Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

Mehr als 5,3 Millionen Menschen haben sich mittlerweile weltweit mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt. Alle Informationen des Tages zur Corona-Krise gibt es hier im Liveblog.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)

Das Wichtigste in Kürze:

Für heute beenden wir den Live-Ticker von Yahoo zur weltweiten Entwicklung der Coronavirus-Pandemie. Bis morgen früh können Sie sich auf unserer Nachrichten-Seite weiter informieren. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht und bleiben Sie gesund!

+++ US-Regierung verbietet wegen Coronavirus Einreisen aus Brasilien +++

(24.05.2020, 23:45 Uhr)

Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen. Brasilianer und Ausländer, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem Land aufgehalten haben, dürfen nicht mehr in die USA kommen, wie das Weiße Haus am Sonntag erklärte. Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten.

«Die Maßnahme wird dabei helfen, sicherzustellen, dass Ausländer, die in Brasilien waren, keine Quelle neuer Infektionen in unserem Land werden», erklärte die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany. Der Handel sei von den neuen Beschränkungen nicht betroffen, hieß es weiter. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte Trump bereits einen Einreisestopp für Ausländer aus China, dem europäischen Schengenraum, Großbritannien und Irland verhängt. Auch Reisen über die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie vorübergehend eingeschränkt.

Kayleigh McEnany, Sprecherin des Weißen Hauses, spricht während eines Briefings im James Brady Press Briefing Room des Weißen Hauses mit Reportern. Foto: Alex Brandon / AP / dpa

In Brasilien gab es Daten der US-Universität Johns Hopkins zufolge bis Sonntag (Ortszeit) rund 350.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 22.000 Todesfälle. Das einwohnerstärkste Land Lateinamerikas hat damit in absoluten Zahlen weltweit inzwischen die zweitmeisten Infektionen registriert - mehr gibt es nur in den USA mit gut 1,6 Millionen bekannten Infektionen und knapp 100.000 Todesfällen. (dpa)

+++ Streit um Corona-Regeln: Wirtin und ihre Mutter attackieren Polizei +++

(24.05.2020, 23:35 Uhr)

Im Streit um Corona-Regeln haben eine Augsburger Wirtin und ihre Mutter Polizisten attackiert - verbal und körperlich. Während des Einsatzes habe sich ein Teil einer Menschenmenge vor dem Lokal mit der Gastwirtin solidarisiert und die Einsatzkräfte bedrängt, hieß es weiter in der Mitteilung der Augsburger Polizei, und: «Sie skandierten lautstark den Namen des Lokals und warfen Plastikbecher auf die Einsatzkräfte.»

Die Wirtin und ihre Mutter wurden leicht verletzt: Sie erlitten Atemreizungen wegen des Einsatzes von Pfefferspray. Vier Polizeibeamte wurden den Angaben zufolge durch den Widerstand der beiden Frauen durch Schläge, Kratzer und Bisse verletzt. Drei von Ihnen waren nicht mehr dienstfähig. Der Ordnungsdienst der Stadt Augsburg ordnete die Einstellung des Barbetriebs an.

Der Vorfall ereignete sich am späten Freitagabend. Der Ordnungsdienst hatte der Mitteilung zufolge in dem Lokal Lärmbelästigung und Verstöße im Rahmen des Ausschankes festgestellt und die Polizei gerufen. Auf die Verstöße hingewiesen, zeigte sich die 30-jährige Lokalbetreiberin demnach uneinsichtig.

Eine Polizistin habe versucht, die Wirtin und ihre anwesende Mutter «hinsichtlich der Verstöße zu sensibilisieren, als plötzlich eine der beiden Frauen unvermittelt der Beamtin ins Gesicht schlug». Als sich die Beamtin aus der Lage befreien wollte, ging laut Polizei auch noch die andere Frau körperlich auf sie los. Daraufhin wurden die beiden Frauen von den Einsatzkräften zu Boden gebracht. (dpa)

+++ Lufthansa-Rettung: Gegen Bund wird faktisch nichts entschieden +++

(24.05.2020, 22:55 Uhr)

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, sieht die Mitsprachemöglichkeit des Staates nach einem Einstieg bei der Lufthansa auch ohne Sperrminorität gesichert. «Wenn Sie es genau anschauen, werden Sie sehen - es wird ja dann publik werden - dass der Staat der Kerninvestor ist», sagte Schneider am Sonntagabend im «Heute Journal» des ZDF. «Es wird de facto gegen den Hauptaktionär, und das ist der Ankerinvestor Bund, wird nichts entschieden.» Schneider sagte, die Verhandlungen liefen noch. «Ich gehe davon aus, dass wir wahrscheinlich (...) heute Nacht noch eine Einigung bekommen.»

Eingemottete Passagiermaschinen der Lufthansa stehen am Rande der Rollbahn auf dem Flughafen. Die infolge der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schieflage geratene Lufthansa soll mit Staatshilfe gerettet werden. Neun Milliarden Euro Staatshilfe sollen der Lufthansa durch die Corona-Krise helfen. Foto: Boris Roessler / dpa

Eine Einigung über das geplante milliardenschwere staatliche Rettungspaket für die Lufthansa hatte sich zuletzt verzögert. Der grobe politische Rahmen für Kredite und Staatseinstieg im Gesamtvolumen von neun Milliarden Euro steht seit Mittwoch. Neben Krediten und stillen Einlagen will sich der Bund mit 20 Prozent direkt an der Airline beteiligen. Dies läge unterhalb der Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten. Geplant ist außerdem eine sogenannte Wandelschuldverschreibung im Wert von fünf Prozent plus einer Aktie. Diese Anleihe könnte jederzeit in Stammaktien umgewandelt werden, etwa um die Lufthansa im Notfall vor einer feindlichen Übernahme zu schützen.

Schneider sagte: «Es ist auch nicht unser Ziel, Staatsinvestor zu sein». «Es geht darum, die Lufthansa, die Arbeitsplätze und die kritische Infrastruktur für Deutschland zu erhalten, und vor allen Dingen aber auch kein Geld zu verlieren.» (dpa)

+++ Auch bei guter Corona-Tendenz bleibt Infektions-Gefahr bestehen +++

(24.05.2020, 22:35 Uhr)

Mehrere Bundesländer haben seit Mitte März schon einzelne Tage ohne Neuinfektionen mit dem Corona-Virus gemeldet. So waren es etwa in Mecklenburg-Vorpommern fünf Tage, vier davon seit Donnerstag. In Sachsen Anhalt gab es drei Tage ohne gemeldete Neuinfektion, in Schleswig-Holstein zwei und in und Hamburg einen. Oft lagen solche Tage jedoch an Wochenenden, an denen stets vergleichsweise wenige Infektionen gemeldet werden.

Bundesweit geht die Zahl der neuen registrierten Corona-Infizierten seit Wochen tendenziell zurück. Dennoch gibt es weiterhin viele bestehende Krankheitsfälle und Experten gehen auch weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. (dpa)

Lesen Sie hier, wieso es weiterhin schnell zu einem Covid-19-Ausbruch kommen kann.

+++ Regeln befolgt? Infizierte nach Gottesdienst und Restaurantbesuch +++

(24.05.2020, 22:15 Uhr)

Sicherheitsabstand beim Restaurantbesuch und Desinfektionsspender im Gottesdienst: In der Theorie klingen die Verhaltensregeln nach den Corona-Lockerungen klar und eindeutig. Doch wie werden sie in der Praxis umgesetzt? Nach zwei Zusammenkünften haben sich in Hessen und Niedersachsen Dutzende Menschen infiziert. Im Kreis Leer nach dem Besuch einer Gaststätte, in Frankfurt am Main nach einem Gottesdienst. (dpa)

Lesen Sie hier: Lagen die beiden Ausbrüche am laxen Umgang mit den Corona-Regeln?

+++ Berliner Kliniken könnten Moskauer Corona-Patienten behandeln +++

(24.05.2020, 22:00 Uhr)

Michael Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister. Foto: Britta Pedersen / dpa-Zentralbild / dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat der Partnerstadt Moskau angeboten, Corona-Patienten in Berliner Krankenhäusern zu behandeln. «Zusammen mit der Charité hatten wir Italien ein Angebot gemacht, das letztlich nicht angenommen werden musste. Stattdessen nahm unsere Uniklinik Patienten aus Frankreich auf, wofür sich Präsident Emmanuel Macron vor einigen Tagen per Brief bei uns bedankte», sagte Müller dem «Tagesspiegel». «Wir wollen gern weiter helfen, wenn unsere Kliniken dafür Möglichkeiten sehen. Auch unserer Partnerstadt Moskau habe ich ein Angebot übermittelt.» Bislang habe es keine Reaktion gegeben. (dpa)

+++ Offizieller Beamten-Account kritisiert Boris Johnson harsch +++

(24.05.2020, 21:50 Uhr)

Eine ungewöhnlich kritische Bemerkung über Premierminister Boris Johnson vom offiziellen Account der britischen Berufsbeamten (Civil Service) hat am Sonntag in sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Darin hieß es: «Arrogant und beleidigend. Können Sie sich vorstellen, wie es ist, mit diesen Wahrheitsverdrehern zusammenzuarbeiten?»

Wer die Nachricht geschrieben hatte, war zunächst unklar. Sie bezog sich offenbar auf eine Pressekonferenz, bei der Johnson seinen umstrittenen Berater Dominic Cummings gegen Vorwürfe verteidigte, die Lockdown-Regeln des Landes verletzt zu haben. Medien hatten zuvor berichtet, dass Cummings Ende März mit seiner an Covid-19 erkrankten Frau und seinem Sohn quer durchs Land zu seinen Eltern gefahren war, um dort in Selbstisolation zu gehen. Von allen Seiten hagelte es daraufhin Rücktrittsforderungen. Doch Johnson hielt an Cummings fest.

Stattdessen kündigte die Regierung an, dem kritischen Tweet nachzugehen. «Ein nicht autorisierter Tweet wurde heute Abend von einem Regierungskanal gesendet. Die Nachricht wurde entfernt und wir untersuchen die Angelegenheit.» Doch damit handelte sie sich noch mehr Spott ein. Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling antwortete darauf: «Wenn Sie rausgefunden haben, wer es war, lassen Sie es uns wissen, ich will denen ein Jahresgehalt geben.» Ex-Fußballstar und BBC-Moderator Gary Lineker twitterte: «Eine nicht autorisierte Reise wurde von einem Regierungsberater unternommen. Der Berater wird nicht entfernt und wir untersuchen die Angelegenheit nicht.» (dpa)

Lesen Sie hier mehr über den Mann, der die Krise ausgelöst hat: Dominic Cummings.

+++ Wünsch-Dir-Was beim Corona-Konjunkturpaket: eine Übersicht +++

(24.05.2020, 21:40 Uhr)

Es ist ein wenig wie auf dem Jahrmarkt: Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Die Bundesregierung will nach Pfingsten ein Konjunkturpaket beschließen, damit die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Gang kommt. Sie wird Milliarden verteilen müssen - schon wenn sie auch nur einen Bruchteil der vielen Wünsche erfüllen will. Die Koalition streitet schon jetzt, was das Ganze kosten darf. Die zentrale Frage: Wann ist der Staat überfordert? «Freibier für alle» sei jedenfalls nicht drin, mahnte am Wochenende der Chef der «Wirtschaftweisen», Lars P. Feld. (dpa)

Lesen Sie hier einen Überblick über Vorschläge und Wünsche aus Politik und Wirtschaft.

+++ UK: Cummings Lockdown-Affäre bringt Regierung ins Schwitzen +++

(24.05.2020, 21:30 Uhr)

Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Sonntag versucht, einen Strich unter die Affäre wegen angeblicher Lockdown-Verstöße seines Chefberaters Dominic Cummings zu ziehen. Der Premier stellte sich demonstrativ hinter den umstrittenen Berater. Nach einem ausführlichen Gespräch sei er zu dem Schluss gekommen, dass Cummings «den Instinkten eines jedes Vaters gefolgt» sei, sagte Johnson bei einer Pressekonferenz. Cummings habe «in jeder Hinsicht verantwortlich, legal und mit Integrität» gehandelt, so der Regierungschef.

Zuvor war nicht nur von der Opposition, sondern auch aus den eigenen Reihen der Druck auf Cummings gestiegen, wegen der angeblichen Verstöße zurückzutreten. Dem Wahlkampfstrategen wird vorgeworfen, mit einer Reise von London zu Familienangehörigen ins rund 430 Kilometer entfernte Durham Ende März die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie umgangen zu haben. Cummings gab an, er habe keine andere Möglichkeit gehabt, die Betreuung seines vier Jahre alten Sohns sicherzustellen. Berichten zufolge reiste er sogar mindestens zwei Mal dorthin. Das bestreitet die Regierung jedoch. (dpa)

Lesen Sie hier mehr zu den Entwicklungen und Vorwürfen in Großbritannien.

+++ Dänemark erlaubt Urlaubertransit mit Fähre von und nach Sylt +++

(24.05.2020, 21:20 Uhr)

Deutsche Urlauber können wieder mit der Syltfähre via Dänemark auf die Insel fahren. Dänemark erlaube Fährpassagieren ab sofort wieder das Passieren der deutsch-dänischen Grenze, teilte Tim Kunstmann, Geschäftsführer der Rømø-Sylt Linie, am Sonntagabend mit. Voraussetzung sei eine Buchungsbestätigung der Syltfähre und der Unterkunft beziehungsweise des Campingplatzes auf Sylt. Dänemark dürfe nur Transitland sein.

Die Syltfähre wird ab Mittwoch (27. Mai) wieder zusätzlich zwei Fähren einsetzen und somit zum anstehenden Pfingst-Wochenende bis zu 30 tägliche Abfahrten anbieten. Die Fahrten mit «SyltExpress» und «RömöExpress» seien ab sofort buchbar. Wegen der Corona-Epidemie dürften die Fahrgäste während der Überfahrt im Fahrzeug auf dem Wagendeck sitzen bleiben, wenn sie wollen, so Kunstmann weiter.

Geplant war der tägliche Einsatz von zwei Fähren ursprünglich ab 30. April. Die Schließung der deutsch-dänischen Grenze am 14. März sowie der Nordseeinseln ab dem 16. März im Zuge der Pandemie haben die Pläne der Syltfähre jedoch vereitelt. Seither fuhr nur ein Schiff mit reduziertem Fahrplan. Es nahm Versorgungsfahrzeuge etwa für die Supermärkte auf Sylt mit. (dpa)

+++ Hotels und Ferienwohnungen öffnen in einigen Bundesländern +++

(24.05.2020, 21:10 Uhr)

Die coronabedingten Regelungen für die Tourismusbranche werden in weiteren Bundesländern gelockert. Am Montag können Inlandsurlauber dann etwa wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen, in Brandenburg, Berlin und Niedersachsen empfangen Ferienwohnungen und Hotels wieder Gäste. Zuvor hatte das teilweise nur für Menschen aus dem Bundesland selbst oder - etwa in Brandenburg - nur für Ferienwohnungen gegolten.

Mecklenburg-Vorpommern, Ahlbeck: Leere Balkons am geschlossenen Hotel "Ahlbecker Hof" im Seebad an der Ostseeküste. Von Montag an wird sich das ändern: Dann dürfen wieder Urlauber aus ganz Deutschland nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Foto: Stefan Sauer / dpa-Zentralbild / dpa

In Mecklenburg-Vorpommern hatte bisher eine Einreisesperre für Menschen aus anderen Bundesländern gegolten. Wer nun in den Nordosten reisen will, muss aber eine Buchung vorweisen können. Für Tagestouristen bleiben die Landesgrenzen weiter dicht. (dpa)

+++ Trump geht wieder golfen - Kritik von Demokraten +++

(24.05.2020, 19:40 Uhr. Update: 21:00 Uhr)

Nach langer Pause wegen der Corona-Pandemie ist US-Präsident Donald Trump am Wochenende wieder golfen gegangen - inmitten der Bemühungen, das Land wieder zu etwas Normalität zurückzubringen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag besuchte Trump einen seiner Golfclubs unweit der Hauptstadt Washington. Seine Gegner reagierten darauf mit Kritik.

Trumps voraussichtlicher Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, Joe Biden, etwa schrieb am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter, fast 100.000 Menschen in den USA seien durch die Pandemie ums Leben gekommen, viele Millionen hätten ihren Job verloren - und der Präsident verbringe den Tag beim Golfen. (dpa)

Lesen Sie hier, wie weitere Reaktionen auf Trumps Tag auf dem Golfplatz ausfielen.

+++ Altmaier für Schulden-Obergrenze - aber nicht kategorisch +++

(24.05.2020, 20:50 Uhr)

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) unterstützt die von CSU-Chef Markus Söder ins Spiel gebrachte Schulden-Obergrenze - will sie aber nicht zu kategorisch verstehen. «Ich glaube, mit 100 Milliarden kann man schon sehr viel machen», sagte Altmaier am Sonntagabend bei «Berlin direkt» im ZDF. Er sei dafür, dieses Ziel einzuhalten. «Und wenn es dann um eine besonders wichtige Maßnahme geht für die bayerischen Landwirte oder Gaststätten, dann wird auch Markus Söder kein Veto einlegen», fügte Altmaier hinzu.

Der bayerische Ministerpräsident Söder hatte gefordert, der Bund dürfe für das geplante Konjunkturpaket zum Abschub der Wirtschaft nach der Corona-Krise maximal 100 Milliarden weitere Schulden aufnehmen. Das Programm soll Anfang Juni in der Koalition beschlossen werden. (dpa)

+++ FDP-Chef plädiert für regional unterschiedliche Corona-Regeln +++

(24.05.2020, 20:40 Uhr)

FDP-Chef Christian Lindner hat sich für ein regional unterschiedliches Vorgehen gegen das Coronavirus ausgesprochen. In einer Region ohne Neuinfektionen müssten andere Regeln gelten als an Orten mit stärkerem Infektionsgeschehen, sagte Lindner am Sonntag bei «Bild Live». Über die Ausgestaltung der Maßnahmen müsse aber unter Einbeziehung von Experten entschieden und sorgfältig diskutiert werden.

Die geplante Lockerung der Corona-Auflagen in Thüringen wollte Lindner vorerst nicht kommentieren, sondern die Diskussion «erstmal unseren Fachpolitikern überlassen».

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten. Damit würden die bisherigen Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen wegfallen. Im Gespräch ist, dass an die Stelle landesweiter Vorgaben lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Über Ramelows Vorschlag soll das Thüringer Landeskabinett am Dienstag beraten. (dpa)

+++ Corona in Südafrika: Präsident möchte Alkoholverbot lockern +++

(24.05.2020, 20:30 Uhr)

Nach einem wochenlangen Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen in Südafrika will Präsident Cyril Ramaphosa diese Regelung nun lockern. Anfang Juni würden die landesweiten Corona-Restriktionen von der bestehenden Stufe vier auf das Niveau drei zurückgestuft, sagte Ramaphosa am Sonntagabend in einer Rede an die Nation. Damit werde der Alkohol für den Konsum zu Hause wieder erlaubt. Allerdings werde der Verkauf nur unter strengen Auflagen zu bestimmten Zeiten erlaubt sein. Weitere Details dazu sollten zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden, sagte er. Der Verkauf von Tabakwaren bleibe wegen der Gesundheitsrisiken weiterhin verboten.

Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie galt als eine der strengsten weltweit - verboten waren selbst Jogging- oder Gassigeh-Runden. In dem Land wurden laut Ramaphosa bislang mehr als 22.500 Fälle von Covid-19 bestätigt. (dpa)

+++ Bund will Lufthansa-Anteile nur bei Übernahmeversuch aufstocken +++

(24.05.2020, 20:20 Uhr)

Der Bund will seine Anteile nach einem Einstieg bei der Lufthansa nur dann über die Sperrminorität heben, wenn eine Übernahme aus dem Ausland droht. Das sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Sonntagabend in der Sendung «Berlin direkt» des ZDF. «Nur wenn es darum geht, Übernahmeversuche zu verhindern», antwortete er auf die Frage, wann man auf 25 Prozent plus eine Aktie aufstocken werde.

Eine Einigung über das geplante milliardenschwere staatliche Rettungspaket wegen der Corona-Krise steht allerdings weiter aus. Der Rettungsplan sieht Steuergelder von insgesamt neun Milliarden Euro vor. Der Bund will sich mit vorerst 20 Prozent an der Airline beteiligen. Dies läge unterhalb der Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten. Geplant ist zusätzlich aber eine Wandelschuldverschreibung im Wert von fünf Prozent plus einer Aktie.

Auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) betonte im «Bericht aus Berlin» der ARD, der Bund werde sicherstellen, dass er notfalls eine ausreichende Sperrminorität gegen Übernahmeversuche habe. Altmaier versicherte, die Staatsbeteiligung sei nur vorübergehend. «Sobald die Lufthansa wieder in der Gewinnzone ist, müssen diese Gelder zurückgezahlt werden», sagte er. Das könne aber einige Jahre dauern.

+++ Tschechien öffnet Restaurants, Cafés, Hotels und Schwimmbäder +++

(24.05.2020, 20:15 Uhr)

In Tschechien tritt am Montag die nächste große Lockerungswelle bei den Corona-Maßnahmen in Kraft. Restaurants, Bars und Cafés dürfen ihre Innenräume öffnen. Auch Hotels und Pensionen sowie Hallen- und Freibäder öffnen wieder ihre Tore. Burgen und Schlösser heißen Besucher willkommen. Grünes Licht bekommen Sportveranstaltungen mit insgesamt bis zu 300 Teilnehmern und Zuschauern. In allen Fällen gelten besondere Hygieneregeln.

Im östlichen Bezirk Karvina bleiben einige Maßnahmen wie ein Besuchsverbot in Krankenhäusern länger als im Rest des Landes bestehen. Das gab Gesundheitsminister Adam Vojtech am Sonntag bekannt. Grund sei ein großer Infektionsherd in dem Steinkohlebergwerk Darkov. Unter den dort arbeitenden Bergleuten und ihren Familienangehörigen wurden bisher 212 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Für ausländische Touristen gilt derzeit noch ein Einreisestopp nach Tschechien. Ein festes Datum für die Wiedereröffnung der Grenze zu Deutschland steht noch nicht fest, dies könnte aber nach früheren Aussagen der Regierung bereits Mitte Juni geschehen. In Tschechien waren bis Sonntagabend 8932 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 315 Menschen starben. (dpa)

+++ Deutschland: mehr als 178.500 Corona-Nachweise - über 8250 Tote +++

(24.05.2020, 20:10 Uhr)

Bundesweit sind bis Sonntagabend mehr als 178.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: über 178.100 Infektionen). Mindestens 8252 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: mindestens 8229). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 0,94 (Datenstand 24.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 24.5. 0.00 Uhr) bei 0,93. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 160.300 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 46.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2391 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 37.200 Fällen und mindestens 1562 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.390 bestätigten Fällen und mindestens 1697 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 355,6 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 214,8. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. (dpa)

+++ Mindestens 107 Infektionen nach Gottesdienst-Besuch +++

(24.05.2020, 19:20 Uhr)

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mindestens 107 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Sonntag in Wiesbaden mit. Die Menschen lebten in Frankfurt und drei hessischen Landkreisen. Der Gottesdienst war bereits vor rund zwei Wochen. Zunächst war von mehr als 40 Infizierten die Rede gewesen.(dpa)

+++ Scholz ärgert sich über Forderung nach Schulden-Obergrenze +++

(24.05.2020, 19:00 Uhr)

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) lehnt eine konkrete Obergrenze für die Aufnahme neuer Schulden in der Corona-Krise ab. «Ich bin sehr vorsichtig, solche Summen zu sagen - und ich bin auch nicht froh darüber, dass jetzt überall jeder mit großen Summen durch die Gegend läuft», sagte Scholz am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin». Ein Konjunkturprogramm sei nötig. Dabei müsse man aber zuerst auf die drängenden Probleme schauen «und nicht erstmal große Summen nennen und sich dann ausdenken, welche Probleme man denn damit gerne lösen möchte».

Die Bundesregierung will Anfang Juni ein Konjunkturprogramm beschließen. CSU-Chef Markus Söder hatte gefordert, dass der Bund dafür in diesem Jahr noch maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufnehmen darf, um den Staat nicht zu ruinieren.

