Auch Co-Präsident von Fox News nimmt seinen Hut

Aktivisten vor dem Fox-News-Hauptsitz in New York

Im Skandal um sexuelle Belästigung beim rechtskonservativen US-Sender Fox News hat auch Co-Präsident Bill Shine seinen Hut nehmen müssen. Shine trat am Montag von seinem Posten zurück. Nach Informationen des "Wall Street Journal" werfen ihm ehemalige Mitarbeiter vor, Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den ehemaligen Fox News-Chef Roger Ailes übergangen und dazu beigetragen zu haben, im Sender eine frauenfeindliche Atmosphäre zu schaffen.

Shine war ein Vertrauter von Ailes und zum Co-Präsidenten des Senders aufgestiegen, als dieser im Juli 2016 unter dem Druck der Vorwürfe zurücktreten musste. Eine Moderatorin hatte Ailes verklagt. In einer im vergangenen Monat eingereichten Klage gegen den Sender wurde Shine beschuldigt, sich an Einschüchterungsversuchen gegenüber mutmaßlichen Opfern beteiligt zu haben.

Erst im April hatte sich der Sender von seinem Starmoderator Bill O'Reilly getrennt, dem ebenfalls sexuelle Belästigung von Frauen vorgeworfen wurde. Laut "New York Times" hatten er und sein Sender 13 Millionen Dollar (knapp 12 Millionen Euro) Schweigegeld an fünf Frauen gezahlt, die dem 67-Jährigen sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten.

Der Chef des Mutterkonzerns 21st Century Fox, der 86-jährige Medienmagnat Rupert Murdoch, verkündete persönlich Shines Entlassung. Er würdigte gleichzeitig "die bedeutende Rolle" des Co-Präsidenten beim Aufbau von Fox News. Laut Murdoch bleibt Shines Kollege Jack Abernethy hingegen Co-Präsident von Fox News und Geschäftsführer der Lokalsender von Fox Television.

Angelo Carusone von der Medienwächter-Organisation Media Matters begrüßte Shines Entlassung. Sie zeige, dass die Frauen bei Fox News mit ihren Vorwürfen Recht hätten, wonach sich die "Epidemie der sexuellen Belästigung" nicht auf die Handlungen einiger namhafter Persönlichkeiten begrenzen lasse, sondern auf eine viel "umfassendere Kultur der Schikane" hinweise.

Fox News steht Präsident Donald Trump nahe, der seinerseits im Wahlkampf wegen früherer Prahlereien mit sexuellen Übergriffen unter Druck geraten war.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen