Corona-Pandemie: So soll No Covid gelingen

Jakob Simmank, Corinna Schöps, Zacharias Zacharakis
·Lesedauer: 2 Min.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben konkrete Vorschläge vorgelegt, wie No Covid erreicht werden kann. Wie sinnvoll und machbar sind sie?

Auch Schnelltests sollen helfen, die Pandemie wieder besser in den Griff zu bekommen. © Ole Spata/​plainpicture; Ina Fassbender/​AFP/​Getty Images
Auch Schnelltests sollen helfen, die Pandemie wieder besser in den Griff zu bekommen. © Ole Spata/​plainpicture; Ina Fassbender/​AFP/​Getty Images

Soll es wirklich so weitergehen mit dem Pandemiemanagement in Deutschland? Ohne Perspektive? In weiteren Wellen, mit immer wieder neuen landesweiten Lockdowns? Ohne klar formulierte Ziele?

Viele Deutsche sind nervlich am Ende. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern nachhaltige Pläne, endlich eine stringente Strategie für den Umgang mit dem Virus. So auch eine interdisziplinäre Gruppe um die Virologin Melanie Brinkmann, den Internisten Michael Hallek und den Physiker und Modellierer Michael Meyer-Hermann. Der Name der Strategie ging längst durch die Medien: No Covid. Er ist bewusst gewählt, um sich abzugrenzen von der weit verbreiteten Vorstellung, man könne doch auch mit Inzidenzzahlen um oder über 50 ganz gut klarkommen. Von der Idee, dass man mit diesem Virus tanzen könne, finden die Wissenschaftler, müsse man sich einfach verabschieden.

Dieser Strategiewechsel wäre eine Abkehr von "Flatten the curve" und "Hammer and dance", aus dem ersten Jahr der Pandemie. "Sars-CoV-2 ist leider etwas zu ansteckend, es ist etwas zu tödlich und es lässt Infizierte zu lange unerkannt herumlaufen, als dass diese Wege hier funktionieren würden, das haben wir inzwischen gelernt", sagt der Mediziner Hallek.

Stattdessen, glauben Brinkmann und ihre Mitstreiter, müsse man das Virus zunächst so weit es irgend geht zurückdrängen, und könne dann überall dort Kindergärten, Theater, Shoppingcenter, Sporthallen und Bars öffnen, wo nur noch Infektionen auftreten, deren Ursprung klar ist und die sich sofort beherrschen lassen – ganz so, wie es Neuseeland und Australien längst vormachen. Sind die Zahlen einmal so tief, wie sie es auch bei uns vergangenen Sommer waren, lässt sich das Virus überholen und mit stringentem Handeln kontrollieren. Das könnte landesweite Lockdowns verhindern, die immer dann die letzte Option sind, wenn sich das Virus schon wieder rasend schnell ausbreitet und ein Kollaps der Kliniken droht. Das ewige Herumeiern um eine Reproduktionszahl eins zermürbe, sagte Michael Meyer-Hermann, Systembiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, ein Mitstreiter der Initiative, kürzlich in den Tagesthemen. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Liegt er über eins, steigen die Fallzahlen, liegt er darunter, sinken sie.

Lesen Sie hier weiter!