Wie Daniel Aminati "Sportmuffel in Sportskanonen verwandelt"

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Daniel Aminati trainiert sechsmal die Woche. (Bild: Robert Sakowski)
Daniel Aminati trainiert sechsmal die Woche. (Bild: Robert Sakowski)

Moderator und Fitness-Freak Daniel Aminati hat eine besondere Mission: Der 47-Jährige ruft mit der Facebook-Aktion "Beweg Was" User dazu auf, sportlich aktiv zu werden und damit Klein- und mittelständische Unternehmen zu unterstützen, die besonders unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden.

Die Aufgabe für ihn und die sportbegeisterten Gruppen auf Facebook: Sieben Tage lang jeden Tag mindestens einmal sportlich aktiv zu sein und mit dem "Beweg Was"-Filter ein Selfie von der Sporteinheit zu posten. Jede teilnehmende Gruppe sucht sich ein kleines Unternehmen aus, das sie mit der Aktion unterstützen will. Mit den Workouts gilt es dann Punkte für das Unternehmen zu sammeln und Gewinne zu sichern. Die Aktion findet vollkommen digital vom 30. Oktober bis 4. November statt. Wie Aminati die Gruppen motivieren will und wie sich jeder während der Krise fit halten kann, verrät er im Interview.

Warum unterstützen Sie die Aktion "Beweg Was"?

Daniel Aminati: Ich bin begeistert, was wir gemeinsam erreichen können. Mit der Aktion unterstützen Facebook-Gruppen ganz einfach ihre liebsten Kleinunternehmen. Dafür müssen wir nur Sport treiben und tun damit nicht nur uns, sondern auch für andere etwas Gutes. Das Schöne an "Beweg Was" ist: Jeder gibt genau so viel, wie er kann, und gemeinsam bewegen wir eine ganze Menge. Die kleinen Läden haben einen ganz besonderen Charme, deshalb möchte ich andere motivieren, mitzumachen und unsere lokalen Perlen in diesem Rahmen zu supporten. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

Wie wollen Sie die zahlreichen Gruppen zum Sport motivieren?

Aminati: Ich habe schon so einige Sportmuffel in Sportskanonen verwandelt - ich weiß also, wie ich Deutschland ins Schwitzen bringe. Ich werde täglich inspirierende Videos von meinen Trainingseinheiten posten und Tipps zum Durchhalten geben, damit wir gemeinsam etwas bewegen

Warum ist es gerade jetzt so wichtig, sich fit zu halten?

Aminati: Der Alltag vieler Menschen hat sich verändert. Blicken wir nur einmal auf die Arbeitssituation: Homeoffice steht derzeit bei vielen auf der Tagesordnung. Dabei kommt Bewegung meist zu kurz, obwohl gerade Sport hilft, Körper und Geist fit zu halten. Und wie großartig ist es, wenn wir mit ein wenig Sport nicht nur etwas für uns selbst tun können, sondern gleichsam auch noch etwas für andere bewegen können. Da halte ich es wie der Dalai Lama: Hauptziel im Leben ist es, anderen zu helfen.

Wie oft treiben Sie selbst in der Woche Sport und was machen Sie am liebsten?

Aminati: Ich mache sechsmal die Woche Sport. Es ist für mich inzwischen ein Ritual geworden, eine Verabredung mit mir selbst. Ich bezeichne diese Zeit als "Quality Time". In diesen maximal 45 bis 60 Minuten gibt es keine Ablenkungen, keine Erreichbarkeit. Ein Segen in der heutigen Zeit. Da ich fast jeden Tag trainiere, gestalte ich meine Workouts unterschiedlich. An zwei bis drei Tagen mache ich Krafttraining, ein bis zweimal die Woche mache ich Cardio, das heißt, ich jogge oder ich setze mich auf mein Spinningrad oder ich boxe. Gerne lege ich auch mal ein HIIT, ein Intervall-Training mit hoher Intensität, ein, zum Beispiel Body Weight Workout.

Viele tun sich angesichts der aktuellen Situation schwer, die Motivation für Sport aufrechtzuerhalten. Wie können wir die Corona-Kilos effektiv bekämpfen?

