circus Krone im Dezember 2019 (Bild: imago images/Marja)

Jana Lacey-Krone (40) ist die Chefin des größten Zirkus der Welt. Ihr Unternehmen Circus Krone beschäftigt 210 Mitarbeiter - und eine Vielzahl von Tieren: Pferde, Elefanten und 26 Löwen. Ihr Ehemann Martin Lacey jr. (42) ist mit der weltbesten Raubtier-Vorführung, die gleich zweimal in Monte Carlo mit dem "Golden Clown", dem Zirkus-Oscar, ausgezeichnet wurde, ein Zuschauer-Magnet. Dennoch werfen ihm Tierschützer vor, er würde seine Löwen quälen.

Seit Jahren läuft eine Kampagne gegen den Einsatz von Wildtieren in der Zirkusmanege, die auch vom Deutschen Tierschutzbund unterstützt wird. In einem Zirkusunternehmen sei eine verantwortbare Haltung von Wildtieren grundsätzlich nicht möglich, heißt es. Zu diesem Vorwurf nimmt das Ehepaar Lacey-Krone in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Stellung.

"Tierschützer sind wir selbst"

Bei der Kritik unterscheidet Martin Lacey jr. zwischen Tierschützern und Tierrechtlern. "Tierschützer sind wir selbst. Unsere Arbeit mit den Tieren wird sehr gut kontrolliert, von Amtstierärzten, die auch unangekündigt vorbeikommen."

Alle wissenschaftlichen Arbeiten hätten belegt, dass "meine Tiere nicht gestresst sind, sondern ganz entspannt, auch bei den Transporten. Aber das wollen die selbsternannten Tierrechtler nicht wissen. Sie kommen auch nicht, wenn wir sie einladen. Sie demonstrieren nicht vor kleinen Wanderzirkussen aus Osteuropa, wo es den Tieren vielleicht wirklich nicht so gut geht. Das interessiert sie nicht. Sondern sie stellen sich vor den Circus Krone, weil sie dort die Aufmerksamkeit der Medien bekommen."

Großzügige Freigehege samt Badebecken

Seine Ehefrau Jana Lacey-Krone spricht von "geschäftsschädigenden" Wildtierdebatten. "Wir haben in den letzten zehn Jahren bestimmt 300.000 Euro an Anwaltskosten ausgegeben."

Die Raubtiere des Unternehmens bekommen bei ihrer Sommer-Tour in jeder Gastspielstadt großzügige Freigehege samt Badebecken, wo die Tiere als großes Rudel zusammenleben. Nahezu alle Löwen, mit denen Lacey arbeitet, wurden im Circus Krone geboren.

Circus Krone hält an Tiernummern fest

"Meinen Löwen geht es besser als vielen Menschen", behauptet der Engländer. Die Tiere verschlingen monatlich Fleisch für 20.000 Euro, "bestes argentinisches Rindfleisch. Dazu kommen die Kosten für die fünf Tierpfleger und den Tierarzt, wenn sie krank sind... Dazu kommen acht Kraftfahrer, die während der Tourneen 50 Tonnen Material bewegen - das Außengehege, den Kratzbaum, das Netz, den Swimmingpool."

Jana Lacey-Krone will auch in Zukunft auf Tiernummern nicht verzichten. "Gerade weil wir unsere Tiere lieben, halten wir an ihnen fest."