Scholz warb erneut für seinen Plan, dass Bund und Länder die Altschulden überschuldeter Kommunen übernehmen. Das sei für den Bund «eine überschaubare Belastung», sagte der Vizekanzler. Für die Schulden seien derzeit nur sehr geringe Zinsen von weit unter einer Milliarde Euro zu zahlen. «Wir helfen im Augenblick vielen großen Industrieunternehmen, milliardenschwer. Wir sorgen dafür, dass Europa funktioniert. Dann müssen wir auch dafür sorgen, dass unsere Kommunen funktionieren.»(dpa)

+++ Mittlerweile 18 Corona-Fälle nach Restaurantbesuch in Ostfriesland +++

(24.05.2020, 18:52 Uhr)

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen nach einem Restaurantbesuch in Ostfriesland ist auf 18 gestiegen. Im Laufe des Sonntags kamen sieben bestätigte Fälle hinzu, wie der Landkreis Leer am Abend mitteilte. Unter den Infizierten seien 14 Menschen, die am 15. Mai bei der Wiedereröffnung des Restaurants in geschlossener Gesellschaft dabei waren. Vier weitere Menschen hätten sich in der Folge angesteckt. Insgesamt sei für 118 Menschen häusliche Quarantäne angeordnet worden.

Eine Befragung der Gäste, die am 15. Mai im Restaurant waren, habe zudem «Indizien geliefert, dass an dem Abend möglicherweise gegen Corona-Auflagen verstoßen wurde», hieß es vom Landkreis. Diesen Hinweisen werde in einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren nachgegangen, einschließlich einer Anhörung des Betreibers.

Der Inhaber des betroffenen Restaurants in Moormerland hatte am Samstag gesagt, er wisse nicht, ob sich das Virus am 15. Mai beim Eröffnungsabend seines Lokals verbreitet habe. Es sei auch möglich, dass sich die Menschen vor oder nach dem Abend infiziert hätten.(dpa)

+++ 23 Corona-Infektionen in Düsseldorfer Pflegeheim +++

(24.05.2020, 18:50 Uhr)

In einem Senioren- und Pflegeheim in Düsseldorf sind 23 Bewohner positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Bislang sei nur eine Bewohnerin in eine Klinik eingeliefert worden, die anderen seien zurzeit symptomfrei, teilte die Stadt am Sonntag mit. Sie blieben in der Pflegeeinrichtung in Quarantäne. Insgesamt lebten mehr als 100 Menschen in der Einrichtung im Stadtteil Benrath, hieß es.

Das Gesundheitsamt hatte alle Bewohner getestet, nachdem das Coronavirus bei einem Mitarbeiter nachgewiesen worden war. Besuch darf nun nicht mehr empfangen werden, Mitarbeiter müssen Masken mit hoher Schutzstufe tragen.(dpa)

+++ Saisonmitarbeiter dürfen bis Mitte Juni einreisen +++

(24.05.2020, 18:42 Uhr)

Ausländische Saisonarbeitskräfte für die Landwirtschaft dürfen noch länger nach Deutschland einreisen als bislang geplant. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe sich mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) «auf die Fortführung der bestehenden Regelung für die Einreise ausländischer Saisonarbeitskräfte bis zum 15. Juni geeinigt», teilte das Landwirtschaftsministerium in Berlin am Sonntag mit. Das Konzept wäre Ende Mai ausgelaufen.

Die Auflagen für den Gesundheits-, Arbeits- und Infektionsschutz blieben bestehen, ebenso wie das Kontingent von insgesamt 80 000 Arbeitskräften, hieß es weiter. Dieses sei aktuell nicht ausgeschöpft, bislang seien nur 33 000 Saisonarbeiter eingereist.(dpa)

+++ USA planen Reisebeschränkungen für Brasilien +++

(24.05.2020, 18:15 Uhr)

Die USA wollen wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien voraussichtlich Einreisebeschränkungen für das südamerikanische Land verhängen. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Robert O'Brien, sagte am Sonntag dem Fernsehsender CBS, er rechne mit einer Entscheidung dazu noch im Laufe des Tages. «Wir hoffen, dass das vorübergehend sein wird», sagte er und verwies auf ähnliche, bereits erlassene Einreiseverbote mit Blick auf den Schengen-Raum und China. «Wegen der Lage in Brasilien werden wir alles Notwendige unternehmen, um das amerikanische Volk zu schützen», versicherte er.

Zunächst sei ein solcher Schritt nur mit Blick auf Brasilien geplant. Man werde die Lage in anderen lateinamerikanischen Staaten allerdings ebenso von Land zu Land betrachten.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte Trump bereits einen Einreisestopp für Ausländer aus China, dem Schengenraum, Großbritannien und Irland verhängt. Auch Reisen über die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie vorübergehend eingeschränkt.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus war in Brasilien zuletzt kräftig gestiegen. Das einwohnerstärkste Land Lateinamerikas liegt hier in absoluten Zahlen weltweit inzwischen an Platz zwei - hinter den USA.(dpa)

+++ Viel weniger Menschen bei Corona-Demos +++

(24.05.2020, 18:10 Uhr)

Erneut gehen in vielen deutschen Städten Kritiker der Corona-Regeln auf die Straße. Die Teilnehmerzahlen sind jedoch deutlich niedriger als erwartet. Das liegt zumindest teilweise am Wetter.(dpa)

Mehr dazu finden Sie hier.

+++ SPD kritisiert Lockerungen in Thüringen +++

(24.05.2020, 17:39 Uhr)

SPD-Chefin Saskia Esken hat die geplante Lockerung der Corona-Auflagen in Thüringen kritisiert. «Der Übergang von Ver- zu Geboten in Thüringen klingt verlockend, zumal die Corona-Statistik eine positive Entwicklung zeigt», sagte sie der «Welt». Zugleich aber seien aktuelle Berichte über Verstöße gegen das Abstandsgebot beunruhigend. «Menschen brauchen offenbar weiterhin Klarheit, Sicherheit und Orientierung durch überregionale Regeln wie zur Hygiene, zum Abstandhalten und zur Eingrenzung naher Kontakte», sagte Esken. Nicht alle gingen verantwortlich mit neuen Freiheiten um.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten. Damit würden die bisherigen Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen wegfallen. Auch die SPD-Bundestagsfraktion lehnte das am Sonntag strikt ab. «Ich halte die Strategie des Landes Thüringen für gefährlich», sagte Fraktionsvize Bärbel Bas der «Welt». Ramelow verlagere die Verantwortung auf die einzelne Kommune.

Auch die Unionsfraktion zeigte sich kritisch. Ramelow setze sehr früh allein auf Selbstverantwortung und lokal begrenzte Maßnahmen, sagte Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) der Zeitung. «Der Wunsch, schnell in die Norm(dpa)alität zurückzukehren, ist nachvollziehbar, aber auch gefährlich.» Die Kontrolle über das Infektionsgeschehen könne sehr schnell wieder entgleiten, wenn Lockerungen zu forsch angegangen würden.

+++ Nach Kritik an Berater: Johnson leitet Pressekonferenz +++

(24.05.2020, 17:30 Uhr)

Der britische Premierminister Boris Johnson will nach heftiger Kritik an seinem Chefberater Dominic Cummings noch am Sonntag vor die Presse treten. Das teilte der Londoner Regierungssitz Downing Street am Nachmittag mit. Johnson werde um 18 Uhr (MESZ) das tägliche Briefing zur Lage im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie leiten.

Zuvor war auch aus den eigenen Reihen der Druck auf Cummings gestiegen, wegen angeblicher Verstöße gegen die Lockdown-Regeln von seinem Posten zurückzutreten. Johnson hatte seinem wichtigsten Berater noch am Samstagabend «volle Unterstützung» zugesagt. Seitdem wurden jedoch neue Vorwürfe bekannt. Dem Wahlkampfstrategen Cummings wird vorgeworfen, mit einer Reise von London zu seinen Eltern ins rund 430 Kilometer entfernte Durham Ende März gegen die Lockdown-Regeln der eigenen Regierung verstoßen zu haben. Jüngsten Berichten zufolge reiste er sogar mindestens zwei Mal dorthin. Das bestreitet die Regierung jedoch.

Die Debatte hatte am Wochenende das Nachrichtengeschehen in dem Land dominiert. Cummings bestand darauf, «vernünftig und legal» gehandelt zu haben. Er habe die Betreuung für seinen Sohn sicherstellen wollen, weil seine Frau an Covid-19 erkrankt gewesen sei und er selbst auch mit einer Ansteckung habe rechnen müssen. Er erkrankte nach eigener Darstellung kurz nach seiner Ankunft in Durham. Gemäß den Richtlinien der Regierung waren zu diesem Zeitpunkt Reisen nur bei zwingenden Gründen erlaubt. Trotzdem verteidigte die Regierung das Vorgehen Cummings' als gerechtfertigt. Es sei um das Wohl des Kindes gegangen.(dpa)

+++ Bielefeld: Teilnehmer von Corona-Demo auf Heimweg attackiert +++

(24.05.2020, 17:00 Uhr)

Nach einer Attacke auf zwei Teilnehmer auf dem Heimweg von einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen in Bielefeld ermittelt der Staatsschutz. Wegen der Nähe zur Kundgebung könne ein politisches Motiv der Angreifer nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Den Angaben zufolge wurden die beiden 54-Jährigen am Samstag von vier oder fünf Männern angegriffen und verletzt. Einer der beiden sei am Boden liegend getreten worden. Er kam in ein Krankenhaus, konnte es nach der Behandlung aber wieder verlassen. Die sofort eingeleitete Fahndung nach den unbekannten Angreifern sei bislang erfolglos verlaufen.(dpa)

+++ Österreichs Bundespräsident nach Sperrstunde in Wien erwischt +++

(24.05.2020, 16:11 Uhr)

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer sind nach der Corona-Sperrstunde in einem Lokal in Wien von der Polizei erwischt worden. Van der Bellen bestätigte der «Kronen Zeitung» den Vorfall am Sonntag und entschuldigte sich. Er habe sich «verplaudert und leider die Zeit übersehen». Auch die Polizei bestätigte, dass der Bundespräsident bei einer Kontrolle in der Wiener Innenstadt in einem Gastgarten angetroffen wurde. Laut der «Kronen Zeitung» hatten Van der Bellen und seine Frau noch Getränke auf dem Tisch, als das Lokal gegen 0.20 Uhr kontrolliert wurde.

In Österreich dürfen Restaurants, Lokale und Bars aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur bis 23 Uhr öffnen. Für den Wirt könnte der Vorfall daher teure Folgen haben. Das Covid-19-Maßnahmengesetz sieht für den Betrieb nach 23 Uhr Strafen von bis zu 30 000 Euro vor. Offiziell war das Lokal aber wohl bereits geschlossen.

Bundespräsident Van der Bellen selbst zeigte sich am Sonntag reumütig. «Das tut mir aufrichtig leid. Es war ein Fehler», sagte er der «Kronen Zeitung».(dpa)

+++ Papst segnet wieder Pilger auf dem Petersplatz +++

(24.05.2020, 16:04 Uhr)

Erstmals seit der Aufhebung der Corona-Beschränkungen in Italien hat der Papst seinen Sonntagssegen wieder vor Pilgern erteilt, die auf dem Petersplatz standen. Der Platz vor dem Petersdom war seit März gesperrt gewesen und erst am Montag wieder geöffnet worden.

Der 83-jährige Franziskus hatte zunächst sein Mittagsgebet in der Bibliothek des Apostolischen Palastes gesprochen. Es wurde unter anderem zu den Menschen draußen übertragen. Danach trat das katholische Kirchenoberhaupt ans Fenster des Palastes und segnete die Gläubigen aus großer Entfernung.

Auf dem Platz waren nur recht wenige Menschen zugelassen. Sie mussten zum Schutz vor Ansteckung mit dem Virus größeren Abstand voneinander halten. In Italien waren am 18. Mai viele Beschränkungen gefallen, die beim Lockdown vom 10. März verhängt worden waren. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.(dpa)

+++ BA-Chef: Kurzarbeit könnte 2020 über 30 Milliarden Euro kosten +++

(24.05.2020, 15:32 Uhr)

Bis zum Ende des Jahres könnten laut Bundesagentur für Arbeit die Kosten für Kurzarbeit mehr als 30 Milliarden Euro betragen. «Der Bund müsste dann aushelfen», sagte BA-Chef Detlef Scheele dem «Tagesspiegel» (Montag). Ausgezahlt habe die BA bislang zwar lediglich 2,5 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld. Dies liege allerdings daran, dass viele Unternehmen noch nicht abgerechnet hätten.

Insgesamt ist in der Corona-Krise für mehr als zehn Millionen Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit angemeldet worden. Die Nürnberger Behörde geht aber davon aus, dass am Ende nicht alle Personen, für die ein Antrag gestellt wurde, tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen.

Zwar hat die BA derzeit Rücklagen in Milliardenhöhe - ob diese jedoch ausreichen, um die Folgen der Corona-Pandemie für den Arbeitsmarkt abzufedern, ist ungewiss. (dpa)

+++ Mallorca und andere Regionen Spaniens öffnen wieder die Strände +++

(24.05.2020, 15:09 Uhr)

«Vamos a la playa!» - «Auf zum Strand!», dürfen die Spanier jetzt im Sinne des alten, auch in Deutschland vielgehörten Sommerhits von 1983 wieder rufen - oder singen. Nach einer mehr als zweimonatigen Zwangsschließung wegen der Corona-Pandemie werden am Montag auf Mallorca, den restlichen Balearen-Inseln, den Kanaren und auch in zahlreichen Küstenregionen des Landes alle Strände wieder geöffnet. Rund 14 Millionen Menschen dürfen sich dann wieder am Strand sonnen und auch im Meer baden.

In den Genuss kommen aber lediglich die Bewohner jener Provinzen, die die Auflagen zum Eintritt in die sogenannte «Phase 2» des Exitplans der Zentralregierung erfüllen. Bisher, in «Phase 1», durfte man zum Beispiel auf Mallorca am Strand nur spazieren gehen oder Sport treiben. Die Bewohner einiger Küstenregionen, wie etwa in Barcelona, kommen derweil am Montag erst in diese «Phase 1».

Die Wiedereröffnung der Playas findet ohne Touristen statt - keine ausländischen, aber auch keine inländischen. Erst nach dem für Ende Juni vorgesehenen Abschluss der Deeskalations-Stufe 3, der vierten und letzten Phase des Exitplans (es gab auch eine «Phase 0»), werden die Spanier ihre Provinz verlassen dürfen. (dpa)

In Spanien öffnen die ersten Strände wieder. (Bild: Getty Images)

+++ Corona-Lockdown vorbei: Italiens Politiker warnen vor Übermut +++

(24.05.2020, 14:42 Uhr)

Bei sommerlichem Wetter habe viele Italiener ihre neuen Freiheiten in der Corona-Krise für Strandbesuche und nächtliche Feiern vor Bars genutzt. Politiker in Städten, Regionen und die Regierung in Rom äußerten sich am Wochenende besorgt, dass Ansammlungen wieder zu mehr Virusinfektionen führen könnten.

Die italienischen Strandbäder sollten eigentlich erst am Montag ganz wieder öffnen, doch viele Regionen hatten die Küsten für die Sonnenhungrigen schon vorher freigegeben. Fernsehsender zeigen am Sonntag aus dem Süden des Landes - etwa aus Sizilien - Strände voller Menschen meist ohne Atemschutz.

In einer Reihe von Städten wie Rom, Neapel und Genua strömten junge Leute abends in Ausgehviertel. Viele standen ohne vorgeschriebenen Abstand und Mund-Nasen-Schutz in Gruppen auf den Straßen und stießen mit Wein oder Bier an. Im Badeort Rimini an der Adria in der Emilia-Romagna kündigten die Behörden mehr Kontrollen gegen verbotene Ansammlungen an.(dpa)

+++ Reporter in Simbabwe wegen Verstoß gegen Coronaregeln festgenommen +++

(24.05.2020, 14:25 Uhr)

In Simbabwe sind zwei Journalisten wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Corona-Regelungen festgenommen worden. Die Polizei werfe ihnen vor, die Abstandsregeln nicht eingehalten zu haben. Zudem hätten sie sich einer Anordnung eines Polizisten widersetzt, sagte Polizeisprecher Paul Nyathi am Sonntag. Die beiden wurden am Samstag vor Gericht angeklagt und sind nun bis zu ihrer Kautions-Anhörung am Dienstag in Haft.

Menschenrechtler verurteilten dies scharf und forderten die Freilassung der Journalisten. Sie seien festgenommen worden, während sie ihrer Arbeit nachgingen, die unter den Corona-Regelungen als wichtige Dienstleistung eingestuft worden sei, sagte am Sonntag Dewa Mavhinga, der Leiter von Human Rights Watch (HRW) im südlichen Afrika. Dies sei quasi der Versuch, die Medien zu unterdrücken.

Die Journalisten wurden am Freitag in Harare festgenommen. Sie wollten drei Oppositionelle - Opfer mutmaßlicher Entführungen - in einem Krankenhaus interviewen, wie es in der Anklage hieß. Nach Absprache mit der Klinik und im Rahmen der Corona-Einschränkungen habe die Polizei den Journalisten den Zutritt verweigert. Dennoch hätten sie am Tag darauf unrechtmäßig das Krankenhaus betreten und die Abstandsregel untereinander und zu den Opfern «nicht eingehalten». Der Anwalt der Angeklagten, Paidamoyo Saurombe, sagte, die Journalisten hätten von dem Krankenhaus und den Opfern Erlaubnis bekommen, die Klinik zu betreten und ihre Fragen zu stellen.

Menschenrechtler zufolge ist die Regierung Simbabwes bereits öfters im Rahmen der Corona-Einschränkungen gegen Medien vorgegangen. Journalisten, die über Covid-19 berichteten, seien eingeschüchtert oder festgenommen worden, teilte Amnesty International jüngst mit.(dpa)

+++ China warnt vor neuem “Kalten Krieg” mit USA +++

(24.05.2020, 13:40 Uhr)

China hat vor einem «neuen Kalten Krieg» mit den USA gewarnt. In der Pandemie mit dem neuen Coronavirus verbreite sich auch noch ein «politisches Virus» in den USA, jede Gelegenheit zu ergreifen, «China anzugreifen und zu verunglimpfen», sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Sonntag auf einer Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Der Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 war zuerst in China aufgetreten und hat sich inzwischen in der ganzen Welt verbreitet.

«Einige politische Kräfte in den USA nehmen die Beziehungen zwischen China und den USA als Geisel und drängen das Verhältnis an den Rand eines neuen Kalten Krieges», sagte Wang Yi. «Das ist gefährlich und gefährdet den Weltfrieden.» Die Liste der «Lügen und Verschwörungstheorien» in den USA gegen China werde immer länger.(dpa)

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+++ Fest zum Ende des Ramadan ohne Besuche +++

(24.05.2020, 13:20 Uhr)

Nach entbehrungsreichen Wochen ist für Millionen Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan zu Ende gegangen. Am Sonntag begann das mehrtägige so genannte Zuckerfest, das in diesem Jahr jedoch im Schatten der Corona-Pandemie steht. Sonst kommen zu dieser Zeit Muslime in Moscheen und mit ihren Familien zusammen, um gemeinsam zu beten und zu feiern. Doch um eine Ausbreitung von Corona zu verhindern, haben viele Länder strikte Ausgangsbeschränkungen erlassen, so dass die Gläubigen dort zu Hause bleiben müssen.

Während des Ramadans, der Ende April begonnen hatte, durften gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und -untergang nichts essen und trinken. Das Fasten gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islams. Das Ende des Fastenmonats richtet sich nach dem Mond. Wie der Ramadan beginnt das Eid al-Fitr genannte Fest mit der Sichtung des Neumonds. Vor allem Kinder bekommen dann Geschenke und Süßigkeiten.

Die Moscheen sind jedoch in den allermeisten Ländern seit Wochen geschlossen - und bleiben es auch während des Eid al-Fitr. Vor allem die Länder am Persischen Golf hatten in vergangenen Tagen hohe Zahlen neuer Corona-Fälle gemeldet. So registrierte Saudi-Arabien in dieser Woche täglich weit mehr als 2000 neue Infizierungen. Insgesamt haben sich in dem Königreich mehr als 70 000 Menschen angesteckt.(dpa)

+++ Lauterbach zu Thüringens Corona-Lockerungen: “Ganz klar ein Fehler” +++

(24.05.2020, 13:14 Uhr)

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält das Vorpreschen Thüringens mit Blick auf die Corona-Beschränkungen für falsch. «Das ist ganz klar ein Fehler», sagte Lauterbach der «Saarbrücker Zeitung» (Montag). «Denn wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus.» Thüringen stelle genau die Maßnahmen in Frage, «denen man den gesamten Erfolg im Moment zu verdanken hat».

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften zu verzichten. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.

Lauterbach kritisierte in der Zeitung, Ramelow relativiere damit die Krankheit. Es gebe bislang weder ein wirksames Medikament noch eine Impfung. «Von daher gibt es überhaupt keinen Grund, das aufzuheben, was wir mühsam gelernt haben - etwa Abstand zu halten und eine Maske zu tragen.»

Michael Roth (SPD), Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, twitterte am Sonntag, er wünsche allen Thüringerinnen und Thüringern und denen, die das Land besuchten, viel Gesundheit. «Der Föderalismus lässt es mal so richtig krachen und zeigt, was in ihm steckt. Wer schützt jetzt die vielen Vernünftigen vor den wenigen Verantwortungslosen?»(dpa)

+++ Italien testet ab Montag 150.000 Menschen auf Antikörper +++

(24.05.2020, 12:04 Uhr)

In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150 000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2000 Orten nehmen. Das teilte das Ministerium in Rom am Wochenende mit. Die repräsentativ ausgewählten Teilnehmer würden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab.

Die große Antikörper-Untersuchung war im April angekündigt worden. Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Diese wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.(dpa)

+++ Gastro in der Schweiz: Nur 40 Prozent Umsatz seit Wiedereröffnung +++

(24.05.2020, 12:53 Uhr)

Die Gastronomiebetriebe in der Schweiz erwirtschaften laut einer Umfrage seit dem Neustart nach der Corona-Pause nur rund 40 Prozent der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. Wie der Branchenverband Gastrosuisse am Sonntag mitteilte, wissen 40 Prozent der mehr als 3000 befragten Betriebe nicht, ob sie im Juni noch offen bleiben können oder wollen. Laut der Online-Umfrage gehen neun von zehn Betrieben davon aus, dass sie derzeit einen Verlust erwirtschaften. «Ohne weitere Lockerungen müssen viele Lokale bereits im Juni wieder schließen, weil die Öffnung sehr unrentabel ist», sagte Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer laut der Mitteilung.

Von den befragten Restaurants, Hotels und Cafès haben 87,1 Prozent den Betrieb wieder aufgenommen. 3,7 Prozent der Betriebe wollen erst wieder öffnen, wenn ein Normalbetrieb möglich ist. 9,1 Prozent der Betriebe planen ihre Wiedereröffnung noch im Mai oder Juni.

Die Schweizer Gastronomen durften ihre Betriebe, sofern Sitzplätze vorhanden sind, nach der coronabedingten Pause am 11. Mai wieder öffnen. Zwischen den Tischen muss dabei auf einen Abstand von zwei Metern geachtet werden. Eine Gästegruppe darf nur aus maximal vier Personen bestehen. Laut der Umfrage seien so 35 bis 65 Prozent der Sitzplatzkapazitäten verloren gegangen.(dpa)

+++ Tiefensee: Es muss weiter Vorgaben zu Schutzstandards geben +++

(24.05.2020, 12:00 Uhr)

In der Debatte um ein Ende der allgemeinen Corona-Beschränkungen in Thüringen dringt der dortige Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf Vorgaben des Landes zu Hygiene- und Schutzstandards. Diese dürften nicht an Kommunen und Unternehmen delegiert werden, warnte Tiefensee am Sonntag. «Das verbietet sich schon deshalb, weil es sonst einen Überbietungswettbewerb um die lockerste und großzügigste Regelung geben würde, wie das ja auch schon zwischen den Ländern auf Bundesebene zu beobachten war.»

