Covid und Allergien nehmen zu - Corona oder Heuschnupfen? So erkennen Sie den Unterschied

Ob jemand Corona oder Heuschnupfen hat, ist gar nicht einfach zu unterscheiden<span class="copyright">FOL/gettyimages/juan gartne/CHRISTOPH BURGSTEDT/SCIENCE PHOTO LIBRARY/somchaisom</span>
Ob jemand Corona oder Heuschnupfen hat, ist gar nicht einfach zu unterscheidenFOL/gettyimages/juan gartne/CHRISTOPH BURGSTEDT/SCIENCE PHOTO LIBRARY/somchaisom

Aktuell steigen die Zahlen an Corona-Infektionen wieder an, denn die neuen FliRT-Varianten breiten sich schnell aus. Auch leiden immer mehr Menschen an einer Pollenallergie. Wie sich die Symptome unterscheiden und was Sie tun können.

Zwar hat der Sommer begonnen, dennoch schnieft es aus allen Ecken und Enden. Das bestätigt auch das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht : Demnach sei die Zahl der Atemwegserkrankungen auf einem vergleichsweise hohen Niveau für diese Jahreszeit.

Dazu trägt auch Corona bei, denn die Zahl der übermittelten Corona-Fälle ist gestiegen. Zwar wird kaum noch getestet, aber die Überwachung der Viruslast im Abwasser der Kläranlagen (Viren werden auch über den Stuhl ausgeschieden) zeige laut RKI einen steigenden Trend – wenn auch auf niedrigem Niveau.

Vorherrschend ist laut RKI die JN.1-Sublinie KP.3, die bei einem Anteil von 48 Prozent liegt. Diese gehört zu den sogenannten „FLiRT“-Varianten, die noch ansteckender sind als ihre Vorgänger und sich rasend schnell verbreiten. Der Name rührt von den jeweiligen Buchstaben „F“, „L“, „R“, „T“, die in den einzelnen Mutationen dieser Varianten vorkommen wie beispielsweise F456L.

Auch die Zahl der Pollenallergiker nimmt immer mehr zu

Aber auch Heuschnupfen plagt viele Menschen derzeit. Denn auch im Sommer fliegen die Pollen. Hinzu kommt, dass die Anzahl der Pollenallergiker ebenfalls steigt. Denn bedingt durch den Klimawandel blühen Pflanzen immer früher, so dass nicht mal mehr im Winter Ruhe ist. Auch produzieren sie aufgrund des Klimastresses mehr Pollen, um ihren Fortbestand zu sichern, erklärt Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann vom Helmholtz Munich .

Hinzu kommt, dass die Pollen auch aggressiver werden. Denn laut Helmholtz München schützen sie sich vor negativen Umwelteinflüssen, indem sie ihren Immunschutz hochfahren. Dadurch stellen sie spezielle Eiweiße her, auf die wiederum Allergiker noch stärker reagieren.

Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind mittlerweile mehr als 15 Prozent der Deutschen von Heuschnupfen betroffen. Im Moment sind vor allem Gräserpollen unterwegs. Auch Pollen von Brennnesselgewächsen und Kräutern wie Ampfer, Beifuß, Gänsefußgewächsen und Wegerich sowie von Bäumen wie Esskastanie und Linde fliegen durch die Luft wie die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst berichtet.

Diese Symptome sprechen für Heuschnupfen-Allergie

Aber wie weiß ich überhaupt, ob ich an Corona oder Heuschnupfen leide? Letztendlich gibt nur ein Corona-Test Aufschluss darüber. Wer seine Symptome aber genau beobachtet, kann bereits wichtige Hinweise finden, worum es sich handelt.

Ein Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Blütenstaub und äußert sich in der Regel mit folgenden Symptomen:

  • juckende und tränende Augen

  • geschwollene Augenlider

  • Fließschnupfen mit verstopfter und juckender Nase

  • Niesreiz

  • Halskratzen

  • Hautreaktionen

In schweren Fällen kann Heuschnupfen auch zu asthmatischen Beschwerden führen und Husten, Kurzatmigkeit und Atemnot auslösen.

