Corona-Studie: Mindestens ein Drittel der positiv getesteten Kinder zeigt keine Symptome

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Die Rolle, die Kinder bei der Übertragung des Coronavirus spielen, wirft nach wie vor Fragezeichen auf. Nun hat eine kanadische Studie dem bestehenden Datensatz einen wichtigen Baustein hinzugefügt und herausgefunden, welcher Anteil an infizierten Kindern tatsächlich Symptome aufweist.

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Asymptomatische Corona-Träger sind unter Kindern häufiger als unter Erwachsenen (Symbolbild: Getty Images)

Die Zahl dieser asymptomatischen Träger des Virus ist sowohl für Forscher als auch Politiker äußerst relevant, da Öffnung oder Schließungen von Schulen immer wieder diskutiert und entschieden werden müssen.

Bisher konnte man nur mit Schätzungswerten arbeiten, die zwischen 16 und 45 Prozent lagen. Eine Studie aus Kanada gibt nun einen genaueren Wert an als je zuvor: Sie stellte fest, dass etwa ein Drittel aller Kinder, bei denen Covid-19 festgestellt wurde, asymptomatisch waren, also keine der Anzeichen oder Beschwerden der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit aufwiesen.

Die Dunkelziffer ist nach wie vor unklar

Die Studie der Universität von Alberta untersuchte 2400 Kinder, die zwischen April und September 2020 auf das Virus getestet wurden. 35 Prozent davon zeigten keinerlei Symptome.

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Hinzu kommt, dass viele der positiv getesteten Probanden zwar an Husten, Schnupfen und Heiserkeit litten, diese Symptome bei Kindern ohne Covid-19 sogar noch häufiger vorkamen. Andere Infekte könnten also auch hier die Dunkelziffer in die Höhe treiben. Ein Symptom, das bei infizierten Kindern siebenmal häufiger vorkam als bei negativ getesteten war hingegen der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn.

Hygienemaßnahmen dürfen nicht nachlassen

Für den Internisten Dr. Finlay McAlister, Co-Autor der Studie, ist die Schlussfolgerung dennoch die gleiche. “Nur, weil es keine Symptome zeigt, heißt das nicht, dass ein Kind seine Klassenkameraden nicht anstecken könnte”, sagte er der “HuffPost”.

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Schulen haben sich bisher zwar nicht als der Virenherd erwiesen, als der sie zunächst befürchtet wurden, jedoch könne sich das Virus auch dort von einem asymptomatischen Träger ohne Risikopatienten in der Familie an ein Kind übertragen, “dessen Eltern oder Großeltern immunsupprimiert sind”, wie McAlister warnt.

Wie andere Experten mahnt er Schulen und Tagesstätten weiterhin zur größten Vorsicht an. “[Die Ergebnisse der Studie] zeigen die Wichtigkeit des Tragens eines Mundschutzes, der Einhaltung von ausreichendem Abstand und regelmäßigem Händewaschen.”

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