COP25: Ein Test für den internationalen Ruf Madrids

Noch vor einem Monat steckte Santiago de Chile mitten in den Vorbereitungen zur Ausrichtung des Weltklimagipfels. Nun ist die Stadt Madrid startklar, um am 2. Dezember die führenden Politiker der Welt zur 25. Weltklimakonferenz zu empfangen.

Der Weltklimagipfel ist ein Test für den internationalen Ruf Madrids

Frühere Gastgeber wie Deutschland, Marokko oder Chile hatten bis zu zwei Jahre Zeit, sich vorzubereiten. Madrid hat es in Rekordzeit geschafft, in weniger als einem Monat. Chiles Präsident Sebastian Piñera hatte die Ausrichtung der Konferenz damals aufgrund andauernder Proteste im Land abgesagt. Am 4. November wurde die spanische Hauptstadt kurzfristig als neuer Standort gewählt.

Die spanische Regierung hatte dafür gekämpft, den wichtigsten Klimagipfel der Welt ausrichten zu können. Der Generalsekretär für internationale Angelegenheiten Jose Manuel Albares gehörte zum Verhandlungsteam: "Der wichtigste Grund war der Wunsch Chiles, dass Spanien es machen soll. Der Gastgeber befand, dass Spanien unter den angebotenen Städten und Ländern die beste Wahl ist. Zweitens war die Tatsache ausschlaggebend, dass wir zur iberoamerikanischen Gemeinschaft gehören. Lateinamerika sollte den Gipfel ausrichten und deshalb war Spanien den Lateinamerikanern am nächsten. Und drittens, das Engagement Spaniens für den Multilateralismus."

25.000 Besucher aus 200 Ländern und 200 Millionen Euro Einnahmen für Madrid

Veranstaltungsort ist das Messegelände. Auf den etwa 100.000 Quadratmetern werden 25.000 Besucher aus 200 Ländern erwartet. Die Veranstaltung findet an einem der längsten Wochenenden des Jahres statt, so dass die Stadt voller Touristen sein wird. Der Weltklimagipfel ist ein Test für die Hauptstadt und für Spanien, aber auch eine Chance für ihren internationalen Ruf.

Die Ausrichtung des Gipfels wird die Stadt zwar rund 50 Millionen Euro kosten, aber rund 200 Millionen Euro einbringen, vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe. Und der Nutzen lässt sich nicht nur finanzell messen, wie Christina Rivero vom Wirtschaftsverband CEOE weiß: "Die Unternehmen machen sich heute Sorgen um ihre eigenen Klimaauswirkungen und darum, wie sie sich den Verbrauchern grüner präsentieren können. Die Menschen wollen heute bei umweltfreundlichen Unternehmen kaufen. Hinsichtlich einer Sensibilisierung der Öffentlichkeit sollten wir die Tatsache feiern, dass der Weltklimagipfel nach Madrid kommt - auch weil er der Stadt eine gute Berichterstattung bringen wird."