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Commerzbank hebt Zinsprognose - nicht genug für Investoren

(Bloomberg) -- Die Commerzbank AG erwartet in diesem Jahr einen höheren Zinsüberschuss, sieht aber den Höhepunkt schon überschritten. Analysten und Investoren hatten noch mehr erwartet und die Aktie der Nummer Zwei der deutschen Großbanken sackte ab.

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Die gelbe Bank prognostiziert nun einen Zinsüberschuss im Gesamtjahr von etwa 7 Milliarden Euro und sieht “zusätzliches Aufwärtspotenzial”. Zuvor hatte die Commerzbank zwar nur mehr als 6,5 Milliarden Euro prognostiziert, Analysten hatten aber die eigenen Schätzungen bereits auf 7,3 Milliarden Euro hochgeschraubt.

Der vierteljährliche Zinsüberschuss habe im ersten Quartal “wahrscheinlich” seinen Höhepunkt erreicht, sagte Finanzchefin Bettina Orlopp am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Dies liege vor allem am zunehmenden Wettbewerb um Einleger, der die Commerzbank zwinge, die Zinsangebote auf Spar-, Sicht- und Termineinlagen weiter zu erhöhen.

Die Aktien fielen im frühen Frankfurter Handel um bis zu 7,9%, der stärkste Rückgang seit März. Im Stoxx 600 Bankenindex stehen die Frankfurter heute ebenfalls ganz unten.

Der gesamte europäische Bankensektor profitiert derzeit von den Zinserhöhungen der Notenbanken und davon, dass nur ein kleiner Teil davon an die Sparer weitergegeben wird. Die Zahlen der Commerzbank zeigen aber auch, dass der Wettbewerb um die Einlagen anzieht und sich etwas stärker in den Zinsüberschuss frisst.

Die Commerzbank hatte auch an anderer Stelle Probleme im ersten Quartal. So gab es bei ihrer polnischen Tochter MBank weitere Rückstellungen, durch die sich der Gesamtbetrag der vor allem im Zusammenhang mit den in Polen notorischen Fremdwährungskrediten zurückgestellten Mittel auf 1,4 Milliarden Euro erhöhte. Den Nettogewinn sieht die Bank trotz des Inflationsdrucks weiterhin “deutlich über” dem Wert von 2022. Die Kosten sollen bei 6,3 Milliarden Euro liegen.

“Die Bank profitierte weiter von der Zinswende und einem guten Provisionsgeschäft”, heißt es in der Mitteilung der Commerzbank. “So stieg der bereinigte Zinsüberschuss auf einen Rekordwert, auch wenn die Dynamik angesichts höherer Zinsen auf Einlagen im Vergleich zum Vorquartal etwas nachließ.”

Mit den Ergebnissen des ersten Quartals kündigte die Bank auch ihren ersten Aktienrückkauf im Wert von 122 Millionen Euro an.

Überschrift des Artikels im Original:Commerzbank Raises Interest Income Guidance After Rate Rises (1)

(Neu: Kommentare von CFO Orlopp)

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