Claus Kleber kämpft im „Heute-Journal“ mit den Tränen

Claus Kleber teilte mit den Zuschauern eine berührende Geschichte (Bild: Getty Images)

Selbst einem hartgesottenen Nachrichtenprofi wie Claus Kleber gehen Geschichten mal ganz nah. Die menschliche Geste eines bayerischen Busfahrers brachte den „Heute-Journal“-Moderator den Tränen nah. Der Mann hatte Flüchtlinge in seinem Bus willkommen geheißen.

Claus Kleber hat ohne mit der Wimper zu zucken den iranischen Machthaber Mahmud Ahmadinedschad interviewt. Ein Busfahrer aus Erlangen aber ließ den Journalisten vor laufenden Kameras die Fassung verlieren. Nach einem Beitrag über die Flüchtlingskinder aus Düsseldorf wollte der Moderator mit den „Heute-Journal“-Zuschauern noch „eine kleine Geschichte“ teilen. Gleich zu Beginn stockte Klebers Stimme und der TV-Profi verhaspelte sich etwas, als er von Sven Latteyer erzählte.

In Latteyers Linienbus seien kürzlich 15 Asylbewerber mit zwei Betreuern eingestiegen. „Da griff er sich das Mikrofon und sagte auf Englisch „(...) Ich habe eine wichtige Nachricht für alle Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bus: Willkommen. Willkommen in Deutschland. Willkommen in meinem Land. Haben Sie einen schönen Tag.“ Bei den letzten Worten drohte Kleber endgültig die Stimme zu versagen. Er schickte noch ein ersticktes „Es kann manchmal so einfach sein“ und übergab dann an Kollegin Gundula Gause und „Nachrichten aus der realen Welt“.

Sven Latteyer hieß Flüchtlinge in Deutschland willkommen (Screenshot: Nordbayern.de/Erlanger Nachrichten/Egbert M. Reinhold)

Im Internet gab es prompt eine Welle der Sympathie für den Nachrichtenmann. Der 59-Jährige zeigte sich auf Twitter selbst erstaunt über seine Reaktion auf die Geschichte. „Seltsam. So viel versendet sich. Dann springt einem mal ein Frosch in Hals - whoom macht das Netz Aber nett. Danke!“ Und schickte noch hinterher „Ich reagiere manchmal auf positive Kleinigkeit emotionaler als auf große Story. Nicht sehr professionell. Aber okay? Nächste Sendung wartet“.

Für den Mann, der Kleber derart aus der Fassung brachte, war seine Geste übrigens eine zwischenmenschliche Selbstverständlichkeit. Er fühle mit Jugendlichen, die „ganz allein aus einem Krieg fliehen und ihre Familien hinter sich lassen“, sagte Busfahrer Latteyer den „Erlanger Nachrichten“. Als die 15 jungen Asylbewerber eingestiegen seien, habe er sich überlegt, wie er sie unterstützen könne. Nach seiner Durchsage hätten „alle im Bus geschrien und geklatscht. Die Asylanten sagten beim Aussteigen ,tschuss’ und ,ade’ und haben sich gefreut.“ Er habe den jungen Männern einfach vermitteln wollen „Hey, Leute, ihr seid echt willkommen“, sagte der 42-Jährige.

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