Ansonsten befürworte er den Vorschlag von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der vom 6. Juni an die landesweiten Corona-Beschränkungen beenden will und stattdessen auf regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort setzt. Es bedeute ein Aufatmen bei Familien, Beschäftigten und in der Wirtschaft, betonte Tiefensee. Damit könnten alle Unternehmen und Einrichtungen, für die noch Einschränkungen gelten, wieder öffnen. Er nannte etwa Schwimmbäder, Wellness-Anbieter, aber auch Angebote von Reiseveranstaltern.(dpa)

+++ Dehoga: Landkreis soll Infektionskette nach Restaurantsbesuch klären +++

(24.05.2020, 11:58 Uhr)

Der Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen hat nach mehreren Corona-Infektionen nach einem Restaurantbesuch den Landkreis Leer aufgefordert, für Klarheit zu sorgen. «Wichtig ist jetzt, dass der Landkreis Leer den Infektionsfall in dem meldenden Restaurant lückenlos aufklärt, um genaue Kenntnis von den Ursachen der Infektionskette herzustellen», sagte der Präsident des Dehoga Niedersachsen, Detlef Schröder, einer Mitteilung vom Samstag zufolge. Der Verband wolle zudem verstärkt darauf aufmerksam machen, «dass Gastwirte und ihre Gäste nur gemeinsam die strengen Vorgaben der gesetzlichen Abstands- und Hygieneregeln umsetzen können».

Dem Landkreis Leer zufolge haben sich bis Samstag zehn Menschen, die bei der Wiedereröffnung eines Lokals in Moormerland in geschlossener Gesellschaft dabei waren, nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Eine weitere Person aus einem anderen Landkreis habe sich in der Folge infiziert, teilte der Landkreis am Samstag mit. Für rund 70 Frauen und Männer sei häusliche Quarantäne angeordnet worden.(dpa)

+++ Freilichtbühnen-Saison bleibt weitgehend abgesagt +++

(24.05.2020, 11:45 Uhr)

Trotz der Hoffnung auf weitere Lockerungen für den Theaterbetrieb in der Corona-Krise rechnen viele Freilichtbühnen nicht mehr mit einer Wiederaufnahme der Saison in größerem Umfang. «Einen Freilichtsommer wie man ihn gewohnt ist, wird es bei den bestehenden Bedingungen nicht geben. Selbst bei gewaltigen Lockerungen blieben zu viele Probleme für eine reguläre Spielzeit», sagte Herbert Knecht, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) Nord.

Der in die Regionalverbände Nord und Süd unterteilte VDF vertritt die Interessen von rund 90 Amateur-Freilichtbühnen bundesweit, die in einer regulären Saison von Mai bis September etwa 140 Inszenierungen gezeigt hätten. Der überwiegende Teil muss wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Für die vielen Ehrenamtlichen an den Freilichtbühnen sei dies eine Entscheidung «sehr schweren Herzens» gewesen. Immerhin vereinzelt versuchten daher die Bühnen ein Rest- oder Alternativprogramm zu organisieren.

Die Corona-Krise habe an den Bühnen den Probenbetrieb und die Vorbereitungen für neue Produktionen jäh gestoppt. «Das lässt sich gar nicht mehr aufholen, selbst wenn wir wieder zusammen auf der Bühne stehen dürften», sagte Knecht. Wenn Zuschauerzahlen sehr deutlich reduziert werden müssten, um Abstandsregeln einzuhalten, müsse sich zudem jede Bühne fragen, was noch wirtschaftlich sei. «Auch wenn das von Ehrenamtlichen gestemmt wird, bedeutet jede Aufführung auch einen gewissen finanziellen Aufwand», sagte er.(dpa)

+++ Corona-Todesfälle in Russland auf neuem Höchststand +++

(24.05.2020, 11:31 Uhr)

In Russland ist die Zahl der Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages auf einen neuen Höchststand gestiegen. 153 infizierte Menschen starben seit Samstag, wie die Behörden in Moskau am Sonntag mitteilten. Damit gibt es mittlerweile 3541 Tote im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Landesweit haben sich mehr als 344 400 Menschen infiziert - 113 300 gelten als genesen.

Die Zahl der registrierten Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, ist in Russland vergleichsweise niedrig ist. Zuletzt gab es Berichte in mehreren Medien, dass viele Todesfälle nicht in der Statistik auftauchten. Die Regierung dementierte das vehement.

Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa sagte am Freitag: «Die Zahl der Toten dürfte im Mai ernsthaft steigen.» Sie verwies darauf, dass Russland erst später als viele europäische Länder schwer von der Pandemie getroffen wurde. Das Virus war zuerst in China ausgebrochen. Russland hatte sich auch wegen seiner langen Grenze zum Nachbarland China vergleichsweise rasch abgeschottet.(dpa)

+++ Bayerns Künstlerhilfsprogramm: 3000 Anträge in 48 Stunden +++

(24.05.2020, 11:10 Uhr)

Bayerns Hilfsprogramm zur finanziellen Unterstützung von Künstlern während der Corona-Krise stößt auf rege Nachfrage. Allein in den ersten 48 Stunden seien bereits rund 3000 Anträge auf Hilfe eingegangen, teilte das Kultusministerium mit. Der Antrag auf Soforthilfe kann seit Dienstag gestellt werden.

Das Programm sieht vor, dass freischaffende Künstlerinnen und Künstler über drei Monate hinweg monatlich bis zu 1000 Euro erhalten können. (dpa)

+++ Keine neue Corona-Infektion in Schleswig-Holstein +++

(24.05.2020, 10:38 Uhr)

In Schleswig-Holstein hat es nach Angaben der Landesregierung zuletzt binnen 24 Stunden keine offiziell gemeldete Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Somit beträgt die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Corona-Krise nachgewiesenen Fälle mit Stand Samstagabend weiterhin 3062, wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Zahl der Gestorbenen erhöhte sich aber um eine Person auf 137. Rund 2800 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. 31 werden noch in Krankenhäusern behandelt. (dpa)

+++ Grenell will als US-Botschafter in Berlin abtreten +++

(24.05.2020, 09:55 Uhr)

Nach seiner Ablösung als Geheimdienstkoordinator der US-Regierung will Richard Grenell auch seinen Posten als Botschafter in Berlin räumen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird der 53-Jährige bereits innerhalb der nächsten Wochen abtreten - deutlich vor der Präsidentenwahl in den USA am 3. November. Seine Amtsgeschäfte wird dann voraussichtlich vorübergehend Robin Quinville übernehmen, die seit Juli 2018 Gesandte an der Botschaft und damit Stellvertreterin Grenells ist. (dpa)

+++ Kramp-Karrenbauer verteidigt Corona-Maßnahmen +++

(24.05.2020, 09:00 Uhr)

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Beschränkungen in der Corona-Pandemie verteidigt. «Es ist normal, dass über die Notwendigkeit und die Dauer dieser Grundrechtseingriffe öffentlich diskutiert wird. Wir haben aber auch gesehen, wie schnell ein System überfordert sein kann», sagte sie in einem am Sonntag veröffentlichen Interview auf «n-tv.de». Sie wolle keine Situationen erleben, in denen ein Mensch eine Behandlung deshalb nicht bekommen könne, weil man keine Intensivbetten, kein Beatmungsgerät frei habe. «Das war das große Ziel der letzten Wochen und das haben wir auch dank der Disziplin der Menschen im Lande erreicht.» (dpa)

Annegret Kramp-Karrenbauer. (Bild: Getty Images)

+++ Argentinien verlängert Beschränkungen wegen Coronavirus bis 7. Juni +++

(24.05.2020, 08:35 Uhr)

Die argentinische Regierung hat die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut um zwei Wochen verlängert. Präsident Alberto Fernández begründete die Maßnahme am Samstagabend (Ortszeit) damit, dass das Virus im Großraum Buenos Aires noch zirkuliere. In den vergangenen zwei Wochen habe es sich vor allem in den ärmlichen Viertel der Hauptstadt ausgebreitet. In Buenos Aires und dem angrenzenden Ballungsraum lebt rund ein Drittel der Argentinier. Auch 87,5 Prozent der Corona-Infektionen wurden dort registriert. In Argentinien haben sich bislang mehr als 11 350 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 445 sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. (dpa)

+++ Junge Frauen in Afghanistan entwickeln Beatmungsgerät mit Autoteilen +++

(24.05.2020, 08:05 Uhr)

Ein Team junger Frauen hat in Afghanistan für Corona-Patienten einen günstigen Prototyp eines Beatmungsgeräts mit Autoteilen gebaut. «In einer Zeit, in der die Welt gegen die Corona-Krise kämpft, machen die afghanischen Mädchen einen Schritt nach vorn», sagt die Unternehmerin Roja Mahbub, die das Team mit ihrer Wohltätigkeitsorganisation fördert. Unterstützung bekommen die jungen Frauen laut Mahbub auch von Forschern der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Zwölf junge Frauen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren sind Teil der technikbegeisterten Gruppe «Afghan Dreamers». Sechs von ihnen arbeiten seit Monaten unter Hochdruck an dem Gerät, das sie mit Ersatzteilen von Fahrzeugen planen. «Wenn wir der afghanischen Jugend den Zugang zu Wissenschaft und Technologie ermöglichen, können sie bessere Bedingungen in Afghanistan schaffen», sagt Mahbub. Das Gerät soll umgerechnet nur rund 550 Euro kosten. (dpa)

+++ Türkei erwartet Aufhebung der Reisewarnung für deutsche Touristen +++

(24.05.2020, 07:37 Uhr)

Die türkische Regierung erwartet, dass die Bundesregierung ihre weltweite Reisewarnung noch vor den Sommerferien auch für die Türkei aufhebt. Die Türkei sei ab Mitte Juni bereit, Touristen aus dem Ausland zu empfangen, sagte der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin, der Deutschen Presse-Agentur. «Alle notwendigen Vorkehrungen werden seitens der zuständigen Behörden getroffen. Wir sind davon überzeugt, dass die Bundesregierung all dies in Betracht zieht und sich dementsprechend entscheidet.» (dpa)

+++ Vor Urlaubssaison: Mediziner warnen vor zweiter Corona-Welle +++

(24.05.2020, 07:07 Uhr)

Mit Blick auf fortschreitende Lockerungen und die bevorstehende Urlaubszeit erinnern Experten an das Risiko eines erneuten Anstiegs von Corona-Neuinfektionen. Aktuell sähen die Infektionszahlen zwar gut aus, sagte der Arzt und Gesundheitsforscher Max Geraedts von der Universität Marburg der Deutschen Presse-Agentur dpa. Wenn Menschen jedoch wieder vielerorts eng zusammenkämen, etwa in Bars, könnte das dennoch ausreichen, «um wieder einen starken Anstieg loszutreten».

Gerade die Reisezeit berge zudem das Risiko, dass sich das Virus noch flächendeckender ausbreite als bislang schon, erklärte Geraedts - also auch an Orte, die bislang verhältnismäßig verschont geblieben sind.

Auch Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen erklärte: «Wenn man sich veranschaulicht, dass nur ein sehr geringer Bevölkerungsanteil bisher immun sein dürfte, so ist klar, dass das Virus sich schnell auch wieder ausbreiten kann, wenn die Bedingungen dafür stimmen.» Gleichzeitig verwies auch er darauf, dass die Infektionszahlen derzeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in Reiseländern im Mittelmeerraum glücklicherweise rückläufig seien. (dpa)

+++ “New York Times“ ehrt Corona-Opfer mit ungewöhnlicher Titelseite +++

(24.05.2020, 07:03 Uhr)

Die Titelseite der «New York Times» ist am Sonntag den amerikanischen Opfern der Coronavirus-Pandemie gewidmet: Die Zeitung hat in sechs Spalten ganzseitig die Namen von Hunderten Verstorbenen abgedruckt. In der Ausgabe stehen insgesamt 1000 Namen aus veröffentlichten Nachrufen und jeweils ein persönlicher Satz zu den Opfern. «Die 1000 Menschen hier stellen nur ein Prozent der Opfer dar. Keiner von ihnen war nur eine Statistik», schrieb die Zeitung auf der über Twitter veröffentlichten Titelseite. Die Überschrift, die sich von links nach rechts über die ganze Seite erstreckte, lautete: «Fast 100 000 Tote in den USA, ein unermesslicher Verlust».

Nach Daten der Universität Johns Hopkins sind in den USA bis Samstagabend (Ortszeit) gut 1,6 Millionen bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und rund 97 000 Todesfälle gemeldet worden. (dpa)


+++ Donald Trump geht seit Beginn der Pandemie erstmals wieder Golf spielen +++

(23.05.2020, 23:53 Uhr)

Wie unter anderem der US-amerikanische TV-Sender CNN meldete, ist US-Präsident Donald Trump am Samstag beim Golfspielen in einem Club in Virginia gesichtet worden. Seitdem er im März den nationalen Notstand ausgerufen hatte, war der 73-jährige seinem Hobby nicht mehr nachgegangen. Er hatte allerdings mehrfach betont, das Golfen zu vermissen.

Seinen Golf-Ausflug nach Virginia deuteten nun viele US-amerikanische Medien auch als ein weiteres Zeichen in Richtung einer Öffnung des Landes und weiterer Lockerungen. Mit über 1,6 Millionen Corona-Infizierten und über 96.875 Todesopfern sind die USA nach wie vor das am schwersten betroffene Land in der Pandemie.

+++ Wahlen in Russland künftig elektronisch und per Brief möglich +++

(23.05.2020, 23:23 Uhr)

In Russland kann künftig bei Wahlen landesweit elektronisch oder per Brief abgestimmt werden. Das sehen Änderungen des Wahlgesetzes vor, die Präsident Wladimir Putin nach Angaben des Kremls vom Samstag genehmigte. Statt auf einem Wahlzettel kann demnach das Kreuz zum Beispiel über eine bestimmte Software gesetzt werden. Dies solle sowohl bei Abstimmungen auf lokaler Ebene als auch bei landesweiten Urnengängen möglich sein. Dieses Verfahren könne ebenfalls bei Referenden angewendet werden, hieß es.

Die Befürworter verweisen nach Angaben der Staatsagentur Tass darauf, dass Wähler etwa in der Corona-Epidemie besser vor einer Ansteckung geschützt wären, wenn sie kein Wahllokal aufsuchen müssten. Die elektronische Abstimmung sei in der Hauptstadt Moskau bereits viermal getestet - und kein einziges Mal gehackt worden.

Kritiker befürchten dagegen, dass Wahlergebnisse damit leichter manipuliert werden könnten. Unabhängige Beobachter könnten zudem schwerer Wahlen auf Unregelmäßigkeiten hin untersuchen. Diese Änderungen wurden in einer Zeit verabschiedet, in der wegen der Epidemie öffentliche Proteste nicht erlaubt sind. Unklar ist, ob dieses Verfahren bereits bei der Abstimmung über die größte Verfassungsänderung der russischen Geschichte angewendet wird. Sie sollte ursprünglich Mitte April sein, wurde aber wegen des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben. In russischen Medien war zuletzt über den 24. Juni als neuen Termin spekuliert worden.

Das neue Grundgesetz sichert Kremlchef Wladimir Putin deutlich mehr Machtbefugnisse zu - und ermöglicht es ihm, noch bis 2036 im Amt zu bleiben, sollte er 2024 und 2030 erneut als Präsident kandidieren. (dpa)

+++ Indien setzt 2600 Sonderzüge für Wanderarbeiter ein +++

(23.05.2020, 22:33 Uhr)

Wie die indische Regierung mitteilte, sollen Sonderzüge eingesetzt werden, um die mehr als Dreieinhalb Millionen gestrandeten Wanderarbeiter zurück in ihre Heimatorte zu bringen. In den nächsten zehn Tagen soll der Rücktransport beginnen, teilte das Eisenbahnministerium auf dem offiziellen Twitter-Account mit.

Seitdem Ende März eine strenge Ausgangssperre über das Land verhängt wurde, saßen die Arbeiter in zahlreichen Großstädten ohne Einkommensmöglichkeiten fest. Nun will die indische Regierung mit insgesamt 2600 eigens eingesetzten Zügen helfen, die Wanderarbeiter in ihre Heimat zurück zu bringen. Bei dem Versuch, die Strecken zu Fuß zu bewältigen, waren zahlreiche Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen oder vor Hunger und Erschöpfung gestorben. Im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde wurden bisher 125,000 Corona-Fälle nachgewiesen, nach offiziellen Zahlen starben bisher 3868 Menschen an der Viruserkrankung.

+++ Johnson-Berater hat Lockdown-Regeln weitere Male missachtet +++

(23.05.2020, 22:14 Uhr)

Der wegen eines angeblichen Lockdown-Verstoßes in die Kritik geratene Johnson-Berater Dominic Cummings soll Berichten zufolge weitere Male die Regeln der britischen Regierung missachtet haben. Das berichteten der «Sunday Mirror» und der «Observer» am Samstagabend unter Berufung auf Augenzeugen. Premierminister Boris Johnson hatte seinem wichtigsten Berater noch am frühen Abend seine «volle Unterstützung» zugesagt, nachdem Oppositionspolitiker dessen Rücktritt gefordert hatten.

Dominic Cummings, Berater des britischen Premierministers Boris Johnson, soll ein weiteres Mal gegen die Lockdown-Bestimmungen verstoßen haben. (Bild: Aaron Chown/PA Images via Getty Images)

Die Debatte, ob Cummings mit einer rund 430 Kilometer weiten Reise Ende März gegen die britischen Lockdown-Regeln verstoßen hatte, dominierte am Samstag das Nachrichtengeschehen in dem Land. Der Wahlkampfstratege und Brexit-Vorkämpfer war mit seiner an Covid-19 erkrankten Frau und seinem vier Jahre alten Sohn von London in die nordostenglische Grafschaft Durham zu seinen Eltern gefahren. Angeblich, weil er die Betreuung für seinen Sohn sicherstellen wollte. Er selbst erkrankte nach eigener Darstellung kurz danach. Gemäß den Richtlinien zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie waren zu diesem Zeitpunkt Reisen nur aus unverzichtbaren Gründen erlaubt. Trotzdem verteidigte die Regierung die Reise als gerechtfertigt. 

Den Zeitungsberichten nach soll er aber auch am 19. April in Durham gesehen worden sein. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits wieder in London fotografiert worden. Auch am 12. April wurde er angeblich von einem Passanten erkannt, dieses Mal bei einem beliebten Ausflugsziel, knapp 50 Kilometer von Durham entfernt. Sollte sich die Berichte als wahr erweisen, müsste Cummings mindestens ein zweites Mal während des Lockdowns nach Durham gefahren sein. Eine Regierungssprecherin wollte sich am Samstagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zu den neuen Vorwürfen zunächst nicht äußern. (dpa)

+++ Kramp-Karrenbauer stützt Merkel-Macron-Plan für Wiederaufbau +++

(23.05.2020, 21:34 Uhr)

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer unterstützt den deutsch-französischen Milliarden-Plan zum Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft nach der Corona-Krise. «Dieser Vorschlag ist aus meiner Sicht in einer historischen Situation, in der der europäische Zusammenhalt auf die Probe gestellt wird, die richtige Antwort», sagte Kramp-Karrenbauer «n-tv.de». «Ich werde am Montag im CDU-Bundesvorstand empfehlen, dass wir diesen wegweisenden Plan für ein wirtschaftlich vitales Europa unterstützen.»

Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten jüngst ein Konzept für einen Wiederaufbauplan nach der Coronavirus-Pandemie im Umfang von 500 Milliarden Euro unterbreitet. Das Geld soll demnach von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. In einem Gegenentwurf machen sich Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande dafür stark, die Wirtschaft mit günstigen Krediten statt mit Zuschüssen wieder in Schwung zu bringen. (dpa)

+++ Kunde bemängelt Fehlen von Mund-Nase-Schutz - Angriff vor Supermarkt +++

(23.05.2020, 21:15 Uhr)

Ein Kunde ist vor einem Berliner Supermarkt niedergeschlagen und mit Tritten auf den Kopf verletzt worden, weil er den fehlenden Mund-Nase-Schutz der Angreifer bemängelt hatte. In dem Supermarkt soll der 53-Jährige eine Kassiererin angesprochen und auf den fehlenden Mundschutz eines Mannes und dessen Begleiterin aufmerksam gemacht haben, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Die beiden hatten an der Kasse gewartet.

Nachdem der 53-Jährige das Geschäft verlassen hatte, soll der kritisierte Mann auf ihn zugegangen und mit ihm diskutiert haben. Kurz darauf habe er unvermittelt auf den 53-Jährigen eingeschlagen, der zu Boden ging. Während die Begleiterin des Schlägers sich dann auf den liegenden Mann gesetzt haben soll, trat ihr Partner den Angaben zufolge gegen den Kopf des Opfers. Der 53-Jährige erlitt leichte Kopfverletzungen. Die Polizei ermittelt sucht nun den Schläger und dessen Begleiterin. (dpa)

+++ Fastenmonat Ramadan endet - Muslime feiern im Schatten von Corona +++

(23.05.2020, 20:58 Uhr)

Nach entbehrungsreichen Wochen geht am Sonntag für Millionen Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan zu Ende. Das auch als Zuckerfest bekannte Eid al-Fitr steht dieses Jahr im Schatten der Corona-Pandemie. Üblicherweise kommen die Menschen zum Ramadan in Moscheen und mit ihren Familien zusammen, um gemeinsam zu beten und zu feiern. In mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern in Asien und im arabischen Raum hatten Länder aber strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Während des Ramadans, der Ende April begonnen hatte, verzichten gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und -untergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Das Fasten gehört zu den so genannten fünf Säulen des Islams, also den fünf Grundpflichten für Muslime. Das Ende des Fastenmonats richtet sich wie dessen Beginn nach der Sichtung des Neumonds. Vor allem Kinder bekommen zu Eid Geschenke und Süßigkeiten. (dpa)

+++ NBA verhandelt mit Disney über eine Fortsetzung der Saison +++

(23.05.2020, 20:24 Uhr)

Wie die US-Amerikanische National Basketball Association (NBA) auf ihrer Twitter-Seite verkündete hat die Basketball-Profiliga Verhandlungen mit der Walt Disney Company über eine mögliche Fortsetzung der laufenden Saison aufgenommen. Angedacht ist eine Nutzung der Arena im ESPN Wide World of Sports Complex in Orlando, Florida, ab Ende Juli.

Mike Bass, Sprecher der NBA sagte gegenüber dem US-amerikanischen Sportsender ESPN am Samstag, die Liga führe momentan Sondierungsgespräche mit dem Disney Konzern über ein Nutzungskonzept auf dem Areal. Ähnlich wie in der Deutschen Basketball Bundesliga scheint also die Möglichkeit einer Saisonfortsetzung an einem zentralen Spielort das Konzept der NBA zu sein. Bass sagte weiter: “Unsere Priorität ist die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten.” Man arbeite eng mit Gesundheitsexperten und der Politik zusammen, um ein sinnvolles und verständliches Konzept zu erarbeiten. Wegen der Corona-Pandemie war die Basketballliga am 11. März als erste Sportliga in den USA unterbrochen worden, nachdem es mehrere Corona-Fälle unter den Profis gab.

+++ Neue Proteste gegen Corona-Regeln kleiner als erwartet +++

(23.05.2020, 19:58 Uhr)

In vielen deutschen Städten sind am Samstag wieder Kritiker der in der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen auf die Straße gegangen. Die Proteste verliefen größtenteils friedlich.

Fast überall jedoch demonstrierten deutlich weniger Menschen als angemeldet. So etwa in Stuttgart: An einem Protestzug nahmen mehrere Dutzend Menschen teil, später kamen weitere Demonstranten hinzu. Ursprünglich waren 500 Teilnehmer angemeldet gewesen. Am vorherigen Wochenende hatte sich der bundesweit größte Protest in Stuttgart versammelt. Am Sonntag darf die AfD trotz eines ursprünglichen Verbots in der baden-württembergischen Landeshauptstadt gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren.

