Corona-gerechtes Feiern: Vatertag in Berlin: „Seien Sie flauschig wie das Einhorn“

Berlin.  Sie versuchen, alles richtig zu machen. Ärger gibt es trotzdem schon nach wenigen Minuten. Kevin (24), Tim (23), Felix (21), Paul(25) und David (25) sind am Vormittag aus Königs Wusterhausen mit der S-Bahn samt Bollerwagen in den Treptower Park gefahren und haben eine Art corona-gerechtes Männerlager aufgebaut. Sie sitzen im Kreis in großen Abständen auf der Wiese, neben sich jeweils Bier, Zigaretten und Schutzmasken.

Auch Desinfektionsmittel liegt bereit. In der Mitte steht, wie der heilige Gral, ein Farbeimer voller Sangria. „Erdbeeren, Himbeeren, Campari, Orangensaft, Sekt“ fasst David das Rezept des Gebräus zusammen. Weil aus einer mitgebrachten Box tiefe Bässe durch den Park wummern, eilt in diesem Moment eine erboste ältere Dame im Joggingdress herbei. „Das hört man zwei Kilometer weit, macht das sofort aus!“

Es gibt eine Diskussion, aber vielleicht weil der Alkoholspiegel am Vormittag noch niedrig ist oder auch weil sich sonst an dem Lärm niemand stört, einigt man sich auf halbe Lautstärke, und die Dame joggt weiter. Polizei oder Ordnungsamt sind nicht zu sehen.

Bierverkauf mit Maske und Gesichtsschutz in der Braumanufaktur Forsthaus Templin in Potsdam. Reto Klar

Vatertag in Berlin, das bedeutet eigentlich: Männergruppen machen sich mit Bollerwagen voller Getränke ins Grüne auf, um sich gute Laune anzutrinken. Seit angeblich mehr als hundert Jahren ist es dasselbe – Christi Himmelfahrt bedeutet in der Hauptstadt Spaß für die einen, aber Herausforderung für die anderen, die die Natur gern ohne Gedrängel und Gegröle genießen möchten. Dieses Jahr hat die Polizei zudem schon i...

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