Cocooning: So vermeidest du einen Lagerkoller und bleibst fit

Carolin Klar
Freie Autorin für Yahoo Style
Cocooning heißt: mehr Zeit für die Familie, für sich, für Hobbys und für Neues. (Bild: Getty Images / Westend61)

Tipps für alle, die jetzt mehr Zeit daheim verbringen – ob in Quarantäne, um im Homeoffice zu arbeiten, oder weil jetzt jeder soweit wie möglich zu Hause bleiben sollte, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Mehr Zeit daheim, mehr Zeit mit der Familie, mehr Zeit für sich: Die aktuelle Situation verändert unseren Alltag und kann durch neue Impulse und Routinen eine wertvolle Zeit und Erfahrung sein.

Bleiben wie man ist und bereit sein für Veränderung

Auf jeden Fall sollte man zwei Dinge tun: Erstens, zuhause nicht den ganzen Tag im Schlabber-Look herumlaufen, sondern sich wie sonst für Arbeit, Uni oder Schule anziehen, Parfum auftragen und ähnliches, denn dies trägt zum Wohlfühlen bei.

Zweitens ist es in Familien und anderen Lebensgemeinschaften hilfreich, Vereinbarungen für den Tagesablauf zu treffen. Was wird wann gemeinsam oder getrennt gemacht? Absprachen und Strukturen können dazu beitragen, dass weniger Konflikte entstehen. Wichtig ist, einander Freiräume zu geben und nicht den ganzen Tag „aufeinander zu sitzen“. Ein räumlicher Wechsel, wenn es das Zuhause erlaubt, kann gut tun. Ebenso bringt eine temporäre “Neuregelung” von festen Plätzen, etwa am Tisch oder auf dem Sofa, sowie Zimmerzuteilungen für bestimmte Situationen oder Personen neuen Schwung in den Alltag, zum Beispiel in der Badewanne lesen, im Schlafzimmer frühstücken oder: die Eltern schlafen bei den Kindern im Kinderzimmer.

Bei allem Verzicht, der jetzt nötig ist: Man kann dem Cocooning auch etwas Positives abgewinnen. Endlich ist Zeit für Dinge, die du gerne öfter machen wolltest oder die sonst auf die lange Bank geschoben werden. Ja, dazu zählen lästige Aufgaben wie Ausmisten, aber zunächst zu den wichtigeren Dingen:

Daheim fit bleiben

Als Erstes geht es darum, ein gutes Körpergefühl zu behalten und fit zu bleiben. Jetzt schlägt die Stunde der Hometrainer! Wer bereits einen hat, kann ihn endlich öfter benutzen, das Herz-Kreislauf-System und die Muskeln weiter trainieren und nebenbei durch den Sport daheim für Glücksgefühle sorgen. Die Anschaffung (via Online-Shop) lohnt sich mehr denn je, und die Auswahl an Fitness-Geräten ist so vielseitig, dass jeder, der etwas für seinen Körper tun will, fündig wird: Indoor Bikes (gibt es mit Live-Cycling-Kursen), Rudergeräte (aus echtem Holz und mit Wasserwiderstand erhältlich), Trampolin (macht auch Kindern Spaß), Stepper (lässt sich nebenbei beim Fernsehen benutzen) – oder Laufband (wenn genügend Platz ist)?

Liegestützen mal anders - man braucht nur Ideen oder Inspiration! (Bild: Getty Images / Witthaya Prasongsin)

Was jeder machen kann, ist ein Workout auf der Sportmatte. Gute Übungen findet ihr im Internet en masse, zum Beispiel von Celebrity Trainerin Kit Rich, Model Lena Gercke (unbedingt den FitnessFriday auf ihrem Instagram-Account auschecken) und Cindy Crawford (ihr „Shape Your Body Workout“ ist schon etwas älter, aber top). Auch Mark Wahlbergs oder Tom Hardys Workout-Routinen können als Vorlage und Ansporn dienen. Ein Stretchband, Hanteln oder Springseil machen die Übungsmöglichkeiten daheim noch abwechslungsreicher.

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Wer auf Fitness keine Lust hat, sich aber trotzdem bewegen will, kann mit Online-Tutorials oder DVDs Tanzen lernen. Club Dance und Hip Hop Moves sind auch etwas für coole Jungen und Mädchen, die momentan nicht zur Schule gehen können. Oder wie wäre es für den nächsten Urlaub mit Salsa-Lektionen? Der „Quick & Dirty Guide to Salsa“ für Anfänger beispielsweise zeigt die Tanzschritte aus verschiedenen Perspektiven.

