Der Covini C6W ist ein Supercar mit sehr vielen Rädern

feedback@motor1.com (Stefan Wagner)
You’re looking at the only 6-wheeled street-legal supercar on earth, the Covini 6SW. This unique design debuted in 2008 to much press but today you hardly hear about Italy’s only 6-wheeled supercar.

Jetzt mit noch mehr Rädern!

Was Sie hier sehen, ist das weltweit einzige sechsrädrige Supercar mit Straßenzulassung. Eine echte Pionierleistung? Oder war einfach niemand sonst so ... naja ... mutig, etwas derart Abstruses auf die Straße zu bringen? Es dürfte Gründe geben, warum sich dreiachsige Sportwagen nicht nachhaltig durchgesetzt haben und doch ist es faszinierend, sich diese Kreation anzusehen. Immer noch, muss man sagen, denn der Covini C6W hat inzwischen fast 15 Jahre auf dem Buckel. 2005 stellte die kleine italienische Supercar-Manufaktur ihr überaus spezielles Gefährt offiziell vor. Damals gab es ein vergleichsweise gewaltiges Medienecho, aber heute dürfte kaum noch jemand Italiens Frankenstein-Sportwagen kennen.

Der Trend geht zum Dreiachser

Wenn Sie möchten, können Sie allerdings ein Exemplar bestellen. Offenbar kosten viele Räder auch viel Geld, denn der Preis vor Optionen liegt bei mehr als 600.000 Euro. Dafür bekommen Sie einen 4,18 Meter kurzen Sportwagen mit einem bis zu 500 PS starken 4,2-Liter-Audi-V8-Motor. Das Gewicht soll nur 1.150 Kilo betragen. Besonders seltsam sieht C6W in der Seitenansicht aus, denn während sich an den vorderen Achsen 16-Zöller mit 205er-Reifen drehen, gibt es hinten fette 20-Zoll-Felgen mit gewaltigen 345er-Schlappen. Laut Covini geht das Auto in 3,9 Sekunden von 0-100 km/h und schafft mehr als 300 km/h Spitze. Laut Hersteller kann man optional auch einen V12 mit bis zu 900 PS bekommen. Genügend Räder, um die Kraft halbwegs unfallfrei auf die Straße zu bringen, sind ja prinzipiell vorhanden.

Das bringt uns zum eigentlichen Grund für das Bestücken eines Sportwagens mit so vielen Rädern. Der zusätzliche Satz verdoppelt eben einfach die Kontaktfläche der Vorderreifen mit der Straße und führt so zu mehr Grip. Mehr Grip bedeutet höhere Kurvengeschwindigkeiten und mehr Stabilität in der Kurve. Mit sechs Rädern kommen auch sechs Bremsscheiben und die Kontaktfläche von sechs Reifen beim Bremsen, was theoretisch zu einer besseren Bremsleistung führt. Außerdem kann man durch all diese Vorteile kleinere Vorderräder fahren, was den Luftwiderstand verbessert.

Die Inspiration für den Covini C6W stammt übrigens vom Tyrrell P34, dem legendären sechsrädrigen Formel-1-Auto. Der P34 debütierte während der F1-Saison 1976 und war ziemlich erfolgreich. Erfolgreich genug, um auch andere Teams zur Entwicklung dreiachsiger Kreationen zu motivieren. Das größte Problem des P34 war die unzureichende Weiterentwicklung seiner ungewöhnlichen Reifen. So wurde das Projekt bereits nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Unglücklicherweise wurde im Laufe der Zeit das F1-Reglement geändert und die Autos mussten über vier Räder verfügen, was der spannenden Konstruktion endgültig den Garaus machte.

Wenn Sie jedoch ein Straßenauto mit sechs Rädern wollen, werden Sie ziemlich gut versorgt. Im Sportwagenbereich beschränkt sich das Angebot aber tatsächlich auf den Covini C6W. In Anbetracht seines Preisschildes muss man - gerade wenn man die Qualitäten der aktuellen Supercar-Konkurrenz bedenkt - schon einen starken Drang zur Exotik haben.