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+++ Dobrindt regt Kompromiss bei EU-Wiederaufbauhilfe an +++

(23.05.2020, 19:14 Uhr)

Beim europäischen Streit über einen Wiederaufbauplan für die Wirtschaft nach der Corona-Krise hält CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt einen Kompromiss für denkbar. Wie die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» berichtet, regte Dobrindt an, die konkurrierenden Vorschläge von Deutschland und Frankreich sowie Österreich, Schweden, Dänemark und den Niederlanden zu kombinieren. Beide Entwürfe bewegten sich «innerhalb der europäischen Verträge», zitierte die Zeitung ihn. Deswegen könnte «eine Kombination der beiden Vorstellungen, ohne das Finanzvolumen zu erhöhen, ein Weg sein, um die europäische Solidarität und den Zusammenhalt zur Bewältigung der Corona-Krise zu stärken».

Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten jüngst ein Konzept für einen Wiederaufbauplan im Umfang von 500 Milliarden Euro unterbreitet. Das Geld soll von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlanden machen sich in einem Gegenentwurf dafür stark, die Wirtschaft mit günstigen Krediten statt mit Zuschüssen wieder in Schwung zu bringen.

Dobrindt schrieb der «FAS», der Schwerpunkt der Hilfen müsse auf Investition und Innovation liegen, und es dürfe «nicht darum gehen, nationale Haushalte durch Corona-Hilfsmaßnahmen zu sanieren». Jetzt sei es wichtig, eine Lösung innerhalb der bestehenden europäischen Verträge zu finden. Außerdem dürften «keine neuen Kompetenzen für Brüssel wie beispielsweise ein europäisches Steuerrecht geschaffen werden». (dpa)

+++ Rentenversicherung: Corona-Krise lässt Reserve sinken +++

(23.05.2020, 19:10 Uhr)

Infolge der Corona-Krise sinkt nach einer Schätzung der Rentenversicherung die Rücklage der Rentenkasse. Die Versicherung sieht aber begrenzte Auswirkungen durch die Krise, da auch während des Bezugs von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt würden.

Wie die Deutsche Rentenversicherung mitteilte, geht die Rücklage nach ersten Schätzungen bis Ende des Jahres um rund ein Zehntel auf dann rund 36 Milliarden Euro zurück.

Diese Werte seien aber angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen noch mit großen Unsicherheiten behaftet und könnten sich noch verändern. Belastbare Vorausberechnungen über das Jahr 2020 hinaus seien zurzeit noch nicht möglich.

Basis der aktuellen Schätzung sind Eckwerte der Frühjahrsprojektion der Bundesregierung. Darin wird mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von mehr als sechs Prozent in diesem Jahr gerechnet - und damit der bisher schwersten Rezession der Nachkriegszeit. (dpa)

+++ Corona-Krise: Todeszahl in New York erstmals wieder zweistellig +++

(23.05.2020, 18:24 Uhr)

Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Toten an einem Tag erstmals seit rund zwei Monaten wieder zweistellig. Am Freitag seien in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern 84 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz am Samstag. «Diese Nachrichten sind gute Nachrichten», sagte Cuomo weiter. «Das ist ein Zeichen, dass wir echte Fortschritte machen.» Auch die Zahl der Neuinfektionen ging in dem Bundesstaat weiter zurück.

Zum Höhepunkt der Krise in New York im März und April waren bis zu 800 Menschen pro Tag gestorben. Insgesamt haben sich in dem Bundesstaat bislang mehr als 360 000 Menschen angesteckt, rund 29 000 sind gestorben. (dpa)

+++ Tui will schon bald Touristen nach Mallorca fliegen +++

(23.05.2020, 17:44 Uhr)

Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen - unter anderem nach Mallorca. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien ebenfalls sehr gut vorbereitet, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Samstag). Die Hotel-Saison solle dort spätestens am 1. Juli starten. Mit der Türkei befinde man sich in Gesprächen. «Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund für einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt.»

Joussen kündigte an, schon bald den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen zu wollen. Am Samstag hatte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez dann in einer Rede an die Nation angekündigt, den Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen ab Juli wieder aufnehmen zu wollen. «Wir halten uns an die offiziellen Vorgaben und stehen mit den lokalen Behörden in Kontakt», sagte ein Tui-Sprecher. «Sobald es von ihnen grünes Licht gibt, sind wir startbereit.»

Zuletzt hatte es bei den Beratungen innerhalb der Europäischen Union zum Abbau der Reisebeschränkungen vor den Sommerferien erste Fortschritte gegeben. Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich am Mittwoch nach Videokonferenzen mit den Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen zuversichtlich, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni zumindest für die EU aufgehoben werden kann.

Laut Joussen ist bei Auslandsreisen diesen Sommer nicht mit hohen Preisen zu rechnen. «Grundsätzlich haben alle Länder viel freie Kapazität 2020. Das sorgt für günstige Angebote. Aber einige Regionen wie Deutschland sind jetzt in den ersten Wochen besonders begehrt, da sieht es also umgekehrt aus.» (dpa)

+++ Kroatien erlebt ersten Tag ohne Corona-Neuansteckung seit 9. März +++

(23.05.2020, 17:26 Uhr)

Das Urlaubs- und Adrialand Kroatien hat erstmals seit dem 9. März einen Tag ohne registrierte Neuansteckung mit dem Coronavirus erlebt. Dies teilte der Katastrophenschutz am Samstag in Zagreb mit. Die erste Corona-Infektion hatte man am 25. Februar verzeichnet. Bisher  haben sich 2243 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die Zahl der Todesopfer beträgt 99.

Mit seiner langen Adriaküste, den vielen Buchten und Inseln ist Kroatien ein auch bei Deutschen beliebtes Urlaubsland. Zugleich ist seine Wirtschaft stark vom Fremdenverkehr abhängig. Hotels und Zimmervermieter sind darauf eingestellt, im Sommer wieder Touristen zu empfangen. Trotzdem wird die bevorstehende Saison von der Corona-Pandemie überschattet. Experten halten es schon für einen großen Erfolg, wenn die Branche auf 50 Prozent ihres Vorjahresumsatzes von 10,5 Milliarden Euro käme.  (dpa)

+++ Erste Corona-Tote im Gazastreifen +++

(23.05.2020, 17:17 Uhr)

Im dicht besiedelten Gazastreifen ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums zum ersten Mal ein Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Eine 77-jährige Palästinenserin sei in einer Quarantäneeinrichtung am Rafah-Grenzübergang an der Krankheit gestorben, teilte ein Sprecher am Samstag mit. Sie sei vergangene Woche aus Ägypten zurück in den Küstenstreifen gereist.

Bisher war die Corona-Pandemie im Gazastreifen entgegen den Befürchtungen relativ glimpflich verlaufen. Nach einer Zunahme von Infektionen hatte die dort herrschende Hamas dann aber am Donnerstag Einreisen in das Gebiet vorerst untersagt. Die beiden einzigen Personen-Grenzübergänge Rafah und Erez sollen bis Ende Juni für Einreisende geschlossen bleiben.

In dem Küstenstreifen leben zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen. Eine starke Ausbreitung des Coronavirus in dem Gebiet gilt deshalb als Horrorszenario. Die Zahl aller bekannten Fälle seit dem 5. März belaufen sich nach Angaben des Ministeriums auf 55. Davon seien 16 wieder genesen und der Rest in stabilem Zustand, sagte ein Sprecher. (dpa)

+++ Gericht genehmigt AfD-Protest in Stuttgart mit strengen Auflagen +++

(23.05.2020, 16:20 Uhr)

Die AfD darf am Sonntag in Stuttgart gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren - trotz eines ursprünglichen Verbots der Stadt. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg setzte für den Protest aber strenge Auflagen fest, wie aus einer am Samstag in Mannheim veröffentlichten Entscheidung hervorgeht. Unter anderem dürfen nur bis zu 100 Menschen teilnehmen. Außerdem müssten die Teilnehmer in höchstens zwei Bussen anreisen und auf dem Platz der Demonstration in der Innenstadt die Mindestabstände einhalten. Damit gab der Verwaltungsgerichtshof einer Beschwerde der AfD gegen das Verbot in Teilen statt.

Die Stadt hatte die Demonstration zunächst untersagt und vom Verwaltungsgericht Stuttgart Recht bekommen (Az.: 5 K 2478/20). Es sehe die Voraussetzungen des «sogenannten unechten polizeilichen Notstandes» als voraussichtlich erfüllt an, hatte das Gericht begründet. Die AfD hatte daraufhin Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingelegt. Nach dessen Überzeugung müssen die trotz der Auflagen verbleibenden Risiken angesichts der besonderen Bedeutung der Versammlungsfreiheit hingenommen werden. (dpa)

+++ Update: Mehr als 40 Corona-Infektionen nach Gottesdienst in Frankfurt +++

(23.05.2020, 15:59 Uhr)

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, am Samstag mit. “Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank. Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus.”

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau, sagte, es befänden sich sechs Betroffene in Krankenhäusern. Die anderen seien Zuhause. “Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online”, sagte der 64-Jährige. “Bei uns ist es eine schwierige Lage.” Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen.

+++ Spanien kündigt Grenzöffnung für Touristen erst für Juli an +++

(23.05.2020, 15:36 Uhr)

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. “Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden”, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation. “Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen”, erklärte der sozialistische Politiker.

Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte. (dpa)

+++ Trotz neuer Fälle: Niedersachsen will an Lockerungen festhalten +++

(23.05.2020, 15:07 Uhr)

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann sieht wegen der Corona-Fälle nach einer Restaurant-Wiedereröffnung im Kreis Leer keine Notwendigkeit, vom Lockerungskurs abzurücken. “Nach ersten Erkenntnissen ist das Infektionsgeschehen nicht auf einen normalen Restaurantbesuch zurückzuführen, stattdessen wurde dort offenbar eine private Party gefeiert”, sagte Reimann am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Der betroffene Gaststätten-Besitzer betont, Abstands- und Hygieneregeln seien an dem Abend eingehalten worden.

Ministerin Reimann sagte, das Land habe immer darauf hingewiesen, dass die Corona-Lockerungen mit einem gewissen Risiko verbunden seien. “Wir werden Ansteckungen auch in Zukunft nicht vollständig verhindern können”, sagte Reimann. Entscheidend sei in einem solchen Fall, dass von den Behörden vor Ort konsequent alle Kontakte nachverfolgt würden, um das Infektionsgeschehen so eng wie möglich einzugrenzen. “Genau das passiert nun im Landkreis Leer”, betonte die Ministerin. (dpa)

+++ Spanien: Tausende fordern Rücktritt von Sánchez +++

(23.05.2020, 14:31 Uhr)

Tausende haben bei Kundgebungen in ganz Spanien gegen die Anti-Corona-Maßnahmen den Rücktritt des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez gefordert. In Madrid und vielen anderen Städten des Landes folgten die Demonstranten am Samstag mehrheitlich in Privatfahrzeugen dem Aufruf der rechtspopulistischen Partei Vox. Überall wurden spanische Fahnen geschwenkt und Slogans wie “Freiheit, Freiheit, Freiheit!” und “Rücktritt Sánchez!” skandiert. Es gab laute Hupkonzerte und viele riefen immer wieder “Viva España!”.

Vox, die drittstärkste Fraktion im spanischen Parlament, wirft der linken Regierung vor, mit den strikten Regeln und Verboten zur Eindämmung der Pandemie das Land wirtschaftlich “in den Ruin” zu treiben und außerdem die Freiheiten der knapp 47 Millionen Bürger illegal einzuschränken. Diese Vorwürfe erhebt auch die größte Oppositionspartei, die konservative Partido Popular (PP), die ihre Anhänger aber nicht zur Teilnahme an der Kundgebung aufrief. PP-Vizesekretärin Ana Beltrán sagte aber, man unterstütze friedliche Proteste gegen die Regierung, “weil die Menschen es satt haben”. (dpa)

+++ Frankreichs Buchbranche fordert Nothilfe +++

(23.05.2020, 13:50 Uhr)

Mehr als 600 Verleger, Autoren und Buchhändler bitten den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in einem offenen Brief um dringende Hilfe. Der Staat müsse den durch die Coronavirus-Pandemie drohenden Zusammenbruch der Branche verhindern, erklärten sie in der französischen Tageszeitung “Le Monde” vom Samstag. Sie fordern eine Hilfe in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

In dem Text warnen sie, dass viele anerkannte Buchhandlungen und Verlage sowie Autoren, Illustratoren und Übersetzer sich ohne einen schnellen und ehrgeizigen Wiederbelebungsplan von dieser Krise nicht erholen werden. Sie erinnern daran, dass der Umsatz der Verlage durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie um mehr als 80 Prozent zurückgegangen sei, der der Buchhandlungen sei fast vollständig weggebrochen. 

“Es ist jetzt absolut dringend erforderlich, vor dem Sommer einzugreifen”, verlangen die Kulturschaffenden. Zu den Unterzeichnern zählen der Nobelpreisträger Patrick Modiano, der Verleger Antoine Gallimard und der Bestsellerautor Guillaume Musso. (dpa)

+++ Altmaier gegen Recht auf Homeoffice +++

(23.05.2020, 13:17 Uhr)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich gegen ein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeit von zu Hause ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir brauchen vor allem weniger Bürokratie, nicht immer neue staatliche Garantien. Ich bin überzeugt, dass viele Betriebe von sich aus mehr Homeoffice ermöglichen, aber es passt eben nicht überall, vor allem wenn der direkte Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern notwendig ist.»

 Altmaier sagte, er habe volles Vertrauen in Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Betriebsräte, dass vor Ort die richtigen Lösungen gefunden werden. «Staatliche Gängelei wäre grundfalsch.»

 Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, er wolle das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich verankern und bis zum Herbst dazu ein neues Gesetz vorlegen. «Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist», hatte Heil der «Bild am Sonntag» gesagt. «Man darf entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche», erklärte Heil. (dpa)

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+++ Vatikanische Museen öffnen am 1. Juni wieder +++

(23.05.2020, 12:41 Uhr)

Die weltberühmten Vatikanischen Museen werden nach dem Corona-Lockdown vom 1. Juni an wieder ihre Tore öffnen. Besucher müssen Atemschutzmasken tragen, Abstandsregeln einhalten und am Eingang ihre Körpertemperatur messen lassen, wie die Museen am Samstag in Rom mitteilten. Tickets müssen im Voraus gebucht werden. Die üblichen vier Euro Aufschlag auf die 17 Euro für das Standardticket entfallen.

Das Museum auf dem Gelände des Vatikanstaats zeigt unter anderem die Sixtinische Kapelle Michelangelos, die Stanzen Raffaels und unzählige Skulpturen und Gemälde seit der Zeit der Antike. Es war am 8. März wegen der Corona-Pandemie geschlossen worden. Ebenfalls am 1. Juni wird die rund 30 Kilometer südöstlich von Rom gelegene päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo wieder geöffnet. Der Petersdom im Vatikan ist schon seit 18. Mai wieder offen. (dpa)

+++ SPD-Fraktionsvize lehnt CSU-Vorstoß zu Schulden-Obergrenze ab +++

(23.05.2020, 12:18 Uhr)

SPD-Fraktionsvize Achim Post hat sich ablehnend geäußert zum Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder über eine Schulden-Obergrenze beim geplanten Konjunkturprogramm. Post sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur: “Deutschland ist bisher so gut durch die Krise gekommen, weil der Staat seine volle Finanzkraft mobilisiert hat. Dazu müssen wir auch in den nächsten Wochen und Monaten in der Lage sein. Eine Schulden-Obergrenze, die die staatliche Krisenreaktionskraft willkürlich beschränkt, ist da der falsche Weg.”

Die Bundesregierung will Anfang Juni ein Konjunkturprogramm beschließen. Nach Ansicht von Söder soll der Bund zum Anschub der Konjunktur nach der Corona-Krise in diesem Jahr noch maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufnehmen dürfen. “Es ist wichtig, dass wir den Staat nicht ruinieren”, sagte Bayerns Ministerpräsident am Freitag bei einem Parteitag. Konzepte über weitere Neuverschuldungen von bis zu 150 oder 200 Milliarden Euro seien nicht finanzierbar, alle Hilfen müssten “ökonomisch sinnvoll” bleiben.

+++ Frankreich verordnet Einreise-Quarantäne für UK und Spanien +++

(23.05.2020, 11:52 Uhr)

Frankreich hat für Einreisende aus Großbritannien und Spanien eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Damit reagiert die französische Regierung auf die von beiden Ländern erklärte Quarantäneverpflichtung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Die häusliche Isolierung gelte für Reisende aus europäischen Ländern, deren Behörden unkoordiniert eine 14-tägige Maßnahme für Reisende beschlossen hätten, die aus europäischen Ländern in ihr Hoheitsgebiet einreisen, teilte das Pariser Innenministerium mit.

Für aus Spanien Anreisende soll die Bestimmung ab Montag (25. Mai) gelten, allerdings nur für Flugreisende. Spanien hat dieselbe Vierzehn-Tage-Maßnahme am 15. Mai eingeführt. Für Reisende aus Großbritannien soll die Regelung dann greifen, wenn die britische Regierung ihre angekündigten Einschränkungen umsetzt. Am Freitag hatte Innenministerin Priti Patel erklärt, dass ab dem 8. Juni für nahezu alle Reisenden aus dem Ausland eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne gültig sein solle. (dpa)

+++ Thüringen will allgemeine Corona-Beschränkungen beenden +++

(23.05.2020, 11:24 Uhr)

Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. An deren Stelle sollen nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch. “Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen”, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen (Samstag). Die Details sollen nach Angaben einer Regierungssprecherin in der nächsten Kabinettssitzung am Dienstag beraten werden. (dpa)

+++ Frankfurt: Corona-Infektionen nach Gottesdienst +++

(23.05.2020, 10:53 Uhr)

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehrere Mitglieder mit dem Coronavirus infiziert. “Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online”, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau (64), am Samstag. “Bei uns ist es eine schwierige Lage.” Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen. Zuvor hatte die “Frankfurter Rundschau” berichtet.

Die genaue Zahl der Betroffenen konnte Pritzkau nicht nennen. Die meisten seien Zuhause, sechs befänden sich in Krankenhäusern. Der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, wollte den Fall weder bestätigen noch dementieren: “Ich bin Arzt und unterliege der Schweigepflicht.”

Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er “nicht genau sagen”, meinte Pritzkau. “Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden.” Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden. (dpa)

+++ Vier EU-Staaten legen Gegenentwurf zu Merkel-Macron-Plan vor +++

(23.05.2020, 10:34 Uhr)

Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande haben einen Gegenvorschlag zu dem deutsch-französischen Vorstoß für einen Corona-Wiederaufbauplan vorgelegt. Die vier Länder sprechen sich darin für einen einmaligen Notfallfonds zur Stärkung der EU-Wirtschaft aus.

Besonders wichtig sei eine Befristung dieser Nothilfen auf zwei Jahre, hieß es am Samstag aus dem österreichischen Kanzleramt. In dem Gegenentwurf machen die vier Staaten deutlich, dass sie einer Vergemeinschaftung von Schulden und einer Erhöhung des EU-Budgets nicht zustimmen werden. Der Entwurf lag der Deutschen Presse-Agentur am Samstag vor. (dpa)

+++ Reisen vom Festland zu allen griechischen Inseln ab Montag möglich +++

(23.05.2020, 10:07 Uhr)

Athen startet stufenweise seinen Tourismus und die Transporte neu: Ab Montag können Reisende, die nicht unter Quarantäne gestellt sind, vom Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres fahren. Dies war seit Ende März aus Gründen des Schutzes gegen die Coronapandemie nur ständigen Einwohnern der Inseln erlaubt. Auf den griechischen Inseln hat es kaum Corona-Infektionsfälle gegeben. Wie der griechische Staatsrundfunk am Samstag weiter berichtete, werden die Fähren nur höchsten 50 Prozent der bislang erlaubten Passagierzahl mitnehmen. Unbekannte werden sich nicht eine Kabine teilen können. Nur Familien oder Paare dürfen sich eine Kabine teilen, hieß es.

Athen hat bereits angekündigt auch den Tourismus aus dem Ausland neu starten zu wollen. Ende Mai werde der griechische Pandemie-Krisenstab die Liste der Länder bekanntgeben, aus denen Touristen nach Griechenland werden reisen können, ohne in eine zweiwöchige Quarantäne gehen zu müssen. Das werden Länder mit relativ wenigen Corona-Infektionen sein, teilte der griechische Tourismusminister Charis Theocharis im Fernsehen mit. Er äußerte die Hoffnung, dass auch Deutschland als wichtigstes Herkunftsland des Tourismus in Griechenland dabei sein wird. “Wir glauben, wollen und hoffen es”, sagte der griechische Tourismusminister.

Zunächst werde es am 15. Juni Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Ab dem 1. Juli sollen auch alle Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden. Eine Coronavirus-Kontrolle werde es stichprobeweise an den griechischen Flughäfen nach der Landung aus dem Ausland geben, teilte Athen mit. (dpa)

+++ Brasilien hat die zweitmeisten Corona-Infizierten weltweit +++

(23.05.2020, 09:38 Uhr)

Brasilien hat nach jüngsten Angaben die zweithöchste Zahl von Infizierungen mit dem neuartigen Coronavirus weltweit und liegt damit nun vor Russland - nur die USA haben noch mehr Fälle. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Freitag 20 803 Infizierte mehr als am Donnerstag. Damit stieg die Zahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 330 890. Russland kam nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität zuletzt auf 326 448 Fälle. Die USA überstiegen am Freitagabend (Ortszeit) die Marke von 1,6 Millionen nachgewiesenen Infizierungen.

Mindestens 21 048 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Bei der Zahl der Todesopfer liegt das Land damit weltweit weiter auf Platz sechs. (dpa)

+++ US-Autovermieter Hertz meldet Insolvenz an +++

(23.05.2020, 09:20 Uhr)

Der US-Autovermieter Hertz hat in der Corona-Krise Insolvenz angemeldet. Der Rückgang von Reisen durch die Krise habe zu einem plötzlichen und dramatischen Einbruch bei Umsätzen und bei Buchungen geführt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Estero im US-Bundesstaat Florida am Freitagabend (Ortszeit) mit. Während der durch die Krise notwendig gewordenen Umstrukturierungen würden die Geschäfte weitergeführt. Das Unternehmen habe mehr als eine Milliarde Dollar an Barbeständen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die internationalen Operationen des Autovermieters in Europa, Australien und Neuseeland seien nicht von dem Insolvenzantrag betroffen. (dpa)

+++ DIW-Chef: Konjunkturpaket sollte Verbraucher unterstützen +++

(23.05.2020, 08:51 Uhr)

Die Bundesregierung sollte mit ihrem geplanten Konjunkturpaket aus Sicht des Ökonomen Marcel Fratzscher stärker als bisher in der Corona-Krise die Verbraucher unterstützen. “Das stand bisher, abgesehen vom Kurzarbeitergeld, nicht so im Fokus”, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Deutschen Presse-Agentur. Vorstellbar seien etwa niedrigere Sozialabgaben oder ein höheres Elterngeld. “Ich halte es für absolut richtig, Familien zu unterstützen, die den Spagat von Kinderbetreuung und Arbeit zu Hause hinbekommen”, sagte Fratzscher.

Insgesamt solle das Konjunkturpaket einen Dreiklang haben: eine deutliche Entlastung von Unternehmen etwa über eine geringere Körperschaftsteuer oder frühere Abschreibungsmöglichkeiten, die Entlastung der Konsumenten und öffentliche Investitionen. “Eine starke digitale Infrastruktur, Verkehrsinfrastruktur, mehr Geld für Bildung - das alles ist dringend notwendig”, betonte Fratzscher. Derzeit habe die Baubranche auch die nötigen Kapazitäten. (dpa)

+++ Harbarth: Grundgesetz für Corona-Zeit “hervorragender Ordnungsrahmen” +++

(23.05.2020, 08:22 Uhr)

Der neue Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, sieht die Grundrechte auch in Corona-Zeiten gewahrt. “Corona wirft viele verfassungsrechtliche Fragen auf. Aber die aktuelle Situation zeigt, dass das Grundgesetz auch für solch schwierige Phasen ein hervorragender Ordnungsrahmen ist”, sagte Harbarth der “Rhein-Neckar-Zeitung” (Samstag). Das Grundgesetz, das am Samstag seinen 71. Geburtstag feiert, sei “ein Glücksfall für Deutschland”.

