Clinton: FBI und Russland haben Wahlsieg verhindert

Für Hillary Clinton stehen die Schuldigen ihrer Wahlniederlage fest. Sie macht FBI-Chef Jim Comey und Russland verantwortlich. Außerdem kritisiert die ehemalige US-Außenministerin Donald Trumps Nordkoreastrategie und sieht sich als Teil des „Widerstands“ gegen den Präsidenten.

Hillary Clinton will zwar keine schlechte Verliererin abgeben, aber für die Demokratin ist die Sache klar. Das Rennen ums Weiße Haus sei in den letzten zehn Tagen des Wahlkampfes verloren worden, sagte sie der CNN-Journalistin Christiane Amanpour. „Hätte die Wahl am 27. Oktober stattgefunden, wäre ich jetzt Ihre Präsidentin.“ Nach Ansicht Clintons haben vor allem zwei Gegenspieler ihren Triumph über Donald Trump verhindert: FBI-Chef Jim Comey und die russische Regierung.

Clinton betonte auf der Veranstaltung „Women for Women International“ in New York, sie habe kurz vor dem Wahlsieg gestanden – „bis eine Kombination aus Jim Comeys Brief am 28. Oktober und der russischen WikiLeaks bei meinen potenziellen Wählern Zweifel geschürt und sie abgeschreckt haben“. Comey hatte unmittelbar vor der Wahl angekündigt, die Ermittlungen zur Affäre um Clintons privaten E-Mail-Server wieder aufzunehmen. Außerdem hatte WikiLeaks E-Mails veröffentlicht, die Hacker von Computern der Demokratin gestohlen hatten. Clintons Wahlkampfteam machte die russische Regierung für das Datenleck verantwortlich. WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat dies bestritten.

Hillary Clinton sieht die Hauptschuld für ihre Niederlage bei Anderen. (Bild: AP Photo)

Clinton machte auch Frauenfeindlichkeit als Ursache ihrer Wahlniederlage aus, räumte aber auch eigene Versäumnisse ein. „Ich übernehme vollständig die persönliche Verantwortung“, sagte sie. „Ich war die Kandidatin.“ Sie sei sich der Probleme und Unzulänglichkeiten ihrer Kampagne sehr bewusst. Clinton schreibt gerade ein Buch über ihre historische Wahlniederlage im vergangenen Jahr.

Die ehemalige Außenministerin der Vereinigten Staaten mahnte Präsident Trump im Umgang mit Nordkorea zur Vorsicht und kritisierte seine Ankündigung, er werde sich gern mit Diktator Kim Jong-un treffen. Das Regime würde ein solches Gipfeltreffen nutzen, um seinen Status zu sichern. Clinton mahnte zudem, die Frauenrechte zu bewahren. Lob gab es hingegen für Verteidigungsminister James Mattis, der sich gegen Einschnitte bei der Entwicklungshilfe ausgesprochen hatte.

Clinton galt vielen Experten als sichere Nachfolgerin Barack Obamas. (Bild: AP Photo)

Wie der jüngste Auftritt zeigt, wird Clinton sich nach ihrer Wahlniederlage nicht ins Privatleben zurückziehen. „Ich bin jetzt wieder eine Bürgeraktivistin und Teil des Widerstands“, sagte die Demokratin unter dem Applaus der Veranstaltungsteilnehmer, darunter Oscar-Preisträgerin Meryl Streep.

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