Corona-Mutation: Moderna will Impfstoff an gefährlichere Omicron-Variante anpassen

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Eine Ampulle des Corona-Impfstoffes Moderna steht auf dem Tresen eines Impfbusses im Harz.
Eine Ampulle des Corona-Impfstoffes Moderna steht auf dem Tresen eines Impfbusses im Harz.

Der Impfstoffhersteller Moderna hat bekannt gegeben, dass die Forscher an einer Anpassung des Corona-Impfstoffs an die neue Omicron-Variante arbeiten. Diese neue Mutation der Virus wurde in dieser Woche im Süden von Afrika entdeckt. Das Biotechnologieunternehmen bezeichnet die neue Form des Coronavirus als "besorgniserregend". Die Firma verfolgt eine dreigleisige Strategie.

"Wir haben von Anfang an betont, dass wir bei der Bekämpfung der Pandemie unbedingt proaktiv handeln müssen, wenn sich das Virus weiterentwickelt. Die Mutationen in der Omikron-Variante sind besorgniserregend", sagte Stéphane Bancel, Geschäftsführer von Moderna. Man arbeite bereits seit einigen Tagen daran, so schnell wie möglich eine Strategie zur Bekämpfung dieser Variante zu finden und treibe drei verschiedene Ideen gleichzeitig voran. Die eine Möglichkeit ist eine höher dosierte Auffrischungsimpfung – in einer Dosis des mRNA-Impfstoffes wären dann hundert Mikrogramm Wirkstoff enthalten. "Zweitens untersuchen wir zwei Booster-Kandidaten in der klinischen Entwicklung", sagte Bancel weiter. Diese Auffrisch-Impfstoffe seien darauf ausgelegt, Mutationen, wie sie in der Omikron-Variante aufgetaucht sind, zuvorzukommen. Als drittes Schild gegen eine Corona-Infektion arbeitet man bei Moderna an einer Auffrischimpfung, die speziell gegen die Omikron-Variante wirkt.

Schon in den kommenden Wochen rechnet man im Unternehmen mit verlässlichen Daten. Man sei in der Lage, neue Impfstoff-Kandidaten innerhalb von 60 bis 90 Tagen in die klinische Testphase zu bringen, kündigt der Geschäftsführer von Moderna an.

Münchner Virologin rät schon jetzt zur Auffrischimpfung

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer sprach im "Deutschlandfunk" besorgt über die im Süden Afrikas entdeckte neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer. Selbst für Geimpfte, deren Impfung schon eine Weile her ist, gibt die Virologin keine Entwarnung: Antikörper könnten das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper – das reiche dann aus. Auffrischungsimpfungen können das Immunsystem "hochpushen", sagt Protzer, "dann sollte das wieder ausreichen". Die Münchnerin rät dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, wie den, der gerade bei Moderna entwickelt wird, könne man jetzt noch nicht sagen.

Die Weltgesundheitsorganisation stufte die Omikron-Variante am Freitag als "besorgniserregend" ein. Viele Länder reagierten mit Beschränkungen im Flugverkehr. Auch die Bundesregierung stufte Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho ab Sonntag, 0 Uhr, als Virusvariantengebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitagabend mit.

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