“Es gibt weder eine Aussetzung der Grundrechte auf Dauer noch eine Aussetzung im Augenblick”, betonte Harbarth. “Die Grundrechte gelten, aber sie gelten anders als vor der Krise.” So gelte etwa das Recht auf Versammlungsfreiheit mit “neuen Formen der Durchführung” - wie den Mindestabständen. “Aber die Grundrechte sind weiter intakt. Sie werden von den Gerichten in Deutschland geschützt, auch vom Bundesverfassungsgericht”, sagte Harbarth. (dpa)

+++ Weber: Kein neues Geld für alte Probleme +++

(23.05.2020, 08:06 Uhr)

Der Fraktionschef der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, hat für das geplante Programm zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise geworben. Es gebe “zu massiven Investitionen, zum Auffangen unserer Wirtschaft” keine Alternative, sagte der CSU-Politiker der “Passauer Neuen Presse” (Samstag). “Wir Europäer stehen vor der größten Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren. Und die Italiener oder Spanier sind nicht schuld an Corona, sie waren zufällig die Hauptbetroffenen.” Zugleich nannte Weber Bedingungen.

Für ihn seien zwei Punkte zentral. “Erstens: Kein neues Geld für alte Probleme. Ich bin nicht bereit, mit frischem Geld aus den EU-Haushalten die unrealistischen Wahlversprechen der kommunistischen Podemos-Partei in Spanien zu bezahlen.” Vielmehr brauche es “Zukunftsinvestitionen” in die Digitalisierung und den Klimaschutz. “Und zweitens fordern wir einen konkreten Rückzahlplan.” EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will am Mittwoch einen Vorschlag für ein Wiederaufbauprogramm vorlegen. (dpa)

+++ Reisebranche fühlt sich im Stich gelassen +++

(23.05.2020, 07:47 Uhr)

Die von der Corona-Krise hart getroffene Tourismuswirtschaft fühlt sich von der Politik weitgehend im Stich gelassen. “Wir fühlen uns als Branche nicht in dem Maße wahrgenommen und geschätzt”, sagte Ralph Schiller, Geschäftsführer bei der FTI Group der Deutschen Presse-Agentur. “Die Tourismuswirtschaft wollte sich mit Gutscheinen für Reisen, die wegen der Corona-Pandemie storniert werden mussten, selbst helfen. Doch diese Lösung ist gescheitert”, sagte Schiller, der auch im Vorstand des Deutschen Reiseverbandes (DRV) sitzt. “Jetzt brauchen wir als Alternative einen Rettungsfonds, der den Steuerzahler Geld kosten dürfte.”

Schiller hofft, dass es bald eine positive Entscheidung der Bundesregierung über einen Rettungsfonds mit nicht zurückzahlbaren Zuschüssen gibt. “Vielen Unternehmen läuft die Zeit davon”, mahnte der Manager. “Der Liquiditätsdruck trifft alle Unternehmen, ob groß oder klein. Wenn ein Räderwerk mit rund 3 Millionen Arbeitsplätzen stillsteht, trifft das alle.” (dpa)

+++ Mecklenburg-Vorpommern empfängt wieder Gäste aus den Bundesländern +++

(23.05.2020, 07:23 Uhr)

Mecklenburg-Vorpommern kehrt langsam in den Modus eines Urlaubslandes zurück. Nach dem Shutdown Mitte März konnte die Tourismusbranche bereits vergangene Woche Gäste aus dem eigenen Land begrüßen, von Montag an nun dürfen Menschen aus den anderen Bundesländern in den Nordosten - allerdings unter einigen Voraussetzungen. Die Wichtigste ist, dass die Buchung einer Übernachtung in einem Hotel, einer Pension oder auf einem Campingplatz vorliegen muss.

Für Tagestouristen bleiben die Landesgrenzen weiter dicht. “Wer kann das kontrollieren, wer will das kontrollieren?”, kommentierte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christian Schumacher, die schwierige Situation für die Polizisten auch angesichts der Vielzahl von Regulierungen, die in den letzten Wochen erlassen wurden.

Der Landestourismusverband geht davon aus, dass über Pfingsten rund 90 Prozent der Betriebe geöffnet haben werden und dann vermutlich weitgehend ausgebucht sind. (dpa)

+++ Grenzkontrollen wegen Corona: 581 Haftbefehle vollstreckt +++

(23.05.2020, 07:04 Uhr)

Seit der Anordnung von Grenzkontrollen wegen der Corona-Pandemie hat die Bundespolizei 581 offene Haftbefehle vollstreckt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, stellten die Beamten bei ihren Kontrollen außerdem knapp 130 Verstöße gegen das Waffengesetz fest. In rund 150 000 Fällen wiesen sie demnach zur Unterbrechung des Infektionsgeschehens Ausländer an den Grenzen ab, die keinen triftigen Einreisegrund geltend machen konnten.

Wie die Bundespolizei auf Anfrage mitteilte, erzielten die Beamten innerhalb von gut zwei Monaten zudem über 3100 Personen-Fahndungstreffer. In fast 500 Fällen seien Gegenstände, nach denen gefahndet wurde, aufgefunden worden. Außerdem registrierten die Bundespolizisten den Angaben zufolge mehr als 800 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. (dpa)

Die Meldungen vom Vortag lesen Sie hier:

+++ Corona in Türkei: landesweites Ausgehverbot über Bayram-Tage +++

(22.05.2020, 23:20 Uhr)

In der Türkei hat wegen der Corona-Pandemie in der Nacht zum Samstag eine erste landesweite weitgehende Ausgangssperre begonnen. Sie trat um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr deutscher Zeit) in Kraft und soll über die hohen Bayram-Feiertage noch bis Dienstagnacht gelten. Mit der Regelung möchte die Regierung unter anderem die zu Bayram üblichen Familienbesuche unterbinden und so eine weitere Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 verhindern. Die Türkei meldet seit längerem sinkende Opferzahlen und hat begonnen, Beschränkungen zu lockern. Unter anderem durften in der vergangenen Woche Friseure und Einkaufszentren wieder öffnen.

Am Samstag gibt es für einige Stunden noch Einkaufsmöglichkeiten vor den Festlichkeiten. Bäckereien und Anbieter von Süßigkeiten sowie Kliniken, Apotheken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister dürfen über den gesamten Zeitraum hinweg offen bleiben. Gemeinsame Gebete in Moscheen sind aber auch an Bayram weiter verboten.

Ausgehverbote hatte die Regierung in ausgewählten Provinzen bereits in den vergangenen Wochen über Wochenenden und lange Wochenenden verhängt. Sie galten anfangs noch für 31 Städte und Provinzen, später noch für 24, dann 15 Provinzen.

Auf längere und landesweite Ausgangssperren hatte die Türkei verzichtet, um die angeschlagene Wirtschaft nicht weiter zu belasten. Komplette Verbote galten nur gruppenweise, beispielsweise für Senioren ab 65 Jahre. Mit den Lockerungen der Maßnahmen dürfen aber auch sie an festgelegten Tagen wieder aus dem Haus - beispielsweise am Sonntag.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca meldete am Freitagabend, dass sich bisher rund 155.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten. In den vergangenen 24 Stunden seien 27 Menschen gestorben. Damit gab es nach offiziellen Angaben insgesamt rund 4300 Todesfälle. (dpa)

+++ Corona-Krise: China lässt Wachstumsziel weg - Eingriff in Hongkong +++

(22.05.2020, 23:10 Uhr)

Chinas Regierungschef Li Keqiang trägt zur Eröffnung des Volkskongresses keinen Mundschutz. Damit gehört er in der Großen Halle des Volkes zur Minderheit. Die Gesichter der rund 2900 Delegierten, die im Plenarsaal dicht zusammensitzen, sind hinter blauen Chirurgen-Masken verborgen. Durch sie stimmen die Abgeordneten auch die Nationalhymne an. Zum Auftakt der Jahrestagung am Freitag gelten keine Abstandsregeln - aber die Abgeordneten waren vorher auch mindestens zweimal auf das Coronavirus getestet worden. Mit einer Schweigeminute gedenkt die Versammlung der Opfer der Pandemie. 

China, Peking: Xi Jinping (links), Präsident von China, und Li Keqiang, Ministerpräsident von China, nehmen an der Plenarsitzung des chinesischen Volkskongresses in der Großen Halle des Volkes teil. Foto: kyodo / dpa

In China war das Virus zuerst ausgebrochen. Die Volksrepublik ist auch das Land, in dem zuerst die Erholung begann. Doch zur Eröffnung des Volkskongresses wird deutlich, dass auch Monate nach dem Höhepunkt der Pandemie noch längst nicht wieder Normalität eingekehrt ist. Als «Tankstelle der Zuversicht» hatte Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua das wichtigste politische Treffen des Jahres angekündigt. Von Aufbruchsstimmung ist am Eröffnungstag ist aber nicht viel zu spüren - eher Unsicherheit und Nervosität. (dpa)

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+++ Österreichs Kanzler Kurz: «Ich traue Markus Söder alles zu» +++

(22.05.2020, 21:30 Uhr. Update: 23:00 Uhr)

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hält den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder auch geeignet für höhere Aufgaben. «Ich traue Markus Söder alles zu», sagte Kurz am Freitagabend im Talkformat «Bild live». Er betonte zugleich: «In der Frage, wer CDU-Chef werden soll, wer der nächste deutsche Kanzler sein soll, mische ich mich nicht ein. Da werden Sie von mir keine Aussage erhalten.» Er arbeite sowohl mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch mit Söder gut zusammen. Kurz war am Freitagabend auch Gastredner beim Internet-Parteitag der CSU. (dpa)

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+++ Johnson-Berater Cummings verstieß wohl gegen Lockdown-Regeln +++

(22.05.2020, 22:45 Uhr)

Der wichtigste Berater des britischen Premierministers Boris Johnson, Dominic Cummings, soll Medienberichten zufolge gegen die Ausgangsbeschränkungen in dem Land verstoßen haben. Das berichteten der «Guardian» und der «Daily Mirror» am Freitagabend. Cummings soll demnach Ende März von London in die rund 430 Kilometer entfernte nordostenglische Grafschaft Durham zu seinen Eltern gefahren sein - zu einem Zeitpunkt, als er selbst Symptome von Covid-19 hatte.

Nur rund eine Woche vorher hatte die Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie strenge Auflagen für die Bewegungsfreiheit erlassen. Das Reisen war mit Ausnahme von dringenden Gründe nicht erlaubt. Wer Symptome aufweist, muss zudem sieben Tage in Selbstisolation verbringen.

Cummings wurde den Berichten zufolge in Durham von einem Anwohner gesehen und bei der Polizei angezeigt. Die Polizei bestätigte laut «Guardian», am 31. März eine entsprechende Anzeige erhalten zu haben, ohne jedoch einen Namen zu nennen. Die Besitzer der fraglichen Adresse seien von Beamten angesprochen und an die Ausgangsbeschränkungen und die Regeln zur Selbstisolation erinnert worden, hieß es. Wie die BBC-Reporterin Laura Kuenssberg aus dem Umfeld Cummings erfahren haben will, hatte sich der Regierungsberater mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn für die Selbstisolation in einem separaten Gebäude auf dem Hof seiner Eltern einquartiert.

Ein Regierungssprecher wollte sich zu den Berichten auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht äußern. Die oppositionelle Labour-Partei forderte eine «sehr rasche Erklärung».

Sollten sich die Berichte bestätigen, dürfte es Forderungen nach einem Rücktritt Cummings' geben. Erst Anfang Mai hatte der renommierte Wissenschaftler Neil Ferguson vom Imperial College seinen Posten als Regierungsberater aufgeben müssen, weil er während des Lockdowns Besuch von seiner Freundin erhielt. Auch die oberste medizinische Beraterin der schottischen Regierung, Catherine Calderwood, hatte sich über die eigenen Regeln hinweggesetzt und ihren Hut genommen. (dpa)

+++ Krankenkassen fordern Geld für Corona-Tests vom Staat zurück +++

(22.05.2020, 13:56 Uhr. Update: 22:30 Uhr)

Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt. “Im Rahmen der Pandemiebekämpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall sinnvoll”, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Als staatliche Aufgabe müssten Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden.

“Wir sind gesetzlich verpflichtet, in vielen Fällen die Reihentests zunächst zu finanzieren”, erklärte der Sprecher. Wie hoch die Gesamtkosten würden, hänge davon ab, wie ihre Zahl sich entwickle. “Bei 59 Euro Kosten pro Test liegt es auf der Hand, dass wir am Ende vermutlich von einer gewaltigen Summe reden werden”, sagte er. “Selbstverständlich werden wir bei den Finanzberatungen im Herbst darauf drängen, dass die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten aus dem Bundeshaushalt erstattet bekommt.”

Bald sollen in Deutschland deutlich mehr Menschen als bisher auf das Coronavirus Sars-CoV-19 getestet werden. Konkret hat Bundesgesundheitsministerin Jens Spahn (CDU) angekündigt, präventive Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu ermöglichen. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollen Anspruch auf einen Test haben. (dpa)

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+++ Nach Restaurantbesuch wohl Corona-Ausbruch in Niedersachsen +++

(22.05.2020, 21:50 Uhr)

Bei einem Restaurantbesuch im Landkreis Leer in Niedersachsen haben sich offenbar sieben Menschen mit dem Coronavirus infiziert. «Die Infektionen stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Besuch in einem Lokal», teilte der Landkreis am Freitag mit. Diese neuen Fälle hätten dazu geführt, dass bereits für mindestens 50 Menschen «vorsorglich häusliche Quarantäne» angeordnet worden sei. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. NDR 1 Niedersachsen hatte über die Fälle berichtet. Dem Sender zufolge wären dies die ersten bekannten Fälle dieser Art seit der Wiederöffnung der Gastronomie.

Laut Gesundheitsamt handelt es sich nicht um einen Einzelfall mit nur wenigen Kontakten. «Es ist ein Ausbruch mit gleichzeitig mehreren Infizierten und vielen Kontakten.» Entsprechend aufwendig sei nun die Nachverfolgung. Die sieben positiven Befunde, die miteinander zusammenhingen, seien dem Gesundheitsamt von Dienstag bis Freitag mitgeteilt worden. Im Landkreis Leer war zuvor eigenen Angaben zufolge mehr als eine Woche lang überhaupt keine bestätigte Neuinfektion gemeldet worden. Laut NDR 1 Niedersachsen war noch unklar, ob sich die Besucher oder das Personal nicht an die Regeln gehalten hätten.

Landrat Matthias Groote warnte die Bürger der Mitteilung zufolge: «Dieser Ausbruch führt uns deutlich vor Augen: Corona ist nicht vorbei, das Virus kann sich jederzeit weiter verbreiten.»

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga reagierte bestürzt auf den Fall. Durch das Hygiene- und Abstandskonzept, das der Verband erarbeitet habe, seien Neuinfektionen in Restaurants eigentlich nicht möglich, zitierte NDR 1 Niedersachsen eine Sprecherin.

Niedersachsen zählte zu den ersten Bundesländern, in denen Restaurants wieder geöffnet werden durften - seit dem 11. Mai. Bundesweiter Vorreiter war Mecklenburg-Vorpommern, wo die Restaurants bereits am 9. Mai wieder aufmachen durften. (dpa)

+++ AfD-Vize Brandner vergleicht Corona-Politik indirekt mit Geiselnahme +++

(22.05.2020, 21:20 Uhr)

Der stellvertretende AfD-Chef Stephan Brandner hat der Bundesregierung zahlreiche Verfassungsbrüche vorgeworfen und sie indirekt mit Geiselnehmern verglichen. Die Corona-Beschränkungen würden unter anderem gegen das Recht auf freie Entfaltung und das Demonstrationsrecht verstoßen, sagte Brandner am Freitagabend auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau. Die Runde der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, in der Bund und Länder ihr Vorgehen in der Krise koordinieren, bezeichnete er als «Seuchen-Politbüro».

Die Reaktionen der Menschen auf die Corona-Politik verglich Brandner mit dem sogenannten Stockholm-Syndrom, einem psychologischen Phänomen, bei dem Geiseln im Verlauf einer Geiselnahme Sympathie für die Geiselnehmer entwickeln. «Dieses Syndrom scheint in Deutschland vorzuherrschen», sagte der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf die hohen Zustimmungswerte zur Corona-Politik. Die Deutschen würden der Kanzlerin die Einschränkung der Grundrechte mit steigenden Umfragewerten danken.

Stephan Brandner, stellvertretender Bundessprecher der AfD, spricht auf einer Kundgebung der AfD Sachsen-Anhalt auf dem Marktplatz . Die Kundgebung steht unter dem Motto «Corona und die wirtschaftlichen Folgen». Foto: Hendrik Schmidt / dpa-Zentralbild / ZB

Wenn die Einschränkungen dann wieder rückgängig gemacht werden, würden sich die Deutschen dafür noch bedanken, obwohl das eine Selbstverständlichkeit sei. «Es gibt keinen Grund für Dankbarkeit, dass die Einschränkungen unserer Grundwerte gelockert werden.»

Die AfD hatte für die Veranstaltung 200 Menschen angemeldet, die Polizei zählte rund 50. Teilnehmer und Redner der Kundgebung auf dem Dessauer Marktplatz hielten sich an die Vorgaben der Behörden: Der Veranstaltungsort war durch Flatterband abgegrenzt, wer ihn betreten wollte, musste seine Kontaktdaten hinterlassen, einen Mundschutz aufsetzen und auf Kreidekreuzen auf dem Boden stehen, um den Mindestabstand einzuhalten. (dpa)

+++ CSU setzt im Corona-Kampf auf Investitionen und Schulden-Grenze +++

(22.05.2020, 21:10 Uhr)

Im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise fordert die CSU ein weiteres großes Konjunktur- und Innovationspaket - setzt aber zugleich ein klares Limit für die deutsche Neuverschuldung. Maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden soll der Bund nach Worten von CSU-Chef Markus Söder in diesem Jahr aufnehmen dürfen. Das sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitag in seiner Rede auf dem ersten Internet-Parteitag in der CSU-Geschichte.

«Unser Wohlstand ist bedroht», sagte Söder. Die Folgen der Pandemie zeigten schon jetzt, dass das endlose Wachstum bei den Steuereinnahmen an seine Grenzen stoße. «Deswegen ist es jetzt wichtig, dass wir sehr klug handeln.»

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+++ Trump will Gottesdienste in Corona-Krise wieder ermöglichen +++

(22.05.2020, 20:35 Uhr. Update: 21:00 Uhr)

US-Präsident Donald Trump will Amerikanern den Besuch von Gottesdiensten in der Corona-Krise ermöglichen. Trump erklärte Kirchen und andere Gotteshäuser wie Synagogen und Moscheen am Freitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus zu «essenziellen Orten, die essenzielle Dienste anbieten». Essenzielle Einrichtungen wie etwa Supermärkte müssen nach den Coronavirus-Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC in der Pandemie nicht geschlossen werden.

Trump forderte die Gouverneure der US-Bundesstaaten dazu auf, Gotteshäuser schon an diesem Wochenende wieder zu öffnen. «Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen.»

Trump kritisierte: «Einige Gouverneure haben Alkoholläden und Abtreibungskliniken als essenziell erachtet, aber Kirchen und andere Gotteshäuser außen vor gelassen. Das ist nicht richtig. Ich korrigiere diese Ungerechtigkeit.» Er fügte hinzu: «In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger.» Alle US-Bundesstaaten haben Schutzmaßnahmen in der Pandemie inzwischen gelockert oder haben Lockerungen angekündigt. In vielen Bundesstaaten sind Gottesdienste oder andere religiöse Zusammenkünfte aber weiterhin nicht erlaubt. (dpa)

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+++ Niedriger Anstieg der Covid-Opferzahl in Frankreich hält an +++

(22.05.2020, 20:55 Uhr)

In Frankreich sinkt die Zahl neuer Covid-19-Opfer weiter. Innerhalb von 24 Stunden sind 74 Menschen an der Krankheit gestorben, am Vortag wurden 83 vermeldet. Auch bei den Corona-Intensivpatienten sank die Zahl um 44 auf 1701, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Paris mitteilte. Erstmals haben die Behörden nicht die Gesamtbilanz der Corona-Toten seit Ausbruch der Pandemie bekannt gegeben. Bis zum Donnerstag lag die Zahl bei 28.215.

Frankreich gehört in Europa zu den besonders betroffenen Ländern der Corona-Krise. Vor rund eineinhalb Wochen hat die Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen für Bürger gelockert. Einschränkungen gibt es aber weiterhin; so sind Reisen mit einer Entfernung von über 100 Kilometern nur bei besonderen beruflichen oder privaten Anlässen erlaubt. (dpa)

+++ An Menschen getesteter Corona-Impfstoff zeigt erste kleine Erfolge +++

(22.05.2020, 17:29 Uhr. Update: 20:45 Uhr)

Chinesische Forscher haben weltweit erstmals mit einem möglichen Corona-Impfstoff eine Reaktion des Immunsystems bei Menschen hervorgerufen. Einen Rückschlag gab es dagegen für die Malariamittel Chloroquin und Hydroxychloroquin. Eine große Analyse der Daten von Corona-Patienten zeigte keinen Erfolg. (dpa)

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+++ Deutschland: mehr als 177.600 Corona-Nachweise - über 8190 Tote +++

(22.05.2020, 20:30 Uhr)

Bundesweit sind bis Freitagabend über 177.600 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 19.45 Uhr: mehr als 177.180 Infektionen). Mindestens 8197 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 19.45 Uhr: über 8173). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag bei 0,85 (Datenstand 22.5., 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Inzwischen gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 159.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 46.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2372 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 36.900 Fällen und mindestens 1546 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.300 bestätigten Fällen und mindestens 1692 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 354,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 213,7. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. (dpa)

+++ Schäuble: Corona-Krise gut gemeistert - Lob für Kretschmer +++

(22.05.2020, 20:25 Uhr)

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht in der Corona-Pandemie eine «neue Erfahrung für die Menschheit». Seit dem Zweiten Weltkrieg habe man nichts Vergleichbares erlebt, sagte der CDU-Politiker am Freitagabend in einem ARD-«Extra». Aufgabe der Politik sei es am Anfang auch gewesen, Panik zu verhindern. «Das ist gut gelungen», sagte Schäuble. Inzwischen würden auch Beobachter im Ausland finden, «dass es in Deutschland gar nicht so schlecht gelaufen ist», sagte Schäuble. Der Föderalismus habe gut funktioniert, in der «unmittelbaren Notlage» hätten alle auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geschaut. Nun sei es gut, regional unterschiedliche Regelungen für Lockerungsmaßnahmen zu treffen.

Schäuble sagte, wenn man aus der Pandemie die richtigen Lehren zöge, dann könne die Chance eines Neuanfangs auch genutzt werden, um in Zukunft besser zu werden. Das werde nicht einfach sein. Krisen seien aber immer auch eine Chance, verkrustete Strukturen aufzubrechen. Als Herausforderungen der Zukunft nannte Schäuble den Klimawandel, den Rückgang der Artenvielfalt und den dramatischen Landverbrauch.

Lobende Worte fand der Bundestagspräsident für den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), der auf Demonstrationen gegen Corona-Auflagen mehrfach mit Menschen diskutiert hatte. Es gebe zwar Menschen, mit denen man nicht ernsthaft diskutieren könne. «Was Ministerpräsident Kretschmer gemacht hat, war natürlich trotzdem toll, denn viele bei diesen Demonstrationen sind ja nicht Verrückte, sondern sie sind vielleicht anfällig für Verschwörungstheoretiker oder irgendwelche Parolen», sagte Schäuble. (dpa)

+++ Österreichs Kanzler: Corona-Soforthilfe Ja, Schulden-Union Nein +++

(22.05.2020, 20:20 Uhr)

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz ist nach eigenen Worten für eine Corona-Soforthilfe für besonders vom Coronavirus betroffene Länder, lehnt eine «Schulden-Union» aber strikt ab.

