Curevac und GSK wollen Impfstoff gegen Coronavirus-Varianten entwickeln

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Curevac-Impfstoff-Kandidat

Das Tübinger Unternehmen Curevac und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) wollen zusammen einen neuen Impfstoff gegen die ansteckenderen Varianten des Coronavirus entwickeln. Dazu vereinbarten Curevac und GSK nach eigenen Angaben vom Mittwoch eine Zusammenarbeit mit dem Ziel, das Vakzin im nächsten Jahr auf den Markt zu bringen. Zudem unterstützt GSK demnach die Herstellung von bis zu 100 Millionen Dosen eines derzeit noch in Entwicklung befindlichen ersten Corona-Impfstoffs von Curevac.

Die Unternehmen wollen nach eigenen Angaben mehrere neue mRNA-Impfstoff-Kandidaten entwickeln und herstellen. Ziel sei ein "breiterer Schutz gegen mehrere Varianten von Sars-CoV2 sowie die Möglichkeit einer schnelleren Reaktion auf weitere eventuell auftretende Varianten in der Zukunft".

Die neuen Impfstoffe könnten genutzt werden, "um noch nicht geimpfte Menschen zu schützen, oder als Auffrischimpfung, falls die Immunantwort auf eine erste Impfung über die Zeit nachlassen sollte", hieß es in der gemeinsamen Erklärung. "Wir glauben, dass die Impfstoffe der nächsten Generation entscheidend für den anhaltenden Kampf gegen COVID-19 sind", erklärte GSK-Chefin Emma Walmsley. Das Entwicklungsprogramm starte sofort.

Die Zusammenarbeit baut den Angaben zufolge auf dem Impfstoff-Kandidaten von Curevac auf, der sich noch in der klinischen Testphase befindet. Dieses Vakzin werde voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 bei den Behörden zur Prüfung eingereicht.

Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte unterdessen an, ab Ende Februar oder Anfang März Corona-Impfstoffe an vier Standorten im Land produzieren zu lassen. Europa habe die Lieferung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen "sichergestellt", sagte Macron dem Sender TF1 nach einer Videokonferenz mit internationalen Impfstoffherstellern. "Und wir hoffen, noch mehr zu schaffen."

Nach Angaben der für die Industrie zuständigen französischen Staatssekretärin Agnès Pannier-Runacher soll im März die Produktion des Impfstoffs des US-Pharmaunternehmens Moderna starten, im April dann die Produktion des Wirkstoffs von Pfizer/Biontech. Für Mai sei - vorbehaltlich einer Zulassung - dann die Herstellung des Curevac-Vakzins geplant. Berlin hofft ebenfalls auf eine Zulassung des Curevac-Impfstoffs im Mai.

Der französische Pharma-Zulieferer Deplharm hatte bereits vor Wochen angekündigt, in seinem Werk im nordwestfranzösischen Saint-Remy-sur-Avre den Pfizer/Biontech-Impfstoff herstellen zu wollen. Und im Januar hatte der französische Pharmariese Sanofi angekündigt, Biontech/Pfizer in seinen Produktionsanlagen in Frankfurt mit der Abfüllung der Impffläschchen zu unterstützen.

Macron versprach allen französischen Bürgern ein Impfangebot "bis Ende des Sommers". In Frankreich wurden bisher rund 1,5 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Wegen der angekündigten Lieferverzögerungen bei großen Herstellern wie Pfizer/Biontech hatte die Regierung zuletzt jedoch nur mit der Impfung von einer weiteren Million Menschen im Februar gerechnet.

ans/cp