Crash: Versunken in dunklen Wolken oder den vollen Durchblick?

Gewitterwolken
Gewitterwolken

Der Crash ist, na ja, ist er wirklich da? Ich meine: Die breiten Märkte befinden sich zwar in einem Bärenmarkt-Bereich. Allerdings sind es eher einzelne Aktien oder Segmente, die besonders stark unter die Räder gekommen sind. Auf Sicht des breiten Marktes sehen wir zwar einen Einbruch, aber noch keinen allzu tiefen.

Trotzdem dürften viele Portfolios einen Crash durchleiden. Vor allem, wenn sie einen Schwerpunkt auf Growth-Aktien gesetzt haben. Das sind dunkle Wolken, die so manches Mal die Sicht vernebeln. Aber kannst du durch sie hindurchschauen?

Genau das ist die relevante Frage. Je nachdem gibt es mehrere Entscheidungsmöglichkeiten. Ich nutze diese Metapher, die übrigens Fool-Mitbegründer David Gardner geprägt hat, jetzt sehr bewusst für mein Portfolio.

Crash: Dunkle Wolken, in denen man versinkt oder durch die man schaut?

Dass ein Crash dunkle Wolken darstellt, hat bereits Warren Buffett gesagt. Allerdings eben auch David Gardner, der diese Aussage noch weiter getragen hat. Im Endeffekt gibt es zwei Möglichkeiten, was diese Wolken auslösen können: Entweder man versinkt in ihnen oder man sieht durch sie hindurch.

Wenn man in ihnen versinkt, so bedeutet das: Man kann die Investitionsthese nicht mehr greifen. Oder aber sie hat sich verändert. Vielleicht zum Nachteil, aber womöglich ist sie im Vorfeld bereits schwach gewesen. Das können Möglichkeiten sein, die eigentlich nur einen Schluss zulassen: Man sollte sich von dieser Investition trennen.

Allerdings können dunkle Wolken und ein Crash auch eine Reifeprüfung sein. Wenn man erkennt, dass man durch diese Wolken hindurchsehen kann und weiterhin einen intakten Kern einer eigenen Investitionsthese sieht, so ist das eigentlich etwas Gutes. Man erkennt, dass man an ein Unternehmen und eine Aktie wirklich glaubt, auch wenn die Bewertungen in sich zusammenfallen.

Das wiederum kann auch die Möglichkeit eröffnen, dass man das günstige Marktumfeld zum Nachkaufen nutzt. Allerdings gibt es eine Anmerkung: Dass man im Crash in den dunklen Wolken versinkt, sollte eher die Ausnahme sein. Eine volatile Phase ist in der Regel eher eine Prüfung, bei der ein Fool sieht: Yep, ich kann durch dieses Unwetter hindurchsehen, was den Großteil meines Depots betrifft.

Jetzt ist die Zeit!

Trotzdem gibt es den Crash, gerade bei Growth-Aktien. Oder dunkle Wolken, die im Allgemeinen über den Märkten hängen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um die Investitionsthese noch einmal greifbar zu machen. Gelingt das, so bedeutet das: Man glaubt an das, was man gekauft hat. Wenn man hingegen skeptisch wird und sich fragt, wohinein man eigentlich investierte, so ist das ein klares Warnsignal.

Dunkle Wolken müssen daher nichts Schlechtes sein. Nein, sondern sie sind der Aufhänger, um das eigene Depot zu überprüfen. Oder sie tragen so manches Mal Gold mit sich, wenn man wirklich viel Qualität zu einem deutlich günstigeren Preis sieht. Auch das kann eine Option sein.

Der Artikel Crash: Versunken in dunklen Wolken oder den vollen Durchblick? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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