COP27: NGO rügt Kairos Einschränkung der Rede- und Versammlungsfreiheit

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Ägypten scharf kritisiert. Das Gastgeber-Land der diesjährigen Weltklimakonferenz habe keine Absichten, seine missbräuchlichen Sicherheitsmaßnahmen zu lockern, sagte Adam Coogle, der bei der Organisation für Nordafrika-Themen zuständig ist.

Das sei bei Ankunft der Konferenz-Teilnehmer klargeworden, und das gelte auch für stark beschnittene Rede- und Versammlungsfreiheit in Ägypten. Bei der COP-27 dürfen Proteste nur zu bestimmten Zeiten und in dafür eigens eingerichteten Zonen stattfinden.

Besonders brisant ist der Fall des ägyptischen Aktivisten Alaa Abdelfattah, der seit fast 10 Jahren in Haft ist. Der 40-Jährige hat nach einem Hungerstreik an diesem Sonntag angefangen, auch auf Wasser zu verzichten. Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm. Die Generalsekretärin von Amnesty international, Agnes Callamard, sagte, es bleiben maximal 72 Stunden, um sein Leben zu retten.

In Scharm el Scheich am Roten Meer beraten Vertreter aus knapp 200 Staaten zwei Wochen lang darüber, wie der Kampf gegen die Erderhitzung verstärkt werden kann. Die Zeit drängt, wie ein am Sonntag vorgestellter Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) zeigt. Unter den rund 110 anreisenden Staats- und Regierungschefs ist neben Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden auch der neue britische Premierminister Rishi Sunak. Am Sonntag waren 44 000 Teilnehmer vor Ort registriert.

Die 27. UN-Klimakonferenz läuft bis zum 22. November.