Aminati: Es ist wie so oft die Betrachtungsweise, und das bekannte halbleere oder halbvolle Glas: Wir kommen oft erst dann auf die Idee, etwas für uns zu tun, wenn eine Schmerzgrenze erreicht ist oder wenn es einfach nicht mehr anders geht. Wenn zum Beispiel der Jahreswechsel ansteht, dann ist man bereit, Dinge zu verändern oder es neu zu probieren. Wie heißt es so schön: Krisenzeiten sind Aufwachzeiten, denn in jeder Krise verbirgt sich auch etwas Positives. Oft sind Dinge schwer, weil wir sie zu etwas Schwerem machen, weil es für uns ungewohnt ist. Ich finde es wichtig und hilfreich, sich einen Plan zu machen und diesen zu verfolgen und dranzubleiben. Wir sollten uns trauen, neue Wege zu gehen, das Negative in etwas Positives umwandeln und Menschen im Umfeld finden, die einem bei dem Vorhaben unterstützen.

Wie kann man sich zu Hause und im Homeoffice fit halten und was muss man dabei beachten?

Aminati: Das Allerwichtigste ist in Bewegung kommen. Oft scheitern wir daran, dass wir uns gerade am Anfang viel zu sehr unter Druck setzen. Kein Berg der Welt wird mit einem Schritt zu erklimmen sein. Wende die Salamitechnik an, Scheibe für Scheibe bzw. Schritt für Schritt. Eigentlich gibt es keine Ausreden, denn dein Fitnessstudio hast du immer bei dir und das ist dein Körper. Du kannst mit dem sogenannten Body Workout zuhause wunderbar und ausreichend trainieren. Dreimal 20 Minuten die Woche reichen aus, um deinem Körper die richtigen Signale zu senden. Wenn du zusätzlich auf deine Ernährung achtest, wirst du sehen, dass sich deine Energie und deine Lebensqualität automatisch verbessern. Im Büro oder im Homeoffice es ist ganz wichtig, immer wieder kleinere Pausen einzulegen, indem ich zum Beispiel das Fenster aufmache und frische Luft schnappe, oder immer mal wieder kleine Meditationen einlege. Damit meine ich mal für ein bis zwei Minuten achtsam ein- und auszuatmen und dabei die Augen zu schließen. Das belebt und spendet ebenfalls Energie.

Wie viel sollte man sich mindestens bewegen am Tag?

Aminati: Es gibt eine Faustregel in der Sportwissenschaft: Der Puls sollte täglich einmal für etwa 30 Minuten auf das altersgemäße Maximum getrieben werden. Die Formel lautet: 180 minus Lebensalter. Ein 30-Jähriger sollte also laut dieser Faustregel jeden Tag 30 Minuten bei einem Puls von 150 Sport treiben, um Herz, Kreislauf und die Atemwege gesund zu halten. Ich selbst halte es allerdings mit der Formel: "Tu, was dir gut tut!" Überfordere dich nicht, aber unterfordere dich auch nicht. Kein Auto der Welt fährt ohne Benzin. Damit will ich sagen, wenn du mit Power durch den Tag gehen möchtest, darfst du dir auch Power zufügen. Folge immer dem guten Gefühl und horche immer wieder in dich hinein, denn in dir liegt ein verlässlicher Kompass.

Wie vertreiben Sie sich die Zeit während der Corona-Krise neben dem Sport?

Aminati: Ich setze mich gerade sehr mit dem Thema Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung auseinander. Denn inzwischen bin ich nicht nur Fitness-, sondern auch Motivations-Coach. Gerade junge Menschen fragen mich immer wieder, wie ich Dinge in meinem Leben geschafft habe. Um ihnen verantwortungsvolle Antworten zu geben, lese ich gerade sehr viel und besuche Online-Seminare. Der Job des Moderators ist allerdings von der Corona-Krise nicht betroffen, deshalb stehe ich auch nach wie vor bei ProSieben vor der Kamera. Ich bleibe optimistisch und in der Hoffnung, dass sich im neuen Jahr 2021 die Welt wieder normalisieren wird.