Österreich wolle solidarisch sein, wolle - wie Deutschland - andere Länder unterstützen, die schwer von der Corona-Krise getroffen worden seien, sagte Kurz am Freitagabend, als er als Gast bei einem CSU-Internet-Parteitag zugeschaltet war. «Wir sagen klar Ja zu Corona-Soforthilfe, aber was wir ablehnen, ist eine Schulden-Union durch die Hintertür.» Das würde Europa nicht guttun, argumentierte er. Deshalb könne jede Hilfe auf europäischer Ebene nur befristet stattfinden, mahnte Kurz. «Das ist ganz entscheidend: eine einmalige Soforthilfe und nicht ein Einführen einer Vergemeinschaftung von Schulden auf Dauer.»

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten zuletzt ein Konzept für einen Wiederaufbauplan nach der Coronavirus-Pandemie im Umfang von 500 Milliarden Euro unterbreitet. Das Geld soll demnach von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Dafür müssten sich aber alle 27 EU-Länder einig werden. (dpa)

+++ St.-Pauls-Kathedrale richtet virtuelles Denkmal für Corona-Opfer ein +++

(22.05.2020, 20:15 Uhr)

Die St.-Pauls-Kathedrale in London hat ein virtuelles Denkmal in Form eines Erinnerungsbuchs für Opfer der Coronavirus-Pandemie eingerichtet. Auf der Webseite des Projekts «Remember me», die am Freitag freigeschaltet wurde, können Angehörige und Freunde von Menschen, die an Covid-19 gestorben sind, Fotos und kurze Texte hochladen.

Das Projekt hat den Segen von Prinz Charles, der sich mit einem kurzen Video per Twitter zu Wort meldete. Das Angebot richte sich an Menschen jeglichen Glaubens und auch an Nicht-Gläubige, sagte Charles. «Dieses virtuelle Buch des Gedenkens ist hier, um uns beim Erinnern zu unterstützen», so der Royal. «Nicht nur um den Verlust und Schmerz festzuhalten, sondern auch um dankbar zu sein, was die geliebten Menschen in unser Leben gebracht haben.»

Der 71 Jahre alte Thronfolger war selbst zeitweise an Covid-19 erkrankt, hatte aber nur milde Symptome. Er hatte sich deshalb im März eine Woche lang auf seinem Landsitz in Schottland in Selbstisolation begeben. Seine Frau Herzogin Camilla (72) wurde damals negativ getestet, musste aber ebenfalls sieben Tage in Isolation.

In keinem anderen Land in Europa wurden bisher so viele Todesfälle verzeichnet wie im Vereinigten Königreich. (dpa)

+++ Kussszene in Corona-Zeiten? - Double bei «Tierärztin Dr. Mertens» +++

(22.05.2020, 20:10 Uhr)

Wie dreht man eine Kussszene, ohne gegen Corona-Abstandsregeln zu verstoßen? Die Macher der Fernsehserie «Tierärztin Dr. Mertens» haben darauf eine Antwort gefunden. «Um auf Nähe beim Protagonistenpaar Susanne Mertens und Christoph Lenz nicht verzichten zu müssen, greifen wir für Kussszenen auf ein Double zurück», erklärte MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt. «Dankenswerterweise hat sich dafür die einzig mögliche Person zur Verfügung gestellt, die Partnerin von Sven Martinek.» Derzeit wird die siebte Staffel in Leipzig gedreht. Dr. Susanne Mertens (Elisabeth Lanz) und ihr ehemaliger Partner Christoph Lenz (Sven Martinek) schmieden darin wieder gemeinsame Zukunftspläne.

Drehbeginn der 7. Staffel von Tierärztin Dr. Mertens für Das Erste. Gedreht wird die beliebte Fernsehserie in Leipzig unter Einhaltung der strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Bild: ARD / Steffen Junghans"

Ansonsten werde beim Drehen auf Szenen mit enger körperlicher Nähe möglichst verzichtet. Der Mindestabstand von 1,50 Meter werde gewahrt. Die Drehbücher seien dahingehend angepasst worden, teilte Brandt mit. Am Set herrsche hinter der Kamera Mund-Nasen-Schutzpflicht. Ein externer Sicherheitsspezialist habe ein umfassendes Arbeitsschutz- und Hygienepaket speziell für die Dreharbeiten konzipiert. Noch bis zum 29. Juli wird in Leipzig und Umgebung gedreht. (dpa)

+++ Flixbus fährt von Donnerstag (28. Mai) an wieder +++

(22.05.2020, 19:04 Uhr)

Reisende und Pendler in Deutschland können wieder Fernbus fahren. Nach zwei Monaten Corona-Pause kündigte Flixbus einen Neustart für Donnerstag nächster Woche (28. Mai) an. Die grünen Busse steuern zunächst knapp 50 Halte an, wie der deutsche Marktführer am Freitag ankündigte. Vor der Krise waren es zehn Mal so viele gewesen. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus standen die Busse seit dem 18. März still. Konkurrenten wie Blablabus und Pinkbus haben noch nicht angekündigt, ob und wann sie den Betrieb wieder aufnehmen.

“Wir wollen auch in diesen Corona-Zeiten sicheres Reisen ermöglichen”, sagte Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. Dazu habe man ein Hygienekonzept erarbeitet. Busse werden nach jeder Fahrt desinfiziert. Es gilt der Sicherheitsabstand von 1,50 Metern an Haltestellen und beim Ein- und Aussteigen. Fahrkarten würden berührungslos kontrolliert, Desinfektionsmittel stehe bereit.

Wie bei der Bahn sollen Sitzplätze aber nicht gesperrt werden, wie Schwämmlein sagte. “Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar.” Fahrgäste müssen aber während der gesamten Fahrt Mundschutz tragen. Hier sei auch Eigenverantwortung gefragt, sagte Schwämmlein. “Wir appellieren an unsere Fahrgäste, ihre Reise nur dann anzutreten, wenn sie beschwerdefrei sind.”

Teurer sollen die Fahrten trotz des höheren Aufwands nicht werden. “Wir gehen davon aus, dass wir das Preisniveau halten können, das wir vor der Krise hatten.”

Angefahren werden neben Großstädten wie Berlin, Leipzig, Nürnberg, Hamburg, Frankfurt am Main und München auch kleinere Städte wie Bayreuth, Himmelkron, Titisee-Neustadt, Weimar und Wolpertshausen, wie Flixbus mitteilte. Auch in Österreich, Polen, Tschechien und Dänemark sei man wieder im Einsatz. Toiletten werden nicht geöffnet, damit sich Fahrgäste im Bus nicht begegnen. Die Busse führen aber regelmäßig auf Rastplätze, hieß es vom Unternehmen.

“Wir werden diese Krise überstehen”, sagte Schwämmlein. Das Unternehmen sei sehr gut finanziert. Flixbus hat keine eigenen Busse, sondern vermittelt die Buchung an mittelständische Busfirmen. “Es ist eine dramatische Situation in der Branche”, sagte Schwämmlein. “Aber unsere Partner sind alle noch da.” (dpa)

+++ Großbritannien führt Quarantäne für Reisende aus dem Ausland ein +++

(22.05.2020, 18:33 Uhr)

Die britische Regierung führt vom 8. Juni an eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisenden ein, die in das Land kommen. Das sagte Innenministerin Priti Patel am Freitag bei einer Pressekonferenz in London. Damit solle verhindert werden, dass Coronavirus-Infektionen von außen eingeschleppt würden und eine zweite Ausbruchswelle auslösten, so die konservative Politikerin.

Einreisende müssen künftig an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Wer sich nicht an die 14-tägige Selbstisolation hält, muss mit einem Bußgeld von 1000 Pfund (rund 1117 Euro) rechnen, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Die Quarantäne soll für alle Einreisenden gelten, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Ausgenommen sind nur wenige Berufsgruppen wie Lastwagenfahrer und Erntehelfer sowie Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln.

Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte bereits vor Wochen vor einer solchen Maßnahme gewarnt. Ohne zeitliche Befristung mache eine solche Quarantänepflicht “eine bereits schwierige Situation schlimmer für die britische Luftfahrtbranche und alle Unternehmen, die daran hängen”, hieß es in einem offenen Brief an Premierminister Boris Johnson. Die Menschen würden dann ganz einfach nicht mehr von und nach Großbritannien reisen, hieß es weiter.

Die Regierung in London steht wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie seit Wochen in der Kritik. In keinem anderen Land in Europa wurden bisher so viele Todesfälle verzeichnet wie im Vereinigten Königreich. Dort starben bisher knapp 36 400 Menschen, nachdem sie positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden. Die Zahl der Sterbefälle, bei denen Covid-19 als Ursache festgestellt wurde, liegt bei mehr als 41 000.

Inzwischen ist die Zahl der täglich neu gemeldeten Infektionen und Todesfälle rückläufig. Das, so Patel, erhöhe die Gefahr durch mögliche Einschleppungen aus dem Ausland. (dpa)

+++ Söder: Alle Kinder Anfang Juli zurück in Kindergärten und Kitas +++

(22.05.2020, 17:56 Uhr)

Nach monatelanger Corona-Zwangspause sollen in Bayern bis zum 1. Juli wieder alle Kinder zurück in Kindergärten und Krippen dürfen. Dieses Zieldatum nannte der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder am Freitagabend in seiner Rede auf dem ersten Internet-Parteitag der CSU-Geschichte. Ziel sei der 1. Juli, und zwar in kleineren, festen Betreuungsgruppen.

Bislang hatte es lediglich einen Fahrplan für rund 80 Prozent der Kinder gegeben. Bereits am kommenden Montag (25. Mai) dürfen Vorschulkinder wieder zurück in den Kindergarten, und auch deren Geschwisterkinder. Zudem dürfen dann Großtagespflege-Einrichtungen mit bis zu zehn Kindern wieder öffnen, ebenso Waldkindergärten. Nach den Pfingstferien am 15. Juni dürfen die Kinder zurück in die Kindergärten, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches gilt für jüngere Kinder, die vor dem Übergang in den Kindergarten stehen - sie dürfen dann wieder in die Krippe gehen. Und nach den Worten Söders sollen alle anderen dann Anfang Juli folgen. (dpa)

+++ Erstmals zeigt an Menschen getesteter Corona-Impfstoff kleine Erfolge +++

(22.05.2020, 17:29 Uhr)

Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal “The Lancet” veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

“Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar”, erklärte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking. Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen. Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch “vorsichtig” zu interpretieren. “Es zeigt sich eine vielversprechende Vision für eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugänglich ist”, sagte er.

Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. Eine Doppelblind-Studie mit Kontrollgruppe wurde als Phase 2-Versuch mit dem Wirkstoff ebenfalls in Wuhan bereits gestartet. Momentan sind nach “Lancet”-Angaben mehr als 100 mögliche Wirkstoffe gegen Covid-19 weltweit in der Entwicklung. (dpa)

+++ Rund 80 Covid-19-Kranke in Istanbuler Hochsicherheitsgefängnis +++

(22.05.2020, 17:13 Uhr)

Im Hochsicherheitsgefängnis Silivri im Westen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind 82 Insassen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Es gehe ihnen gut, hieß es in einer Stellungnahme der zuständigen Staatsanwaltschaft am Freitag. Zehn Betroffene seien im Krankenhaus, die anderen im Gefängnis isoliert. Zudem sei am Donnerstag ein Insasse an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Der Mann habe auch an Tuberkulose gelitten.

Wie viele Insassen in türkischen Gefängnissen insgesamt betroffen von der Corona-Pandemie sind, ist nicht bekannt. Ende April hatte Justizminister Abdulhamit Gül gesagt, bisher seien 120 Häftlinge an Covid-19 erkrankt. Keiner sei auf einer Intensivstation. Gül zufolge kamen die Betroffenen aus vier Gefängnissen. Am 13. April hatte Gül gemeldet, dass im offenen Vollzug bisher 17 Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 bestätigt seien. Drei Menschen seien gestorben.

Die Regierung hat im April damit begonnen, Häftlinge aus den überfüllten Gefängnissen unter anderem in den Hausarrest zu entlassen, um die Verbreitung von Covid-19 aufzuhalten. Ein entsprechendes Gesetz sollte die Entlassung von bis zu 90.000 Menschen ermöglichen. Anwälte und Menschenrechtler hatten die Maßnahme scharf kritisiert, weil sie Inhaftierte unter sogenannten “Terrorvorwürfen” und Untersuchungshäftlinge ausschließt. Darunter sind auch Regierungskritiker und Journalisten. Betroffen sind auch einige wegen “Terrorvorwürfen” verurteilte Deutsche. (dpa)

+++ Putin: Corona-Lage in Russland hat sich stabilisiert +++

(22.05.2020, 17:02 Uhr)

Im Kampf gegen das Coronavirus sieht der russische Präsident Wladimir Putin erste Erfolge. Die Lage habe sich im ganzen Land stabilisiert, sagte er am Freitag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. “Bisher ist diese positive Dynamik nicht so schnell, wie wir uns das wünschen. Manchmal ist sie instabil, aber sie existiert.” Etwa 165.000 Corona-Patienten könnten die Kliniken aufnehmen. 30 Prozent dieser Betten seien derzeit nicht belegt.

Russland ist nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins nach den USA das Land mit den weltweit meisten Corona-Infektionen. Mit Stand Freitag haben sich nach russischen Behördenangaben mehr als 326 400 Menschen mit dem Virus infiziert. Es wurden 3249 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert. 99 800 Menschen galten als genesen. Seit Tagen ist die Zahl der Neuinfizierten unter 10.000. Die Hälfte aller Corona-Fälle entfallen auf die Millionenmetropole Moskau. Dort gelten seit Wochen strenge Ausgangssperren. Nennenswerte Erleichterung stellte Bürgermeister Sergej Sobjanin noch nicht in Aussicht, erst wenn die Zahl der Neuinfektionen deutlich sinke.

Vom kommenden Montag an soll es lediglich kleinere Lockerungen geben. Laut Stadtverwaltung öffnen dann weitere staatliche Dienstleister, aber nur mit vorherigem Termin. Carsharing soll wieder möglich sein. Ein Auto muss aber mindestens fünf Tage lang gemietet werden. Putin mahnte, Russland müsse auch für eine zweite Corona-Welle im Herbst gewappnet sein. Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa sagte: “Die Zahl der Toten dürfte im Mai ernsthaft steigen.” (dpa)

+++ Bis zu 80 Millionen Kleinkinder von Impfausfällen betroffen +++

(22.05.2020, 17:00 Uhr)

Bis zu 80 Millionen Kinder unter einem Jahr sind nach UN-Angaben durch coronabedingte Impfausfälle betroffen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Kinderhilfswerk Unicef und die Impfallianz Gavi am Freitag gemeinsam mitteilten, werden in mindestens 68 Ländern Routine-Impfprogramme derzeit durch die Corona-Krise behindert. Die Ausfälle seien sowohl in armen als auch reichen Ländern zu beobachten.

“Immunisierungen sind eine der kraftvollsten und wichtigsten Präventionsmittel gegen Krankheiten in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit”, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus laut der Mitteilung. Die Unterbrechungen durch die Corona-Pandemie könnten Fortschritte von Jahrzehnten zurückdrehen, etwa im Kampf gegen die Masern.

Die Gründe für die Unterbrechungen der Impfkampagnen seien unterschiedlich. Eltern würden aufgrund von Ausgangsbeschränkungen und der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nur zurückhaltend das Haus verlassen. Zudem sei auch der Zugang zu Gesundheitseinrichtungen teilweise nur eingeschränkt möglich, die Anreise zu solchen Einrichtungen erschwert. Schwierigkeiten bei der Lieferung von Impfstoffen verschärften die Situation noch zusätzlich.

“Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Kampf gegen eine Krankheit auf Kosten des langfristigen Fortschritts im Kampf gegen andere Krankheiten geht”, sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. Besonders betroffen sind nach Angaben der drei Organisationen Impfkampagnen gegen die Masern und gegen Polio. Impfungen gegen die Masern seien in 27 Ländern ausgesetzt worden, Polio-Impfungen sogar in 38 Staaten. (dpa)

+++ Gericht: Fitnessstudios in Thüringen dürfen öffnen +++

(22.05.2020, 16:43 Uhr)

Fitnessstudios in Thüringen dürfen unter Auflagen öffnen. Das hat das Thüringer Oberverwaltungsgericht am Freitag beschlossen und damit die Thüringer Corona-Verordnung mit Blick auf diese Sporteinrichtungen gekippt. Die Regelung dort sieht eigentlich vor, dass die Studios erst ab dem 1. Juni öffnen dürfen. Voraussetzung für eine Öffnung sei aber, dass ein Infektionsschutzkonzept für das Studios erstellt und nachgewiesen wird, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. Die Entscheidung ist unanfechtbar.

Der Beschluss gelte für ganz Thüringen. Sollte sich die Corona-Lage in einzelnen Regionen aber verschärfen, könnten die Öffnungen wieder mit Anordnungen eingeschränkt werden. Ein Studiobetreiber in Apolda hatte einen Eilantrag gestellt und darauf verwiesen, dass er bereits mit dem Gesundheitsamt ein Hygienekonzept für eine Öffnung erarbeitet habe. Zudem entstünde ihm wirtschaftlicher Schaden, wenn er erst am 1. Juni öffnete.

Der Senat kam dem Antrag nun nach. Selbst unter Berücksichtigung der Risikolage erweise sich die Schließung der Studios rechtlich mit hoher Wahrscheinlichkeit als nicht haltbar, hieß es unter anderem als Begründung. Da etwa Vereins- oder Reha-Sport unter strengen Auflagen erlaubt sei, sah der Senat die Fitnessstudios durch die Schließung ungleich behandelt. (dpa)

+++ Großbritannien plant Quarantäne für Reisende aus dem Ausland +++

(22.05.2020, 16:38 Uhr)

Die britische Regierung will voraussichtlich im Juni eine zweiwöchige Quarantäne für Reisende einführen, die in das Land kommen. Der BBC zufolge könnten Zuwiderhandlungen mit Bußgeldern von bis zu 1000 Pfund (umgerechnet rund 1117 Euro) geahndet werden. Die Quarantäne soll demnach für alle Einreisenden gelten, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Die Regierung wollte die Pläne einem Sprecher zufolge noch am Freitag ankündigen.

In der Luftfahrtbranche stießen die Vorschläge auf Kritik. Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte bereits vor Wochen vor einer solchen Maßnahme gewarnt. Ohne zeitliche Befristung mache eine solche Quarantänepflicht “eine bereits schwierige Situation schlimmer für die britische Luftfahrtbranche und alle Unternehmen, die daran hängen”, hieß es in einem offenen Brief an Premierminister Boris Johnson. Die Menschen würden dann ganz einfach nicht mehr von und nach Großbritannien reisen, hieß es weiter.

Die Regierung in London steht wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie seit Wochen in der Kritik. In keinem anderen Land in Europa wurden bisher so viele Sterbefälle verzeichnet wie im Vereinigten Königreich. Dort starben bisher mehr als 36.000 Menschen, nachdem sie positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden. Die Zahl der Todesfälle, bei denen Covid-19 als Ursache festgestellt wurde, liegt bei mehr als 41.000. Inzwischen ist die Zahl der täglich neu gemeldeten Todesfälle rückläufig. Trotzdem ist die Regierung bisher noch sehr zurückhaltend mit der Aufhebung von Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Mit der Quarantäne für Reisende will sie verhindern, dass es durch eingeschleppte Infektionen aus dem Ausland zu einer zweiten Ausbruchswelle kommt. (dpa)

+++ Zum dritten Mal keine neuen Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern +++

(22.05.2020, 16:20 Uhr)

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag zum dritten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vortag keine weiteren Infektionen nachgewiesen worden. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Rostock wurden (Stand 22.5. 2020, 15.00) im Land insgesamt 759 Menschen positiv auf das Covid-19-Virus getestet. Drei aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg gemeldete Fälle hätten sich bei Nachtestungen nicht bestätigt. Rund 700 der positiv getesteten Menschen in dem Bundesland seien von einer Covid-19-Erkrankung genesen.

In Sachsen-Anhalt gab es am Freitag zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie im Vergleich zum Vortag keine neuen gemeldeten Infektionen mit dem Coronavirus. Nach Angaben des Sozialministeriums in Magdeburg waren am Freitag landesweit 1693 Fälle registriert. 1561 Menschen seien Schätzungen zufolge wieder genesen. Erstmalig waren dem Ministerium am 16. Mai keine Neuinfektionen in dem Bundesland im Vergleich zum Vortag gemeldet worden. Auch in Hamburg gab es bereits einen Tag ohne neue gemeldete Infektionen. Experten gehen jedoch von einer Dunkelziffer an Fällen aus. (dpa)

+++ Arbeitsminister Heil hat Notbetreuung in Anspruch genommen +++

(22.05.2020, 16:07 Uhr)

Arbeitsminister Hubertus Heil hat seine Tochter in der Corona-Krise auch schon einmal in die Notbetreuung gegeben. “Wir haben jetzt das erste Mal auch Notbetreuung in Anspruch genommen in der Kita”, sagte er dem SWR. Seine Frau könne zwar häufig im Homeoffice tätig sein, aber dies sei ziemlich fordernd. Sie erlebe, “dass das aus der Mischung von zu Hause arbeiten und von Homeschooling keine romantische Veranstaltung ist”, so Heil.

Der SPD-Politiker hatte zu Beginn der Kontaktbeschränkungen im Homeoffice gearbeitet. Wegen des Verdachts einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 war er unter Quarantäne gestellt worden. Ein Test ergab später, dass er sich nicht infiziert hatte. Heil und seine Frau haben eine sechs Jahre alte Tochter und einen siebenjährigen Sohn. Für seine Tochter wünscht sich Heil, dass mit der Einschulung alles gut funktioniert, wie er dem SWR sagte. Und: “Ich hoffe, dass nach dem Sommer das alles bisschen besser läuft.”

Die Regelungen zur Notbetreuung in Schule und Kindertagesstätten unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Anspruch haben Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten - etwa in der Pflege, bei der Polizei oder auch in der Produktion bestimmter Güter. Mancherorts können auch Paare, bei denen nur eine Person in einem dieser Felder arbeitet, und Alleinerziehende ihre jungen Kinder in die außerordentliche Betreuung geben. (dpa)

+++ Berliner Fernsehturm wieder offen nach Corona-Pause +++

(22.05.2020, 16:01 Uhr)

Nach der zweimonatigen Schließung wegen der Corona-Pandemie haben am Freitag die ersten Besucher die Aussicht vom Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz genossen. “Die Gäste waren äußerst gut auf die Corona-Bedingungen eingestellt”, sagte ein Sprecher des Betreibers am Nachmittag. Das Hygienekonzept, das unter anderem das Tragen von Masken auf der Aussichtsplattform vorschreibt, werde vorbildlich umsetzt. Seit Freitag dürfen jeweils 50 Besucher gleichzeitig auf die Plattform oder ins Restaurant.

Ein spontaner Besuch des höchsten Bauwerks in Deutschland ist vorerst nicht möglich: Damit sich keine Schlangen bilden, müssen Besucher vorab online Tickets reservieren, dabei werden Zeiten vergeben. Der Turm war am 3. Oktober 1969 zum 20. Jahrestag der DDR (7. Oktober) eröffnet worden. Er misst 368 Meter bis zur Antennenspitze. (dpa)

+++ Steinmeier: Demokratie bewährt sich in der Pandemie +++

(22.05.2020, 15:44 Uhr)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht in den Debatten über die Corona-Politik einen Nachweis der Stärke der Demokratie. “Wie lebendig unsere Demokratie, wie tief verankert und wie hoch geschätzt ihre Grundwerte sind, das zeigt sich doch gerade jetzt in dieser Krise”, schreibt er in einem Gastbeitrag in der “Süddeutschen Zeitung” (Wochenendausgabe). “Kritik ist nicht reserviert für Corona-freie Zeiten.”

Er halte die Corona-Beschränkungen für sinn- und maßvoll. Sie seien zwar “massiv” und “einmalig in unserer Geschichte”, dienten aber dem Schutz von Gesundheit und Leben. Er freue sich über die lebhaften Diskussionen, warnte aber zugleich vor deren Missbrauch. Einige Menschen versuchten in die Debatten “ihre vergifteten Ideen” zu bringen, “um Zweifel am Sinn und der Rechtmäßigkeit demokratischer Verfahren zu säen”, so der Bundespräsident.