Diese Symptome können auf FLiRT-Variante hinweisen

Bei einer Infektion mit einer Flirt-Variante wie KP.3 dagegen zeigen sich klassische Corona-Symptome wie

  • Kopfschmerzen

  • Schnupfen

  • Halsschmerzen

  • Müdigkeit

  • Appetitlosigkeit

  • Nachtschweiß

  • Fieber

  • trockener Husten

  • Gliederschmerzen

Auch Hautausschlag, rote und wunde Finger oder Zehen sowie juckende und gerötete Augen können auftreten - genauso wie Durchfall oder andere Magen-Darm-Beschwerden. Auch kann es zu Schwellungen im Mundraum oder auf der Zunge kommen. Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns tritt im Vergleich zu früheren Varianten eher selten auf.

Fieber und Gliederschmerzen sind Unterscheidungsmerkmale

So können sich Symptome von Heuschnupfen und Covid-19 also durchaus überschneiden und schwierig zu unterscheiden sein. Aber in der Regel bleiben Heuschnupfen-Erkrankte von Fieber und Gliederschmerzen verschont. Viele Corona-Kranke hingegen klagen darüber.

Juckende und tränende Augen dagegen treten bei einer Corona-Infektion eher nicht auf. Auch ein Niesreiz ist eher ein typisches Allergie-Symptom.

Und auch die Dauer der Beschwerden unterscheidet sich: Während FliRT-Symptome in der Regel bei Geimpften nach drei bis fünf Tagen vorbei sind, sind Pollen-Allergiker oft den ganzen Frühling und Sommer betroffen – häufig sogar bis in den Herbst/Winter hinein.

Welche Hausmittel gegen Heuschnupfen helfen

Wer an Heuschnupfen leidet, kann die akuten Symptome durch Medikamente wie beispielsweise Antihistaminika oder Kortisone lindern. Als effektivste Behandlungsmethode gegen Heuschnupfen gilt aber eine Hyposensibilisierung. Dabei wird das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt. Bei rund 85 Prozent der Patienten kann damit eine deutliche Linderung bis hin zum Verschwinden der Allergiebeschwerden erreicht werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen sogar die Kosten dafür.

Auch einige Hausmittel können Linderung verschaffen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt etwa für den Alltag die Nasendusche. Dabei werden Näsenhöhlen mit einer Salzlösung gespült, um Pollen und Sekret aus der Nase zu entfernen.

Um die Pollenlast in der Wohnung möglichst gering zu halten, sind außerdem folgende Maßnahmen hilfreich:

  • Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen

  • vor dem Zubettgehen die Haare waschen

  • Bettwäsche häufig wechseln

  • Böden, Möbel und Teppiche absaugen - am besten mit einem Staubsauger mit Hepa-Filter.

Was gegen eine Corona-Infektion hilft

Bei gesunden Menschen verlaufen die meisten Corona-Infektionen mild. Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber können mit Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen gelindert werden. Bei einer verstopften Nase helfen abschwellende Nasensprays und gegen Husten Säfte aus der Apotheke. Kommt es zu Atembeschwerden, sollte dringend ein Arzt kontaktiert werden. Denn auch wenn es bis dato keine Hinweise gibt, dass FliRT-Varianten schwerere Verläufe auslösen, können Risikogruppen wie Ältere, chronisch Kranke und immunschwache Menschen nach wie vor schwer erkranken.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät nach wie vor Risikogruppen sowie allen Menschen ab 60 Jahren zu einer jährlichen Auffrischungsimpfung mit einer aktuell von der WHO empfohlenen Variantenanpassung. Auch altbewährte Schutzmaßnahmen wie

  • Abstand halten

  • Masken in Innenräumen

  • regelmäßiges Händewaschen

helfen, das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren.