Coronavirus: Wie ansteckend sind Geimpfte?

·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Über 55 Millionen Menschen sind in Deutschland nach derzeitigem Stand gegen Corona geimpft, und dennoch steigen Inzidenzzahlen und Neuinfektionen stark an. Der anhaltende Kampf gegen die Pandemie lässt die Frage zu: Wie ansteckend sind Geimpfte wirklich?

Einen hundertprozentigen Schutz bietet die Impfung nicht - auch nicht vor Weiteransteckung (Bild: Getty Images)
Einen hundertprozentigen Schutz bietet die Impfung nicht - auch nicht vor Weitergabe des Coronavirus. Einen Unterschied macht sie allerdings dennoch (Bild: Getty Images)

33.949 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag - so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Krise. Die Pandemie scheint das Land weiterhin im Griff zu haben - und das trotz der Millionen zweifach geimpften Menschen. Wie sehr schützt die Impfung also tatsächlich vor einer Verbreitung des Virus?

Wie ansteckend sind Corona-Geimpfte? Das sagt das RKI

Das RKI kann nach aktuellen Forschungsstand hierzu noch keine genauen Angaben machen. "In welchem Maß die Impfung die Übertragung des Virus reduziert, kann derzeit nicht genau quantifiziert werden", heißt es auf der Website des Instituts. 

Auch wenn sich das Ausmaß nicht bestimmen lässt, steht allerdings fest, dass eine Impfung die Wahrscheinlichkeit für eine eigene Infektion, einen schweren Verlauf von Covid-19 sowie auch eine Weitergabe des Virus definitiv senkt. Das RKI schreibt: 

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist signifikant vermindert. Darüber hinaus ist die Virusausscheidung bei Personen, die trotz Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion haben, kürzer als bei ungeimpften Personen mit SARS-CoV-2-Infektion. 

Britische Studie: Nach drei Monaten lässt der Schutz für die Umgebung nach

Eine Studie der britischen Universität Oxford legt jedoch nahe, dass dieser Schutz für die Umgebung offenbar allmählich nachlässt. Die Forscher werteten die Daten aus der Kontaktnachverfolgung in Großbritannien aus und kamen zu dem Ergebnis, dass Geimpfte drei Monate nach ihrer zweiten Impfdosis bei einer Infektion mit der Delta-Variante des Virus genauso ansteckend sind wie Ungeimpfte. 

Kommentar: Wer sich nicht impft, ist noch lange kein Robin Hood

Diese Daten beziehen sich vornehmlich auf Personen, die mit Astrazeneca geimpft wurden, doch auch beim Biotech-Impfstoff zeigte sich das Risiko der Ansteckung von Kontaktpersonen - geimpft oder ungeimpft - nach der gleichen Zeitspanne als deutlich höher. 

Ist die dritte Impfdosis die Lösung?

Die britischen Wissenschaftler betonten, dass das Studiendesign keine exakten Rückschlüsse zulasse. Allerdings spiegeln die Ergebnisse Erfahrungswerte aus Israel wider, wo trotz enorm hoher Impfquote vor wenigen Monaten die Infektionsrate wieder rapide anstieg. Als Gründe wurden die Ausbreitung der Delta-Variante sowie auch das Nachlassen der Impfschutzwirkung festgemacht. 

Seitdem startete Israel eine umfassende Impfbooster-Kampagne. Fast die Hälfte der Bevölkerung haben sich mittlerweile die dritte Impfdosis abgeholt - und prompt sanken die Zahlen: Noch im September registrierte das Gesundheitsministerium über 11.000 Neuinfektionen an einem einzigen Tag, mittlerweile sind es nur noch wenige Hundert pro Tag.

Video: Ab fünf Jahren: Kinder in den USA werden mit BioNTech geimpft

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.