"In der Corona-Krise handeln wir wie die Affen"

teleschau

Kann uns das Beobachten des Verhaltens von Tieren aus der Corona-Krise führen? Nicht ganz. Dennoch gibt es erstaunliche Parallelen in Sachen Social Distancing, wie Dirk Steffens erklärt.

Seit einigen Wochen befinden sich Menschen nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt im Ausnahmezustand. Sozialer Kontakt ist wegen der Corona-Krise von staatlicher Seite vielerorts drastisch eingeschränkt. So neu das Phänomen des Social Distancing für die Menschheit ist, so altbekannt ist das strikte Vorgehen der sozialen Ausgrenzung in der Tierwelt. "Hinter Social Distancing verbergen sich uralte tierische Instinkte", erklärt Dirk Steffens in einem Video auf der Facebook-Seite der ZDF-Sendung "Terra X". "In der Corona-Krise handeln wir wie die Affen."

Weil sich Infektionskrankheiten beinahe seit Anfang der Evolution immer wieder ausbreiten, hätten sich "biologische Mechanismen zur Eindämmung" entwickelt, so Steffens. Egal ob Schimpansen, Ochsenfrösche, Bienen oder Ameisen - viele Tiere können den Gesundheitszustand von Artgenossen durch Pheromone, also chemische Botenstoffe, eruieren. "Bemerken sie eine Infektion, dann handeln sie manchmal gnadenlos, um eigene Interessen zu wahren oder die ihrer Tiergesellschaft", erläutert der Wissenschaftsjournalist in dem fünfminütigen Clip.

"Genau diese Haltung macht uns stark"

Menschen würden diese Instinkte zwar noch in sich bergen, wie Steffens ausführt, aber: "Wir haben noch eine weitere soziale Fähigkeit entwickelt, die uns davon sehr stark unterscheidet: Das ist der Altruismus, die Selbstlosigkeit." Damit verbunden seien Wesenszüge wie Mitgefühl, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft.

Anschließend an diese speziellen Eigenschaften des Menschen schloss Steffens mit einem Appell: "Genau diese Haltung macht uns stark. Bleibt wachsam, handelt verantwortungsbewusst, haltet Abstand und bleibt gesund."