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Copernicus: Erderwärmung lag erstmals zwölf Monate lang über 1,5 Grad

Die Erderwärmung hat laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus erstmals über einen Zeitraum von zwölf Monaten dauerhaft über 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter gelegen. (Michael Dantas)
Die Erderwärmung hat laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus erstmals über einen Zeitraum von zwölf Monaten dauerhaft über 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter gelegen. (Michael Dantas)

Die Erderwärmung hat laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus erstmals über einen Zeitraum von zwölf Monaten dauerhaft über 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter gelegen. Von Februar 2023 bis Januar 2024 lag die globale Durchschnittstemperatur um 1,52 Grad Celsius über dem Referenzwert im 19. Jahrhundert, wie Copernicus am Donnerstag mitteilte. Mit einer Durchschnittstemperatur von 13,14 Grad Celsius im Januar 2024 wurde zudem für den Monat ein historischer Rekord erreicht.

Um katastrophale Folgen des Klimawandels abzuwenden hatte die Weltgemeinschaft 2015 im Pariser Klimaabkommen vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Im vergangenen Jahr lag die globale Durchschnittstemperatur laut dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus (C3S) 1,48 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau (1850-1900).

Über den Zeitraum Februar 2023 bis Januar 2024 wurde nun die 1,5-Grad-Marke überschritten. "1,5 ist eine sehr große Zahl, und es schadet uns sehr schwer mit Blick auf Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, verstärkte Stürme und Wasserknappheit in der ganzen Welt", sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, der Nachrichtenagentur AFP. "Das hat uns 2023 gelehrt."

"Es ist eindeutig eine Warnung an die Menschheit, dass wir uns schneller als erwartet auf die vereinbarte 1,5-Grad-Grenze zubewegen", sagte Rockström weiter. Die Temperaturen dürften aber wieder etwas sinken, wenn das Wetterphänomen El Niño vorbei sei.

Der vergangene Januar war im Durchschnitt 1,66 Grad wärmer als der Januar-Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900. Es war der achte Monat in Folge, an dem Rekord-Durchschnittstemperaturen für den entsprechenden Monat aufgestellt wurden. Wissenschaftler warnen schon seit langer Zeit vor den Auswirkungen der Erderwärmung, insbesondere eine Zunahme von Wetterextremen und Naturkatastrophen.

"Das Aufeinanderfolgen von sehr heißen Jahren ist eine schlechte Nachricht für die Natur und die Menschen, die die Auswirkungen dieser extremen Jahre spüren", sagte Joeri Rogelj vom Imperial College London zu AFP. "Wenn die globalen Emissionen nicht dringend Richtung null gebracht werden, wird die Welt bald an den Sicherheitslimits vorbeifliegen, die im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart worden waren."

Die Weltklimakonferenz in Dubai hatte sich im Dezember nach zähem Ringen auf eine schrittweise Abkehr von fossilen Energieträgern geeinigt - allerdings ohne Zeitplan und ohne Festschreibung eines kompletten Ausstiegs.

fs/