Daniel Ricciardo: Fette Verteidigung gegen Millionenklage

Scott Mitchell

Daniel Ricciardos Anwälte haben Informationen von 'Motorsport.com' zufolge eine scharfe Verteidigung gegen eine Forderung von über zehn Millionen Britischer Pfund seines früheren Beraters eingereicht.

Wie von 'Motorsport.com' berichtet, fordert Glenn Beavis eine 20-Prozent-Beteiligung an Ricciardos Renault-Gehalt und weiterer Inhalte des lukrativen Deals für den Australier.

Ricciardos Anwälte hingegen bestreiten, dass Abmachungen gebrochen wurden. Ihre Verteidigungsschrift, die dem High Court of Justice in London vorgelegt und von 'Motorsport.com' eingesehen wurde, fechtet sämtliche Elemente der angeblich abgemachten Provision an.

In der Verteidigungsschrift für Ricciardo und Whitedunes - der Firma, die seine kommerziellen Interessen vertritt - heißt es, dass Beavis seine 20-prozentige Beteiligung erst eingefordert habe, nachdem Ricciardo ihn im vergangenen Dezember über seine Absicht informiert hat, die Zusammenarbeit nicht fortzusetzen.

Die Schrift sagt außerdem aus, dass die Summe von mehr als 10.000.000 Britischen Pfund "in starkem Widerspruch zu E-Mail-Kontakten" stehe - sowohl vor als auch nach dem jüngsten Vertrag von Mitte 2015.

Beavis fordert auch eine Beteiligung an Sachleistungen ein

Beavis fordert auch eine Beteiligung an Sachleistungen ein LAT

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"Jeglicher Versuch von Herrn Beavis, eine Beteiligung an Herrn Ricciardos Einnahmen zu erwirken, wurde auf der Stelle zurückgewiesen", sagt die Verteidigungsschrift über den Schriftwechsel zwischen Januar und Juli 2015. Zu keinem Zeitpunkt habe Ricciardo einer Abmachung zugestimmt, die über Beavis' feststehende Bezüge hinausgingen.

Die Schlüsselfaktoren über den Wechsel zu Renault

Daniel Ricciardo wechselte völlig überraschend im Sommer 2018 in der Formel 1 von Red Bull zu Renault. Die erste Absichtserklärung wurde Anfang August getroffen.

Beavis behauptet, diesen Wechsel eingefädelt zu haben. Er bezieht sich dabei auf Gespräche mit Renault-Motorsportchef Cyril Abiteboul, die bis ins Jahr 2017 zurückreichen. Ricciardos Verteidiger konstatieren hingegen, dass Beavis keinen Deal eingefädelt habe, sondern dass der Renault-Wechsel von Ricciardos Vater initiiert worden sei.

Ohnehin falle dieser Fahrervertrag außerhalb der Definition jeglicher "Deals", an denen Beavis eine Beteiligung einfordert.

Im August 2018 bröckelte die Allianz dann: So soll Beavis eine 15-prozentige Beteiligung an allen Einkünften Ricciardos und eine 20-prozentige an sämtlichen Sponsorendeals eingefordert haben. Das hätte ab Anfang 2019 gegolten. Ricciardos Antwort darauf ist in der Verteidigung nicht dokumentiert - nur dass Ricciardo Mitte Dezember Beavis darüber informierte, den Vertrag von 2015 auflösen zu wollen.

Es sei vereinbart worden, dass Beavis weiterhin auf Basis der Abmachungen von 2015 "für eine Übergangsperiode" weitermachen sollte. Die Verteidigungsschrift betont an dieser Stelle noch einmal, dass "zu keinem Zeitpunkt ein Anspruch auf Provision vereinbart" worden sei.

Eine Rolex als Geschenk oder Provision?

Beavis bezieht sich bei seinen Forderungen unter anderem auf eine Rolex, die Ricciardo ihm "anstelle einer Provision" für den Red-Bull-Vertrag im Jahre 2017 überlassen haben soll. Die Verteidigung wiederum sagt aus, dass sie ein Geschenk gewesen sei.

Auch erhielt Beavis eine Zahlung in Höhe von 20 Prozent des Wertes eines Vertrags mit BPS Healthcare am 3. Dezember 2018. Auch hierfür hat es der Verteidigung zufolge "keine vertragliche Verpflichtung oder Basis" gegeben. Es habe lediglich "in Einklang mit den Prinzipien Ricciardos" gestanden, basierend auf einem Treffen im April 2015 in Monaco.

Daniel Ricciardo fährt seit 2019 für das Renault-Werksteam

Daniel Ricciardo fährt seit 2019 für das Renault-Werksteam LAT

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Somit seien Beavis' Forderungen ohne rechtliche Grundlage und sämtliche Zahlungen aus besagter Periode seien beglichen. Ein Vertragsbruch liege nicht vor.

Die Verteidigungsschrift kommt zu dem Ergebnis, dass Beavis keinerlei Anspruch auf eine 20-prozentige Beteiligung an Ricciardos Gehalt habe, das auf 25 Millionen Euro geschätzt wird. Außerdem bestehe "keine rechtliche Grundlage" für weitere Forderungen in Zukunft wie etwa

an Erfolgsboni.

Schlussendlich fordert die Verteidigung Beavis dazu auf, "eindeutige Beweise" zu liefern, die die angeblichen Zahlungsausfälle belegen - nicht ohne zu betonen, dass er darauf ohnehin keinen Anspruch habe.

Mit Bildmaterial von LAT.