Neue Gerichte sorgen für kulinarische Abwechslung. (Bild: Getty Images / Cultura / Philippe Roy)

Endlich Zeit für … neue Rezepte

Eine neue Fitness-Routine und Bewegung helfen sicher dabei, in den eigenen vier Wänden keinen Lagerkoller zu bekommen. Neue Rezepte bringen zudem Abwechslung auf den Essenstisch. Die Wahl fällt momentan wohl zwangsläufig eher auf Gerichte, die mit haltbaren Lebensmitteln gemacht werden können. Sehr empfehlenswert:

Risi e bisi – ein italienisches Erbsen-Risotto mit frisch geriebenem Parmesan,

Palak Paneer – ein indisches Spinatgericht mit Käse, den man selbst mit Hilfe von heißem Wasser, Milch und Zitrone machen kann,

Caraotas Negras, ein venezolanisches Schwarze-Bohnen-Gericht mit Kreuzkümmel und Limettensaft, das man zu Maisfladen (Arepas) oder Reis essen kann, oder

New York Cheese Cake, ein amerikanischer Käsekuchen, der auch als Variation mit Oreo-Keksen oder Himbeersauce sehr lecker schmeckt.

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Medienkonsum: neue Impulse setzen

Sicher ist es schön, jetzt mehr fernsehen zu können. Die Streaming-Dienste und Mediatheken der Fernsehsender laden ein zum Gucken von Serien (Tipp: „The Sinner“ auf Netflix), Dokus, Talkshows und Filmen (Tipp: „Girl on the Train“ im ZDF Montagskino). Für Kinder gibt es jetzt zum Beispiel von ARD zusätzliche Programme im Radio, Fernsehen und Internet.

Natürlich ist nun ebenfalls endlich Zeit für Lektüre: Bücher, Kolumnen und die Zeitung, die du sonst vielleicht selten oder sonst nur nebenbei im Bus liest. Vielleicht magst du zur Abwechslung Online-Magazine aus anderen Ländern lesen? Sie sind für zusätzliche Informationen und eine andere Perspektive interessant. Auch schön in einer Wohngemeinschaft: einander vorlesen!

Gute Hörspiele mit angenehmen Stimmen und interessanten Geschichten muss man in Zeiten von Cocooning eine Chance geben, wenn man nicht schon ein Fan dieses Mediums ist. Stephen Kings Horror-Roman „Es“ beispielsweise ist vertont weniger gruselig im Vergleich zum Film, geht aber schön in die Tiefe – und unterhält einen richtig lange: Das Hörspiel dauert 52 Stunden! Die Original-Filmhörspiele von “Star Wars” sind ebenfalls eine tolle Alternative zum Film. „Das Beste von Erich Kästner“ eignet sich für Familien.

Konsole ja, aber anders

Größere Kinder und Jugendliche finden die Playstation und Nintendo Switch meist am spannendsten. Damit sie sich statt mit Brawl Stars und Fortnite zumindest zeitweise mit etwas intelligenteren Games beschäftigen, einfach mal Online Mindgames vorschlagen oder Rätsel-Computerspiele spielen lassen (Tipp: The Witness).

Spiele müssen nicht zwangsläufig auf dem Brett am Tisch stattfinden. Eine schöne Alternative: Darts! (Bild: Getty Images / Sarote Pruksachat)

In TV-freien Phasen dürften zudem Brettspielklassiker ein Revival erleben, allen voran Monopoly und Trivial Pursuit. Spannender für alle wird es mit neuen Spielen – Darts beispielsweise (man braucht nur die Scheibe, die Pfeile und eine Darts-App zum Zählen) oder Party-Games für die WG oder Familie – sie können mit einfachen Haushaltsgegenständen gemacht werden.

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Innere Balance finden

Mehr Gelassenheit, mehr Selbstbewusstsein, mehr Zufriedenheit – wer sich das im Alltag oft wünscht und noch keine guten Strategien entwickelt hat, um seine persönlichen Ziele zu erreichen, für den ist die aktuelle Auszeit vielleicht auch eine gute Gelegenheit für ein kleines Mental Coaching. Im Internet verraten unter anderem Star-Coaches wie Tony Robbins und Jürgen Höller psychologische Methoden für die Entwicklung von sozialen und emotionalen Kompetenzen.

Sich zuhause wohlfühlen

Fitness, kulinarische Abwechslung, Unterhaltung in neuer Form und aus verschiedenen Kanälen – das alles wird helfen, damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt. Nicht unterschätzen sollte man beim Cocooning seine Umgebung: Ordnung halten ist wichtig für die innere Balance. Feste Plätze für Dinge können beim Aufräumen helfen. Ausmisten wirkt zudem befreiend. Und der Frühjahrsputz will auch gemacht werden.

Wer schon lange wenig Zeit aber Lust hatte auf Wohnung umstylen, der holt sich vielleicht noch Anregungen von Einrichtungs-Magazinen (wie decor8) und echten Menschen (zum Beispiel online bei solebich.de) und fängt dann selbst an, seinen „Kokon“ umzugestalten. Die simpelste aber eine sehr wirkungsvolle Art der Veränderung ist es, Möbel und Wohnaccessoires umzustellen. Und dann heißt es: kreativ werden – allein oder gemeinsam mit der Familie oder Mitbewohnern. Langweilig wird die Zeit des Rückzugs ins eigene Nest jedenfalls nicht werden.