Damensauna-Tag im Lentpark: Frauen stören sich an männlichen Mitarbeitern

Die Kölnbäder entschuldigen den Umstand mit einer „dünnen Personaldecke“.

Einmal in der Woche hängt Rosen-, Grapefruit-Rosmarin- oder Zitrusfüchte-Duft im Duschraum, drehen sich die Gespräche um Bücher, Einkaufstipps, Urlaub, Rezepte und Politik, ist das Geschehen vertraut und weiblich, lassen Frauen gemeinsam ihre Hüllen fallen. Immer donnerstags ist in der Saunalandschaft des Lentparks Damentag, Männer sind dann nicht erwünscht.

Seit einiger Zeit allerdings erscheint dort, wo sich die Frauen nackt entspannen, ein bekleideter Bademeister und macht den Aufguss. Das erregt den Unmut vieler weiblicher Gäste: „Wir haben nichts gegen die Mitarbeiter“, betont Besucherin Carola Mauch. „Sie sind immer freundlich und höflich, aber die Anwesenheit eines Mannes stört uns in der Damensauna einfach.“

Es gäbe viele Gründe, warum Frauen sich bewusst für diesen Tag entschieden und dort gerne unter sich seien, ergänzt Stammgast Rita Strachau. Die Gründe sind so verschieden wie die Besucherinnen. Da sei das 14-jährige Mädchen, sagt Strachau, das sich schäme, wenn ein junger Mann in der Sauna erscheint. Oder die nicht mehr ganz junge Frau mit der Narbe nach der Brust-OP, die alte Dame, die ihren sehr reifen Körper nur noch Frauen zeigen mag. Es sei auch unerheblich, wie lange der Mann sich in der Sauna aufhalte und ob er die Besucherinnen überhaupt genauer anschaue, finden Strachau und Mauch. „Entscheidend ist doch, wie wir uns fühlen.“

Die „relativ dünne Personaldecke“ der Kölnbäder sei Schuld

Es sei einfach eine Frage des Respekts gegenüber den Kundinnen, ergänzt ihre Saunafreundin Brigitte Regenz. Die Besucherinnen haben Schreiben mit Dutzenden Unterschriften verfasst und sich bei der Leitung der Kölnbäder, dem Betreiber des Lentparks, beschwert – und nicht viel erreicht.

Die Kölnbäder sehen sich nicht in der Lage, an der personellen Besetzung etwas zu ändern. „Unsere Angestellten arbeiten im Schichtbetrieb, jeweils in Teams“, schildert Pressesprecher Achim Fischer.

„Wir haben eine relativ dünne Personaldecke auch aus Kostengründen und können einfach nicht gewährleisten, dass donnerstags immer nur Frauen im Lentpark arbeiten“, so Fischer. Die Teams seien jeweils verschiedenen Bereichen fest zugeordnet, die meist aus zwei bis drei Bädern bestehen. Weil der Lentpark mit Freibad, Saunalandschaft und Eishalle so groß sei, bilde er einen eigenen Bereich. „Es gibt einfach nicht genügend weibliches Saunapersonal, und wenn wir weibliche Mitarbeiter von einem anderen Bäderbereich zum Lentpark versetzen, reißt es dort eine Lücke. Es gibt zwar ab und zu Beschwerden von Besucherinnen, aber wir können die Damensauna eben nur unter diesen Bedingungen anbieten.“ Das Angebot werde aber auch so, wie es ist, gut genutzt.

Bezirksbürgermeister Hupke kritisiert die personelle Besetzung

Diese Haltung stößt nicht nur bei den Kundinnen auf Unverständnis: „Ich kann das gar nicht glauben“, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Hupke empört. „Es gibt doch gerade eine Damensauna, damit die Frauen einmal unter sich sind. Dass da dann ein Bademeister den Aufguss macht, halte ich für grenzwertig. Das muss die Geschäftsführung anders regeln.“

Andere Kölner Saunabetreiber als die Kölnbäder sehen das ganz ähnlich: „Für uns ist es selbstverständlich, dass am Damentag ausschließlich weibliches Personal den Aufguss macht“, betont Philipp Haag, Bereichsleiter der Sauna in der Claudius-Therme. Natürlich könne es im Einzelfall einmal schwierig sein, dafür zu sorgen, dass genügend weibliche Kräfte zur Verfügung stehen. „Aber unserer Auffassung nach ist das eine Frage der Haltung und der Organisation.“

Im Lentpark hat man nun eine andere Lösung gefunden. Dort steht seit einiger Zeit ein Schild an der Kasse. „Wir können leider nicht garantieren, dass am Damentag ausschließlich weibliches Personal den Aufguss macht“, ist dort zu lesen. Achim Fischer hat eine weitere Idee: „Gerne setzen wir uns einmal mit den betroffenen Damen zusammen und sprechen darüber.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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