Martin Schulz zu Gast in Köln: „AfD ist keine Alternative, sondern eine Schande“

Der SPD-Kanzlerkandidat trat am Sonntag im Stadtgarten auf.

Martin Schulz, Kanzlerkandidat der SPD, hat am Sonntagnachmittag Köln und den Stadtgarten besucht. Beim von der SPD veranstalteten „Clubkonzert gegen Rechts“, bei dem der iranische Exilmusiker Shahin Najafi auftrat, äußerte sich Schulz zu verschiedenen aktuellen und politischen Themen. 

Zum AfD-Parteitag in Köln:

„Eine Partei, in der Frauke Petry als gemäßigt gilt, hat nichts in unserem Parlament zu suchen“, sagte Schulz. Auch zum gerade ernannten AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland äußerte sich der SPD-Vorsitzende. Er erinnerte sich an den Vorfall aus dem vergangenen Jahr, als Alexander Gauland über DFB-Nationalspieler Jerome Boateng sagte, man wolle „so einen“ nicht zum Nachbarn haben. „Ich bin mir sicher, dass Jerome Boateng auch nicht Herrn Gauland als Nachbarn haben möchte“, so Schulz.

Als Negativbeispiel für die rechte Ausrichtung der Alternative für Deutschland nannte Schulz auch Beatrix von Storch. Ihr Kommentar zur Waffengewalt gegen Flüchtlinge im Januar 2016 sei ebenfalls ein Beweis, dass die Partei keinem demokratischen Verständnis gerecht werde.  Schulz: „Das ist keine Alternative, sondern eine Schande für die Bundesrepublik. Ich bin hoffnungsvoll, dass sich der Zerbröselungsprozess, den wir gerade beobachten, weiter ausbreitet. Eine solche Partei wird keine Basis in der Masse finden.“

Zur Wahl in Frankreich: 

„Mein Bauchgefühl sagt mir: Bei allem Protest werden sich die durchsetzen, die dem abscheulichen Ultranationalismus und Faschismus, und das ist nicht nur Marine Le Pen, eine Absage erteilen.Es gibt eine gute Chance, dass Le Pen geschlagen wird.“ Marine Le Pen wolle wieder eine Grenze zwischen Deutschland und Frankreich einführen. Dazu Schulz: „Man kann das 21. Jahrhundert nicht mit Methoden des 19. Jahrhunderts bestreiten.“

Zum Populismus:

„Man muss bei dem Begriff des Populismus vorsichtig sein. Diese Konjunkturritter der Angst brauchen eine klare Ansage. Denen muss man sagen: Die breite Masse lässt sich nicht einschüchtern. Das ist eine der Bewegungen, die wir momentan erleben. Die schweigende Mehrheit schweigt nicht wenn es um die fundamentalen Werte der Demokratie geht. Das ist am Wochenende hier in Köln sichtbar geworden.“

Schulz sei am Sonntag zum ersten Mal bei der Demonstration „Pulse of Europe“ in Köln gewesen und habe sich dort ein Bild von der Initiative der anwesenden Menschen machen können. 

Zur Sozialen Gerechtigkeit:

„Die Verunsicherung der Menschen hat etwas mit Zukunftsangst zu tun und dass sie häufig bedroht in der sozialen Sicherheit bedroht sind.“ Man könne nicht erwarten, dass junge Paare mit Zeitarbeitsverträgen, die trotzdem ihre Miete in Ballungsräumen nicht zahlen können, optimistisch seien. „Soziale Gerechtigkeit ist das beste Instrument gegen Verängstigung“, so Schulz. Außerdem müsse es mehr Respekt in unserem Land geben. „Auch der Busfahrer hier in Köln hat einen verantwortungsvollen Beruf und verdient Respekt. Die Leute sind enttäuscht und sagen mir: Ich leiste meinen Beitrag, aber ich habe den Eindruck, dass ich nicht respektiert werde.“

An der Veranstaltung nahmen unter anderem auch Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, lit.Cologne-Geschäftsführer Rainer Osnowski und Meron Gebrihiwet vom Integrationsprogramm „Hope“ teil....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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