Sorge um zunehmende Aufrüstung und Besitzansprüche in der Arktis

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Eisberg östlich von Grönland

Vor dem Hintergrund wachsender Ansprüche der Großmächte in der Arktis-Region kommen die Außenminister der Anrainer-Staaten am Mittwoch in Island zusammen. Das zweitägige Minister-Treffen des Arktischen Rates sollte am Abend in der Hauptstadt Reykjavik beginnen. Erstmals seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden sollten dort auch die Außenminister der USA und Russlands zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammenkommen. Moskau hatte zuvor seine Gebietsansprüche deutlich gemacht und die Arktis kurzerhand zu russischem Territorium erklärt.

Dem Arktischen Rat gehören Russland, die USA, Kanada, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Island an. Auf der Agenda des Treffens stehen vor allem auch die Folgen und Gefahren des Klimawandels in der Region.

Durch die zunehmende Erderwärmung wurde die Arktis in den vergangenen Jahren immer besser erreichbar und eine Ausbeutung der Rohstoffvorkommen realistisch. Wegen der strategischen Lage, der natürlichen Ressourcen und der Schiffsrouten konkurrieren nicht nur die acht Anrainerstaaten, sondern auch China in der Region.

Russland investierte in den vergangenen Jahren massiv in seine militärische Infrastruktur und in die Gewinnung von Bodenschätzen in der Arktis. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte Anfang der Woche erklärt: "Für jeden ist seit Langem vollkommen klar, dass dies unser Territorium ist, das ist unser Land." Russland sei für die "Sicherheit der Arktischen Küste" verantwortlich, sagte der russische Außenminister.

US-Außenminister Antony Blinken kritisierte daraufhin die zunehmende militärische Aufrüstung am Nordpol. "Wir müssen eine Militarisierung der Region verhindern", sagte er und erinnerte an das gemeinsame Ziel einer "friedlichen und nachhaltigen Zukunft der Region". Zuvor hatte er Russland davor gewarnt, die durch den Klimawandel entstehenden Veränderungen in der Arktis "auszunutzen".

Dänemarks Außenminister Jeppe Kofod forderte die Anrainerstaaten zu einem Bekenntnis für den Klimaschutz auf. "Wir werden das Treffen nutzen, um ein starkes Signal an die Welt zu senden, dass wir in Klimafragen jetzt handeln müssen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe).

In der Arktis sei der Anstieg der Durchschnittstemperatur infolge des Klimawandels dreimal so hoch wie im globalen Niveau. "Es besteht kein Zweifel, dass die Arktis einer der Orte ist, an denen die Völker direkt von den Veränderungen betroffen sind", betonte Kofod. Die Tatsache, dass die USA dem Pariser Abkommen wieder beigetreten sind, sorge für Hoffnung.

Auch Kofod äußerte sich besorgt über die russischen Aktivitäten in der Region: "Russlands fortgesetzte militärische Aufrüstung in der Arktis ist besorgniserregend", betonte er und begrüßte die "verstärkte Konzentration der Nato" auf die Region. Dabei hätten die arktischen Nato-Staaten eine besondere Verantwortung, für Stabilität und Friedfertigkeit in der Region zu sorgen, sagte der dänische Außenminister.

gap/ju

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