Hinter Verschwörungstheorien stünden harte politische Ziele, “die wir nicht ignorieren dürfen”. Gewählte Politiker, seriöse Journalisten und wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren, sei “nichts weniger als ein Angriff auf unsere Demokratie”. Dabei sei es gerade die demokratische Grundordnung, die sich in der Pandemie bewähre. Dass die Infektionskurve abgeflacht werden konnte, sei ein “gesamtgesellschaftlicher Kraftakt”, den wir als verantwortungsbewusste Bürger leisteten - ohne dass “eine eiserne Hand uns dazu zwingt”.

Steinmeier betonte zudem, dass nichts dafür spreche, dass die Beschränkungen nach der Krise nicht wieder aufgehoben würden. Er zeigte sich überzeugt: Das Grundgesetz, das am Samstag seinen Geburtstag feiert, “wird diese Pandemie überdauern, ohne Schaden zu nehmen”. Am 23. Mai 1949 wurde es in Bonn unterzeichnet und trat mit Ablauf des Tages in Kraft. “Das Grundgesetz gehört in keine Risikogruppe - nicht nur, weil 71 Jahre für eine Verfassung kein Alter sind.” (dpa)

+++ Forscher weisen erstmals neues Coronavirus in Muttermilch nach +++

(22.05.2020, 15:26 Uhr)

Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal “The Lancet”.

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber - ebenso wie ihr Kind - auch positiv getestet. In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das neue Coronavirus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen vier Mal positiv. Woran das liegt, sei derzeit noch nicht klar, sagte Münch. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten sich von Covid-19.

Die später erkrankte Mutter hatte beim Umgang mit ihrem Kind einen Mund-Nasen Schutz getragen und Hände und Brüste desinfiziert. Zudem sterilisierte sie regelmäßig die Utensilien für das Stillen. Es bleibe unklar, ob sich das Baby tatsächlich beim Stillen infizierte, betonen die Forscher. “Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.” Typischerweise wird das Virus über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bisher keinen Nachweis des neuen Coronavirus in Muttermilch verzeichnet. “Es gibt keinen Grund, das Stillen zu vermeiden oder zu beenden”, heißt es dazu in den Empfehlungen auf der Homepage der Organisation. (dpa)

+++ UN verurteilen Zwangsräumung von Slums in Kenia inmitten Corona-Krise +++

(22.05.2020, 15:09 Uhr)

UN-Menschenrechtler haben die Zwangsräumung von Hunderten Häusern in informellen Siedlungen in Kenia inmitten der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Das Zerstören von Häusern Tausender Menschen, ohne eine alternative Unterkunft bereitzustellen, sei ein schwerer Verstoß des Rechts auf eine Unterkunft, teilte das UN-Menschenrechtsbüro am Freitag mit. Dies inmitten einer Pandemie zu tun, verstoße zudem gegen etliche Menschenrechtsnormen und verschärfe die möglichen Auswirkungen der Corona-Krise.

Anfang Mai wurde demnach ein Teil des Slums Kariobangi in der Hauptstadt Nairobi zwangsgeräumt und die Häuser von rund 8000 Menschen wurden zerstört. Verantwortlich dafür war laut Medienberichten die städtische Wasserversorgung, die das Land für einen Ausbau des Abwassersystem gewinnen wollte. Die Regierung Kenias hatte die Anwohner nur 24 bis 48 Stunden vorher mündlich informiert und keine Lebensmittel, vorübergehenden Unterkünfte, Zugang zu Wasser oder Entschädigung organisiert, wie die UN-Menschenrechtler sagten. Mitte Mai kam es den UN-Menschenrechtler zufolge zu einer weiteren Räumung im Slum Ruai, dabei verloren 1500 Menschen mitten in der Nacht ihr Zuhause. Trotz der Ankündigung der Regierung eines Moratoriums für Zwangsräumungen erhalten die Experten nach eigenen Angaben weiterhin Berichte über ähnliche Vorfälle.

In dem ostafrikanischen Land wurden bislang 1161 Fälle von Covid-19 bestätigt. Um die Ausbreitung einzudämmen, verhängte die Regierung bereits nach wenigen Fällen scharfe Maßnahmen, darunter eine Ausgangssperre von 19 Uhr bis 5 Uhr. Zudem wird zu Hygienemaßnahmen wie Händewaschen geraten und das Tragen von einer Maske in der Öffentlichkeit ist Pflicht. (dpa)

+++ Chinas E-Commerce-Riese Alibaba mit Gewinneinbruch in Corona-Krise +++

(22.05.2020, 14:45 Uhr)

Dem chinesischen Online-Händler Alibaba hat die Covid-19-Pandemie im letzten Geschäftsquartal die Geschäfte verhagelt. Zwar konnte der Ebay- und Amazon-Rivale zwischen Januar und Ende März im Jahresvergleich den Umsatz um 22 Prozent auf 114 Milliarden chinesische Yuan (14,6 Mrd Euro) steigern, wie das Unternehmen am Freitag in Hangzhou mitteilte. Unter dem Strich stand für den in New York an der Börse notierten Konzern wegen Bewertungsverlusten bei Investments aber ein Gewinneinbruch von 88 Prozent auf 3,2 Milliarden Yuan. Auch im laufenden Geschäft bekam Alibaba die Krise zu spüren, der operative Gewinn ging um 19 Prozent auf 7,1 Milliarden Yuan zurück.

Im Geschäft mit Cloud-Diensten, in dem Alibaba Speicherplatz und Rechenkapazität über das Internet zur Verfügung stellt, zogen die Erlöse um 58 Prozent auf 12,2 Milliarden Yuan an. Allerdings schreibt Alibaba in dem Bereich noch immer roten Zahlen. Die Chinesen wollen durch hohe Investitionen im Markt mit den US-Platzhirschen Amazon, Microsoft und Google Schritt halten. (dpa)

+++ US-Amerikaner wegen gefälschtem Covid-Attest angeklagt +++

(22.05.2020, 14:41 Uhr)

Weil er bei seinem Arbeitgeber ein gefälschtes Covid-19-Attest vorgelegt haben soll, ist ein Mann im US-Bundesstaat Georgia wegen Betrugs angeklagt worden. Das Unternehmen im Raum Atlanta stellte daraufhin den Betrieb ein, um alles zu desinfizieren und bezahlte seine Angestellten während der Zwangspause weiter, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Dadurch sei dem Arbeitgeber ein Schaden von mehr als 100.000 US-Dollar (91.000 Euro) entstanden und den Arbeitskollegen und deren Familien unnötiger Stress zugefügt worden, hieß es am Donnerstag (Ortszeit) weiter. Die Bundespolizei FBI leitet demnach die Ermittlungen gegen den 34-jährigen Verdächtigen.(dpa)

+++ Ministerium: Keine neuen Corona-Infektionen in Sachsen-Anhalt +++

(22.05.2020, 14:37 Uhr)

In Sachsen-Anhalt hat es zum zweiten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vortag keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Nach Angaben des Sozialministeriums in Magdeburg waren am Freitag landesweit 1693 Fälle nachgewiesen. 1561 Menschen seien Schätzungen zufolge wieder genesen. Erstmalig waren dem Ministerium am 16. Mai keine Neuinfektionen in dem Bundesland im Vergleich zum Vortag gemeldet worden.

Auch in anderen Bundesländern kamen Tage ohne Neuinfektion bereits vor. So wurden in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls zwei Mal keine neuen Infektionen innerhalb eines Tages festgestellt, in Hamburg geschah das an einem Tag. (dpa)

+++ Kretschmer spricht sich für Aufnahme russischer Corona-Patienten aus +++

(22.05.2020, 14:33 Uhr)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich für eine Aufnahme russischer Covid-19-Patienten in Deutschland ausgesprochen. “Es wäre ein starkes Zeichen der Europäischen Union, wenn wir auch Patienten aus Russland bei uns behandeln würden”, sagte der CDU-Politiker dem “Spiegel”. “Wir versuchen insgesamt in Europa zu helfen. Und ich finde, wir sollten auch solidarisch sein mit Russland.”

Sachsen hatte 14 Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufgenommen. Einige von ihnen starben, andere konnten nach wochenlanger Behandlung aus den Krankenhäusern entlassen werden. In Russland sind inzwischen mehr als 300.000 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. (dpa)

+++ Bericht: Scholz plant Familienbonus von 300 Euro pro Kind +++

(22.05.2020, 13:52 Uhr)

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Kaufkraft nach der Corona-Krise einem Bericht zufolge mit einem Familienbonus stärken. Eltern sollten für jedes Kind einmalig 300 Euro bekommen, berichtete der “Spiegel” am Freitag über Pläne aus dem Finanzministerium. Die Maßnahme könne den Bund zwischen fünf und sechs Milliarden Euro kosten und Teil des für Juni geplanten Konjunkturpakets sein.

Außerdem sollten Gastwirte und Künstler einen Ausgleich für entgangenes Einkommen bekommen - gemessen am Durchschnittsverdienst der vergangenen Jahre. Für Unternehmen plant Scholz laut “Spiegel” Erleichterungen bei Abschreibungen oder Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket werde bis zu 150 Milliarden Euro umfassen.

Das Finanzministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht. Am Donnerstag hatte Scholz in einer Videobotschaft pauschal Unterstützung für Familien, Arbeitnehmer und Branchen wie Kultur, Schausteller, Gaststätten, Hotels oder Reisebüros in Aussicht gestellt. Das Konjunkturprogramm solle dafür sorgen, “dass die Einkommen der Bürgerinnen und Bürger stabilisiert werden, ganz besonders die der Familien, die es jetzt besonders schwer haben”.

Nach Ansicht der NRW-Landesregierung sollten Familien einen Bonus von 600 Euro pro Kind bekommen. Das Kindergeld solle damit einmalig aufgestockt werden, schlugen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Freitag in Düsseldorf vor. Ein solcher Bonus sei ein schnell wirksames Mittel, das die Kaufkraft stärke und dem Einzelhandel zusätzliche Nachfrage bringe. Der Bund müsse schnell einen entsprechenden Vortrag unterbreiten. Als Land sei man bereit, die Mittel mit einem eigenen Landesprogramm zu ergänzen. (dpa)

+++ Österreich investiert 300 Millionen Euro in den öffentlichen Verkehr +++

(22.05.2020, 13:51 Uhr)

Die österreichische Bundesregierung investiert im Kampf gegen eine coronabedingte Wirtschaftskrise 300 Millionen Euro in den öffentlichen Verkehr. Wie Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Freitag in Wien erklärten, sollen so neue regionale Bahnstrecken errichtet, bestehende modernisiert und das Angebot verbessert werden. Zudem sollen gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Bahnhöfe ausgebaut oder modernisiert werden. Gewessler sprach hier von einem Inestitionsvolumen von 250 Millionen Euro.

Die erste Hälfte des 300-Millionen-Pakets wird in den Ausbau der Infrastruktur investiert - besonders in Regionalstrecken. Da im Bahninfrastrukturausbau viele Aufträge an österreichische Klein- und Mittelbetriebe gingen, könnten so Tausende Jobs in der Alpenrepublik erhalten oder neu geschaffen werden. Die zweite Hälfte des Pakets soll für eine Verbesserung des Angebots genutzt werden. Dabei sollen Zugverbindungen “öfter und länger und in mehr Regionen” verkehren. (dpa)

+++ 600 Mitarbeiter von niederländischem Schlachthof Vion in Quarantäne +++

(22.05.2020, 13:42 Uhr)

600 Mitarbeiter der niederländischen Schlachthof-Gruppe Vion müssen für zwei Wochen in Heim-Quarantäne bleiben. Das ordneten die Behörden der Provinz Gelderland im Osten des Landes unweit der deutschen Grenze am Freitag an. Im Schlachthof in Groenloo waren bei 45 Mitarbeitern Corona-Infektionen festgestellt worden. Am Freitag sollten noch 250 Mitarbeiter getestet werden. Zuvor waren bereits in anderen Niederlassungen der Vion-Gruppe auch in Deutschland Dutzende von Mitarbeitern infiziert worden.

Unternehmenschef Ronald Lotgerink sagte, dass das Unternehmen sich an alle Sicherheitsvorschriften gehalten habe. “Dies ist für uns eine neue Situation durch die Verbreitung des Corona-Virus in der Grenzregion.” Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Schlachthöfe in Deutschland und den Niederlanden mit insgesamt 12.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro.

Der Gewerkschaftsverband FNV machte die Wohnsituation vieler Mitarbeiter für die Verbreitung des Virus verantwortlich. Vor allem Arbeitsmigranten würden in Gruppen-Unterkünften eng beieinander wohnen. In den meisten Fällen besorgen Arbeitsvermittler die Unterkünfte für die Migranten, vielfach in Deutschland. (dpa)

+++ Justiz befürchtet Überlastung durch Verfahren um Flugtickets +++

(22.05.2020, 13:35 Uhr)

Die Frankfurter Justiz fürchtet eine nicht zu bewältigende Klagewelle, weil Fluggesellschaften in der Corona-Krise stornierte Flüge nicht rechtzeitig erstatten. “Wir erwarten, dass sich Luftverkehrsunternehmen rechtstreu verhalten und gesetzliche Verpflichtungen zur Rückerstattung von stornierten Tickets erfüllen”, erklärte am Freitag der Vize-Präsident des Amtsgerichts Frankfurt, Frank Richter. Am Mittwoch hatte das Verbraucherportal “Flightright” angekündigt, im Namen von rund 20.000 Passagieren bei den Gesellschaften Lufthansa und Ryanair ausstehende Gelder einzuklagen. Zusammengenommen gehe es um rund 20 Millionen Euro.

Bislang seien nur vereinzelt Klagen eingegangen, sagte Vize-Präsident Richter. Die Fluggesellschaften verzögern derzeit Barerstattungen und versuchen stattdessen die Kunden mit Gutscheinen ruhigzustellen. Eine verbindliche Gutscheinlösung ist allerdings am Veto der Europäischen Kommission gescheitert, so dass nach gültiger Rechtslage mit wenigen Tagen Frist zurückgezahlt werden müsste. Die Lufthansa allein hat das Volumen der fraglichen Kundengelder auf 1,8 Milliarden Euro beziffert.

Man habe die rechtmäßigen Erstattungen zu keinem Zeitpunkt gestoppt, erklärte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt. Es komme aber wegen der schieren Masse der Stornierungen teils zu erheblichen Verzögerungen, weil jedes Ticket einzeln geprüft werden müsse. Man hoffe auf das Verständnis der Passagiere und habe auch entsprechend Personal aufgestockt. Genaue Angaben zu ausstehenden Erstattungen oder durchschnittlicher Bearbeitungsdauer machte Lufthansa aber nicht.

Das Amtsgericht sieht sich zu Inkassozwecken missbraucht. Massenhafte Verfahren, über die alle einzeln entschieden werden müsste, würden die Kammer über die Belastungsgrenze bringen, sagte Richter. Er appellierte an die Beteiligten: “Sofern eine klare gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung besteht, sollten Gerichtsverfahren zur Feststellung eines Schuldverhältnisses eigentlich nicht erforderlich sein.” (dpa)

+++ SPD-Chef wirbt für kommunalen Solidarpakt +++

(22.05.2020, 13:16 Uhr)

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat für einen Solidarpakt zur Bewältigung der Pandemiefolgen und gleichzeitig der Altschulden-Probleme in den Kommunen geworben. Jegliche Konjunkturförderung drohe in den überschuldeten Kommunen sonst ins Leere zu laufen, warnte er am Freitag. Hier dürften nicht “aus parteipolitischem oder regionalem Trotz” Fehler geschehen.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte vorgeschlagen, dass Bund und Länder die Kommunen im geplanten Konjunkturpaket mit 57 Milliarden Euro unterstützen. Das Geld soll Einbrüche bei der Gewerbesteuer durch die Corona-Krise ausgleichen, aber auch einen Schuldenschnitt ermöglichen. Aus der Union kam genauso scharfe Kritik, wie aus Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg, wo es vergleichsweise wenig überschuldete Kommunen gibt.

Walter-Borjans betonte, Bund und Länder könnten weitaus mehr Schulden tragen als die Kommunen, die für ihre Kassenkredite zudem schlechtere Zinssätze erhielten. Daher sei es nur sinnvoll, die Schulden auf jemanden zu übertragen, der sie besser schultern könne. Davon profitierten nicht nur SPD-regierte Städte. (dpa)

+++ Kinderärzte: Pauschales Verbot von Präsenzunterricht ungerechtfertigt +++

(22.05.2020, 13:08 Uhr)

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hält in der Corona-Krise ein pauschales Verbot von Präsenzunterricht in Schulen für medizinisch nicht gerechtfertigt. Es sei auch “nicht nachvollziehbar und daher inakzeptabel”, Lehrergruppen vom Präsenzunterricht auszunehmen, erklärte Verbandspräsident Thomas Fischbach am Freitag. “Verbesserte Hygienemaßnahmen und die angemessene Ausstattung der Lehrkräfte zum Beispiel mit Mund-Nasen-Schutz und Händedesinfektionsmitteln wären hier der richtige Weg”, betonte der Kölner Mediziner. Damit wäre es nicht mehr nötig, bis zu einem Drittel der Lehrkräfte vom Unterricht auszunehmen, nur weil sie etwa 60 Jahre oder älter seien. Dies sei sachlich nicht zu rechtfertigen.

“In die Praxen kommen immer mehr verzweifelte Eltern, die - mit der aus wissenschaftlicher Sicht umstrittenen - Schulschließung massive, teils existenzielle Probleme bekommen haben, weil sie aufgrund von Homeschooling und Kinderbetreuung ihrer Erwerbsarbeit nicht nachgehen können”, berichtete der Verbandspräsident. “Wir sehen Kinder, die stark unruhige beziehungsweise rastlose Verhaltensweisen zeigen, die zuvor nicht bestanden haben.” Die Zahl der Hilferufe bei den Kinderschutzhotlines sei sprunghaft gestiegen.

“Schulöffnungen sind aus medizinischer Sicht kein Pandemie-Risiko”, erklärte Fischbach. “Aus wissenschaftlicher Sicht ist es unstrittig, dass insbesondere jüngere Kinder bis zehn Jahre nur sehr selten schwer an Covid-19 erkranken.” In über 80 Prozent der Fälle seien sie nachweislich von Erwachsenen angesteckt worden, steckten selbst aber nur selten Erwachsene an. Jenseits des zehnten Geburtstages seien Kinder in der Regel in der Lage, Hygienemaßnahmen umzusetzen. Daher sollten alle Schulen in Deutschland so schnell wie möglich öffnen. (dpa)

+++ Sterblichkeit in Deutschland lag Ende April geringfügig über Durchschnitt +++

(22.05.2020, 13:05 Uhr)

Ende April sind in Deutschland geringfügig mehr Menschen gestorben als im Schnitt der vergangenen Jahre. Darauf deuten vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamts hin, die am Freitag in Wiesbaden veröffentlicht wurden. Für die jüngeren Daten nutzten die Statistiker die Sterbefallmeldungen der Standesämter. Damit liegen nun vorläufige Daten bis Ende April vor.

In der Woche zwischen 20. und 26. April 2020 starben der Sonderauswertung zufolge in Deutschland mindestens 17 974 Menschen. Das waren 882 Fälle weniger als in der Woche davor. Vergleicht man den Zeitraum 20. bis 26. April mit den Durchschnittswerten dieser Woche in den Jahren 2016 bis 2019, waren es drei Prozent mehr. Die höchste Übersterblichkeit seit Beginn der Epidemie in Deutschland gab es den bisherigen Daten zufolge in der 15. Kalenderwoche: Zwischen 6. und 12. April lag die Zahl der Todesfälle 13 Prozent über dem vierjährigen Durchschnitt.

“Im europäischen Vergleich ist das Ausmaß der sogenannten Übersterblichkeit in Deutschland vergleichsweise gering”, schreibt das Statistische Bundesamt. Italien berichtet von 49 Prozent mehr Toten im März 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Für den Ballungsraum Stockholm werden für die Kalenderwochen 14 bis 16 sogar doppelt so hohe Sterbefallzahlen gemeldet. (dpa)

+++ Estland lockert zum Juni Beschränkungen unter anderem für Bars +++

(22.05.2020, 12:57 Uhr)

In Estland können die Menschen in der Corona-Krise bald weitere Freiheiten genießen. Die Regierung des baltischen EU-Landes beschloss, zum 1. Juni die strengen Beschränkungen für öffentliche Veranstaltungen, die Öffnungszeiten gastronomischer Betriebe und den Verkauf von Alkohol zu lockern. Dies teilte die Staatskanzlei in Tallinn in der Nacht zum Freitag mit.

Restaurants, Bars und Cafés dürfen zum kommenden Monat auch nach 22 Uhr wieder geöffnet haben und nach dieser Zeit auch alkoholische Getränke verkaufen. In den Lokalen gilt dabei wie überall in Estland die sogenannte 2+2-Regel, wonach nicht mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen und sie einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einhalten müssen.

Auch Kinos können von 1. Juni an wieder Filme zeigen und öffentliche Veranstaltungen wie Aufführungen, Konzerte, Messen, Festivals und Konferenzen sind wieder zulässig. Dabei gilt in Innenräumen, in denen nur bis zu 50 Prozent der Plätze gefüllt sein dürfen, eine maximale Teilnehmerzahl von 500. Im Freien liegt die Grenze bei 100. Museen und Ausstellungen können künftig auch von mehr als zehn Personen gleichzeitig besucht werden.

Estland mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1807 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 64 Todesfälle. Im Kampf gegen das Virus hatte die Regierung den Notstand ausgerufen, der zu Wochenbeginn ausgelaufen war. (dpa)

+++ Altmaier will schnellere weitere Hilfen für Firmen +++

(22.05.2020, 12:41 Uhr)

Angesichts der massiven wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dringt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf schnelle weitere Hilfen für Firmen. «Manchen Unternehmen bleibt schlicht keine Zeit mehr», sagte Altmaier am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe deshalb Vorschläge vorgelegt, wie sie die nächsten Wochen überbrücken können.» Er sei dazu im Gespräch mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD). «Das ist zeitkritisch.»

Die Bundesregierung hatte umfassende Programme beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzumildern. Wirtschaftsverbände fordern Nachbesserungen und fürchten in besonders betroffenen Branchen eine Pleitewelle.

«Es gibt verschiedene Branchen, die trotz der Lockerungen weiterhin mit Umsatzeinbußen rechnen müssen, weil Abstandsregelungen einzuhalten sind oder nur Teilbereiche wieder öffnen können», sagte Altmaier. «Gaststätten, Hotels, Reisebüros, Messebetreiber oder verschiedene Veranstalter im Kulturbereich sind Bereiche, die noch einige Zeit kämpfen werden. Die lassen wir nicht allein, hier werden wir Hilfe leisten. Wir brauchen keinen Überbietungswettbewerb an Wohltaten, sondern passgenaue Angebote, die zeitlich befristet sein müssen.»

Die Bundesregierung will Anfang Juni ein umfassendes Konjunkturprogramm vorlegen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Infolge der Corona-Krise wird in Deutschland die bislang schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte erwartet. (dpa)

+++ Handelsverband: Situation der Geschäfte weiterhin kritisch +++

(22.05.2020, 12:39 Uhr)

Trotz offener Geschäfte ist die Shoppinglaune bei den Verbrauchern in der Corona-Krise aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) noch lange nicht zurückgekehrt. «Es werden nur Bedarfskäufe getätigt, mehr nicht», teilte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag mit. «Der Einzelhandel leidet nach wie vor massiv an schwachen Umsätzen und unter geringen Kundenfrequenzen.» Für Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels sei die Krise daher noch lange nicht vorbei.

Jedes dritte Unternehmen sehe laut einer Branchenumfrage des Verbands seine Existenz «massiv bedroht und braucht dringend weitere finanzielle Hilfen des Staates». Bei rund einem Drittel der etwa 600 teilnehmenden Händler lägen die Umsätze derzeit bei maximal 50 Prozent des Vorjahreszeitraums. Ein weiteres Viertel erlöse zwischen 50 und 75 Prozent.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Kunden sieht der HDE in den Auflagen für den Handel in der Krise. Zwar dürfen sämtliche Geschäfte inzwischen bundesweit wieder auf gesamter Verkaufsfläche öffnen. Doch darf je nach Größe nur eine bestimmte Zahl von Kunden die Läden betreten. Zudem müssen Beschäftigte und Verbraucher Mund-Nase-Bedeckungen tragen. Der HDE forderte einen staatlichen Rettungsfonds mit nicht rückzahlpflichten Finanzhilfen. (dpa)

+++ Indien: Mehr als 6000 neue Corona-Infektionen an einem Tag +++

(22.05.2020, 12:29 Uhr)

In Indien sind innerhalb von 24 Stunden 6088 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Das ist nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums der höchste Anstieg an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern. Seit einiger Zeit lockert das Land die weltgrößte Ausgangssperre zunehmens, und in den vergangenen Tagen gibt es immer wieder neue Tagesrekorde. Insgesamt gibt es in Indien inzwischen mehr als 118 000 Infektionen, davon sind mehr als 3500 an der Lungenkrankheit gestorben.

Besonders betroffen von bekannten Corona-Fällen ist die Millionenmetropole Mumbai sowie ihr Bundesstaat Maharashtra. Dort gehen nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden die Betten auf den Intensivstationen und Beatmungsgeräte aus. Krankenhäuser müssten Patienten abweisen.

Ab kommender Woche sollen in Indien Inlandflüge wieder erlaubt sein. Inzwischen wird auch in einigen Läden, Büros und Fabriken wieder gearbeitet. (dpa)

+++ Karlsruhe: Corona-Beschränkungen auch für psychisch Kranke zumutbar +++

(22.05.2020, 12:11 Uhr)

Die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln in der Corona-Krise sind nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts auch psychisch kranken Menschen zuzumuten. Zwar seien diese von den Maßnahmen besonders hart getroffen, heißt es in einer Eilentscheidung vom 1. Mai, die am Freitag veröffentlicht wurde. Die generelle Aufhebung der Beschränkungen und ein möglicher Wiederanstieg der Zahl der Infizierten hätten aber gravierendere Folgen für sehr viele Menschen. (Az. 1 BvQ 42/20)

Den Eilantrag eingereicht hatte ein Mann aus Hessen, der seit Jahren eine schwere Depression hat. Er trug vor, sein Leiden verschlimmere sich, wenn er keinen direkten Kontakt zu anderen Menschen pflegen könne. Es gehe ihm bereits merklich schlechter. Digitale Angebote seien nicht das Gleiche. Sie könnten nicht die Treffen in der Selbsthilfegruppe oder das Gespräch mit dem Therapeuten ersetzen. Der Kläger wollte erreichen, dass die entsprechenden Regelungen in der hessischen Corona-Verordnung vorläufig außer Kraft gesetzt werden.

Das lehnten die Karlsruher Richter ab. Dabei war für sie auch maßgeblich, dass den Betroffenen therapeutische und ärztliche Hilfe nicht völlig versagt wird. So könne auch der Kläger seine Therapie zumindest per Videosprechstunde fortsetzen. Vor diesem Hintergrund seien die Beschränkungen ihm und anderen psychisch Kranken zumutbar. (dpa)

+++ Ministerium: Keine Probleme bei eigener Schutzmasken-Auslieferung +++

(22.05.2020, 11:39 Uhr)

Das Bundesgesundheitsministerium hat Berichte über Verzögerungen bei der Auslieferung von Schutzausrüstung in der Corona-Krise zurückgewiesen. Falls Ärzte über Ausrüstungsmängel klagten, liege das nicht an fehlenden Lieferungen des Ministeriums, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. Kassenärztliche Vereinigungen und Länder seien durch das Ministerium bislang mit etwa 400 Millionen Masken versorgt worden. «Einige haben deshalb bereits darum gebeten, die Maskenlieferungen zu stoppen.» Für die Auslieferung an Praxen und Krankenhäuser seien Länder und Kassenärztliche Vereinigungen verantwortlich.

Seit Anfang März hat der Bund nach Angaben des Ministeriums mehr als 500 Millionen Schutzmasken und 100 Millionen Einmalhandschuhe beschafft. Knapp 130 Millionen Schutzmasken befänden sich «in der Qualitätskontrolle». Es habe sich gezeigt, dass etwa 20 Prozent, also ein Fünftel der gelieferten Ware, mangelhaft gewesen sei, weswegen es einen «sorgfältigen, dreistufigen Qualitätssicherungsprozess» gebe. «Dieser Prozess ist sehr zeitintensiv, aber zwingend erforderlich.»

Logistische Probleme gebe es bei der Auszahlung an die Lieferanten der Ausrüstung, hieß es weiter - «weitgehend infolge der notwendigen Mengen-, vor allem aber der Qualitätsprüfung der angelieferten Waren». Häufig fehlten auch Lieferscheine, TÜV-Protokolle oder die Rechnungen seien fehlerhaft. Der Bund zahle aber nach einer Mengenkontrolle bis zur Hälfte des vereinbarten Preises. «Wenn das Ergebnis der Qualitätskontrolle vorliegt, wird der restliche Betrag überwiesen.» Die genaue Zahl der Lieferanten, bei denen es zu Auszahlungsverzögerungen kam, könne derzeit nicht genannt werden. (dpa)

+++ Großbritannien nimmt wegen Corona so viele Schulden auf wie noch nie +++

(22.05.2020, 11:33 Uhr)

Der britische Staat hat im vergangenen Monat so viele Schulden aufgenommen wie nie zuvor. Das teilte die Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) am Freitag in London mit. Demnach belief sich die Neuverschuldung der öffentlichen Hand im April auf rund 62 Milliarden Pfund (knapp 69 Mrd Euro), das sind 51 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die britische Regierung hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein großzügiges Programm für Unternehmen aufgelegt, die ihre Arbeitnehmer freistellen. Die Gehälter werden noch bis Ende Juni zu 80 Prozent vom Staat gezahlt. Vergangene Woche kündigte Schatzkanzler Rishi Sunak an, das Programm werde bis Oktober verlängert, wenn auch mit geringerer Beteiligung vom Staat. Gleichzeitig sind die Steuereinnahmen eingebrochen.

In Großbritannien starben bisher etwa 36 000 Menschen, nachdem sie positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden. Die Zahl der Todesfälle, bei denen Covid-19 als Ursache festgestellt wurde, liegt bei mehr als 41 000. Kein anderes Land in Europa hat bisher so viele Sterbefälle durch die Pandemie verzeichnet.

Ende März führte die Regierung weitgehende Ausgangsbeschränkungen ein, die nun nur sehr vorsichtig aufgehoben werden sollen. Läden und Restaurants sind weiterhin geschlossen. Entsprechend fiel auch der Umsatzeinbruch beim Einzelhandel aus. Die Erlöse seien im April im Vergleich zum Vormonat um 18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt mit - so stark wie nie zuvor. (dpa)

+++ Lyriktelefon in der Corona-Krise +++

(22.05.2020, 11:16 Uhr)

Und wenn es klingelt, reimt es sich: Mit einem Lyriktelefon und zitierten Gedichten berühmter Literaten wollen das Deutsche Literaturarchiv Marbach und das Schauspiel Stuttgart eine kulturelle Lücke in der Corona-Krise füllen. Vom kommenden Montag (25. Mai) an werden Gedichte auf Bestellung gelesen, am Telefon und ganz persönlich, wie die beiden Veranstalter am Freitag in Baden-Württemberg ankündigten. Nach einer kostenlosen Online-Buchung rufen Schauspieler am Nachmittag zum vereinbarten Zeitpunkt an und lesen Werke vor, zum Start der Aktion zunächst Gedichte von Friedrich Hölderlin und der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs.

«In Zeiten reduzierter sozialer Kontakte, in denen unsere Bühnen geschlossen sind, entdecken wir das Telefon als künstlerisches Medium wieder», teilte das Deutsche Literaturarchiv mit. «Der Fernsprecher imaginiert persönliche Anwesenheit. So werden die eigenen vier Wände zum Raum für Fantasien, ja zur Bühne.» (dpa)

+++ Tokio meldet nur noch drei Corona-Neuinfektionen +++

(22.05.2020, 10:37 Uhr)

In Japans Hauptstadt Tokio sind die täglichen Corona-Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit Ausrufung des Notstands gefallen. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Freitag meldete, sank die Zahl der an einem Tag bestätigten Neuinfektionen auf drei Fälle. Insgesamt zählt die Millionen-Metropole damit bisher 5136 Infektionsfälle. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Vortag erklärt, dass der eigentlich noch bis zum 31. Mai geltende Notstand in Tokio möglicherweise am Montag aufgehoben werden könnte. Bis auf Tokio und das nördliche Hokkaido ist er bereits beendet worden.

Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gegolten - wobei das keine harten Ausgangsbeschränkungen wie in einigen europäischen Ländern bedeutet. Die Bürger in Japan sind nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Virus verhindert werden könne, hieß es. Der Trend der täglichen Neuinfektionen zeigt nach unten. Japan zählt rund 17 200 Infektionen und rund 810 Todesfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. (dpa)

+++ Studie: Deutsche wollen in der Corona-Krise kontaktlos bezahlen +++

(22.05.2020, 10:15 Uhr)

Die Menschen in Deutschland versuchen in der Corona-Krise, Zahlungen mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben, die am Freitag in Berlin veröffentlicht wurde. Drei Viertel der Befragten gaben an, lieber mit einer Karte, einem Smartphone oder einer Smartwatch zu bezahlen. Zugleich wünschen sich 7 von 10 Befragten (71 Prozent) mehr Möglichkeiten, um kontaktlos bezahlen zu können. Zuletzt hatte auch die Bundesbank mitgeteilt, dass wegen der Corona-Krise immer mehr Menschen in Deutschland ihre Einkäufe kontaktlos bezahlten.

«Es gibt kaum ein Verhaltensmuster, das durch Corona ähnlich stark verändert wurde, wie das Bezahlen an der Kasse», sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. «Das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Smartphone ist nicht nur hygienisch, es geht auch schnell und ist sicher. Alle Händler, Restaurants und Cafés sollten ihren Kunden das kontaktlose Bezahlen ermöglichen.»

Der Trend hin zum kontaktlosem Bezahlen betrifft nicht nur die jungen Leute, sondern wird quer durch alle Generationen gefordert. So unterstützen 76 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, 72 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 75 Prozent der 50- bis 64-Jährigen eine entsprechende Ausweitung. Auch unter den Menschen ab 65 Jahren wünscht sich eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent mehr kontaktlose Bezahlmöglichkeiten.

Kontaktloses Bezahlen ist mit allen Girocards und Kreditkarten möglich, die einen NFC-Chip besitzen. Außerdem kann mit einem Smartphone oder einer Smartwatch via Apple Pay und Google Pay oder Banken-Apps wie Mobiles Bezahlen der Sparkassen oder Postbank Finanzassistent kontaktlos Geld übertragen. Inzwischen kooperieren die meisten Banken mit diesen Dienstleistern. Der Kunde muss dafür Karte oder Gerät nah an die Kontaktstelle des Kassenterminals halten. (dpa)

+++ Gewerkschaft enttäuscht über fehlende Jobsicherung bei Lufthansa +++

(22.05.2020, 09:57 Uhr)

Bei der angepeilten Lufthansa-Rettung vermisst die Kabinengewerkschaft Ufo staatliche Vorgaben zur Beschäftigungssicherung. «Da hat die Lufthansa jetzt freie Hand», sagte Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies am Freitag in Frankfurt. Der Umgang mit den rund 1400 Beschäftigten der Teilgesellschaft Germanwings zeige die Härte, mit der das Unternehmen nun vorgehen werde. Die Germanwings-Mitarbeiter würden bislang nicht in die Verhandlungen einbezogen, die Unternehmen und Gewerkschaften bereits zu den künftigen Arbeitskonditionen im Lufthansa-Konzern führten.

Im Gespräch sind Kürzungen von Gehältern, Zulagen und Sonderzahlungen. Einig sei man sich in der Einschätzung, dass in der Krise die Teilzeit stark ausgeweitet werden müsse, um möglichst viele Beschäftigte an Bord zu halten. «Ziel ist ein Pakt zur Beschäftigungssicherung», sagte Baublies. Dass der Staat vorläufig auf eine Sperrminorität verzichte, sei für die Interessen der Arbeitnehmer nicht entscheidend.

Der Rettungsplan des Bundes sieht Steuergelder von insgesamt neun Milliarden Euro vor, um die Lufthansa durch die Corona-Krise zu bringen. Der Bund will sich mit 20 Prozent direkt an der Airline beteiligen. Dies läge unterhalb der Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten. Der Bund plant außerdem eine sogenannte Wandelschuldverschreibung im Wert von fünf Prozent plus einer Aktie. Diese kann in Stammaktien umgewandelt werden, etwa um die Lufthansa im Notfall vor einer feindlichen Übernahme zu schützen. Außerdem sollen zwei Sitze im Aufsichtsrat in Abstimmung mit der Bundesregierung besetzt werden. Die Regierung will keine Politiker entsenden, sondern wie bei Airbus Wirtschaftsmanager. (dpa)

+++ Australien verlängert Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe +++

(22.05.2020, 09:35 Uhr)

Kreuzfahrtschiffe dürfen wegen der globalen Corona-Pandemie auch die nächsten Monate nicht in Australien anlegen. Die Grenzschutzbehörde teilte am Freitag mit, dass das Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 100 Passagieren um weitere drei Monate bis zum 17. September verlängert werde. Auch Rundreisen auf Kreuzfahrtschiffen in australischen Gewässern sind weiter untersagt. Australien hatte die Restriktionen am 27. März in Kraft gesetzt. Zu der Zeit hatten sich 28 internationale Kreuzfahrtschiffe in Australien befunden, doch alle habe die Gewässer des Landes inzwischen verlassen. Australien zählt 7081 bestätigte Infektionen mit dem Virus, wovon nur noch 509 aktiv sind. 101 Menschen starben. (dpa)

+++ Verhandlungen zwischen Lufthansa und Bundesregierung dauern an +++

(22.05.2020, 09:28 Uhr)

Die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und der Lufthansa über ein milliardenschweres Rettungspaket dauern an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird erwartet, dass am (heutigen) Freitag der maßgebliche Ausschuss des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zusammenkommt, um der Lufthansa dann ein offizielles Angebot über Stützungsmaßnahmen für die angeschlagene Airline zu unterbreiten. Danach müssen sich die Gremien der Lufthansa damit befassen und entscheiden. Auch die EU-Kommission muss zustimmen.

Bundesregierung und Unternehmen hatten deutlich gemacht, sie erwarteten in Kürze eine Entscheidung. Ein Rettungsplan des Bundes sieht Steuergelder von insgesamt neun Milliarden Euro vor, um die Lufthansa durch die schwere Krise zu bringen. Der Bund will sich mit 20 Prozent direkt an der Airline beteiligen. Dies läge unter der sogenannten Sperrminorität, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten. Einige Fragen zum Rettungsplan aber sind noch offen.

Der WSF-Ausschuss wird geleitet von Finanzstaatssekretär Jörg Kukies, der in den vergangenen Wochen zusammen mit Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nussbaum federführend für die Verhandlungen über das Lufthansa-Paket zuständig war.

Die Politik hatte in der Corona-Krise umfassende Hilfsprogramme beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern - darunter einen milliardenschweren Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Dieser sieht auch die vorübergehende Beteiligung des Staates an großen Unternehmen vor. (dpa)

+++ McDonald's greift Restaurantbetreibern in Deutschland unter die Arme +++

(22.05.2020, 09:00 Uhr)

McDonald's verzichtet in der Corona-Krise auf einen Teil der Zahlungen seiner Restaurantbetreiber in Deutschland. Ihnen wurden die Pacht- und Franchisegebühren für März und April gestundet, ein Teil der Miete auch erlassen, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet. Zudem plant der Burgerbrater eine Werbeoffensive. Hintergrund sei, dass von Montag an wieder in allen Bundesländern auch die Innenräume der Schnellrestaurants genutzt werden können, sagte ein Sprecher am Freitag.

Die meisten der 1480 McDonald's-Restaurants in Deutschland werden von rund 200 Franchisenehmern betrieben. Dem Bericht zufolge verzichtet das Unternehmen nun vorübergehend auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Über zusätzliche Hilfen solle im Einzelfall entschieden werden.

In der Krise hatte McDonald's versucht, möglichst viel über die Drive-In-Schalter zu verkaufen. Den Wegfall in den Innenräumen habe man damit aber bei weitem nicht kompensieren können, sagte Deutschland-Chef Holger Beeck dem Blatt.

+++ Mittelstand warnt vor Übernahmen durch chinesische Firmen +++

(22.05.2020, 08:35 Uhr)

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat in der Corona-Krise vor «Schnäppchenjägern» aus China gewarnt. Präsident Mario Ohoven forderte ein befristetes Übernahme-Moratorium der Europäischen Union.

«In Folge der Corona-Krise droht weiten Teilen des deutschen Mittelstands die Insolvenz. Wir müssen daher die Übernahme krisengeschwächter Firmen durch Investoren verhindern, denen es ausschließlich um schnelle Profite geht», sagte er der Deutschen Presse-Agentur

Die Bundesregierung müsse unverzüglich handeln. «Zum Schutz mittelständischer Unternehmen und ihrer Beschäftigten vor dem Verkauf insbesondere an chinesische Schnäppchenjäger ist ein befristetes Übernahme-Moratorium der Europäischen Union dringend nötig.» Nur ein europaweites Verbot von Übernahmen von Unternehmen aus der EU durch chinesische Firmen könne die Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandskraft und Innovationsfähigkeit des Mittelstandes erhalten.

+++ Söder will Schuldenobergrenze: 'Nicht einfach Geld verteilen' +++

(22.05.2020, 08:30 Uhr)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich angesichts der Milliarden-Hilfsprogramme zur Bewältigung der Corona-Krise erneut für eine Schuldenobergrenze ausgesprochen. Zwar brauche man Entlastungen und Impulse für die Wirtschaft, doch müsse genau festgelegt werden, in welchem Ausmaß sich die öffentlichen Haushalte verschulden dürften, sagte der CSU-Chef am Freitag im "Morgenmagazin" des ZDF. "Wir müssen genau überlegen, welche Maßnahmen sind sinnvoll und welche können wir uns leisten. Deswegen braucht es tatsächlich eine Obergrenze."

Söder wandte sich unmittelbar vor dem ersten digitalen CSU-Parteitag an diesem Freitag erneut gegen die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für einen Milliarden-Schutzschirm für Kommunen. Die Idee, jetzt alte Schulden der Kommunen zu tilgen, sei sicher der falsche Weg, betonte der bayerische Ministerpräsident. Entscheidend sei jetzt, die Substanz der Wirtschaft zu erhalten und dabei Technologiesprünge zu machen durch massive Investitionen in die Digitalisierung. Es bedürfe aber einer klugen und klaren Abstimmung über die Hilfsprogramme, man könne "nicht einfach Geld verteilen".

+++ Regierungsberater fürchten Überlastung bei Wohnkosten +++

(22.05.2020, 07:50 Uhr)

Wegen der Corona-Pandemie könnten viele Bürger Probleme bei der Zahlung von Miete, Strom- und Heizkosten bekommen. Berater der Bundesregierung gehen davon aus, dass die beschlossenen Maßnahmen zum Schutz von Mietern nicht genügen werden. Ihre finanzielle Situation müsse "weit über das Ende der aktuellen Krise hinaus" im Blick bleiben, erklärt der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen in einer aktuellen Studie.

Zuletzt hatte der Bundestag beschlossen, dass Mietern, die wegen der Corona-Pandemie ihre Miete nicht zahlen können, bis Ende Juni nicht gekündigt werden darf. Zinsen für Immobiliendarlehen können in dieser Zeit zudem gestundet werden. Verbraucher-Staatssekretärin Margaretha Sudhof kündigte an: "Auch die weiteren Auswirkungen der Krise im Bereich des Wohnens werden wir genau beobachten."

+++ China stemmt sich gegen Corona-Krise - Volkskongress eröffnet +++

(22.05.2020, 06:40 Uhr)

Mit einer massiven Erhöhung der Staatsausgaben will China gegen die Abschwächung der Konjunktur durch die Pandemie mit dem neuen Coronavirus ankämpfen. "Dies sind außergewöhnliche Maßnahmen für ungewöhnliche Zeiten", sagte Regierungschef Li Keqiang am Freitag zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking zu der dafür nötigen starken Erhöhung der Staatsverschuldung. Er warnte, die Epidemie "ist noch nicht zu Ende", auch wenn China große Fortschritte im Kampf gegen das Sars-CoV-2-Virus gemacht habe.

Die rund 2900 Abgeordneten saßen alle mit Mundschutz in der Großen Halle des Volkes, während die kommunistische Führung auf dem Podium auf Gesichtsmasken verzichtete. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten gab der Ministerpräsident in seinem Rechenschaftsbericht kein Ziel für das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr vor. Er verwies auf die "großen Unsicherheiten" hinsichtlich der Covid-19-Pandemie und der weltweiten Wirtschaftskrise. China sehe sich Faktoren gegenüber, "die schwer vorherzusagen sind".

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+++ Konjunkturpaket und Söder-Rede - CSU vor erstem Internet-Parteitag +++

(22.05.2020, 06:05 Uhr)

Die hohe Ansteckungsgefahr des Coronavirus zwingt die CSU zu einer echten Premiere: Mit ihrem ersten Internet-Parteitag schlägt sie am Freitag ein neues Kapitel in ihrer Geschichte auf. Um 17.00 Uhr beginnt die Sendung aus der Münchner Parteizentrale - Hauptredner ist CSU-Chef Markus Söder, zugeschaltet aus seinem Arbeitszimmer. Auch 250 Delegierte werden mit von der Partie sein. Als Gast wird Österreichs Kanzler Sebastian Kurz erwartet, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist dagegen nicht dabei.

Auch inhaltlich stehen die Corona-Krise, deren Auswirkungen sowie Maßnahmen zur Ankurbelung von Wirtschaft und Konjunktur im Zentrum. Der siebenseitige Leitantrag des Parteivorstandes mit dem Titel "Deutschland stark machen - Aus Corona lernen und wachsen", der der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt, fordert nicht nur Steuersenkungen für Unternehmen und Bürger. Wie viel Geld die zehn geforderten Maßnahmenpakete kosten sollen oder wie es finanziert werden kann, lässt der Antrag aber offen.

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+++ Spahn will bald präventive Corona-Tests in Pflegeheimen ermöglichen +++

(22.05.2020, 05:55 Uhr)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. "Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt" (Freitag). "Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein."

Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Abstrich gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben.

+++ Trump will USA bei zweiter Coronavirus-Welle nicht wieder schließen +++

(22.05.2020, 05:50 Uhr)

US-Präsident Donald Trump will die USA im Fall einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen nicht wieder strengen Maßnahmen zur Eindämmung unterwerfen. In diesem Fall "werden wir die Feuer löschen, wir werden das Land nicht schließen", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Besuch einer Fabrik des Autobauers Ford in Ypsilanti im Bundesstaat Michigan. "Ob es eine Glut oder eine Flamme ist, wir werden es löschen." Trump drängte Gouverneure erneut dazu, die Schutzmaßnahmen in ihren Bundesstaaten zu lockern, damit die US-Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt.

"Um die Gesundheit unserer Bevölkerung zu schützen, brauchen wir eine funktionierende Wirtschaft", sagte Trump. "Bestimmte Gouverneure sollten weiter sein, als sie sind." Trump zeigte sich erneut überzeugt, dass die US-Wirtschaft sich spätestens ab dem vierten Quartal erholen werde. "Wir werden nächstes Jahr ein unglaubliches Jahr haben." Er fügte hinzu: "Dieses Land steht vor einem epischen Comeback." In der Ford-Fabrik in Ypsilanti stellt der US-Autobauer derzeit Beatmungsgeräte wegen der Corona-Krise her.