Dating-Show "Are You the One?": "Dann nehme ich die, die übrigbleibt!"

Michael Eichhammer
·Lesedauer: 5 Min.

Jan Köppen ("Ninja Warrior Germany") versucht sich als Amor: In Südafrika sollen sich 20 Singles zu zehn "perfect matches" zusammenfinden. Zu gewinnen gibt es nicht nur 200.000 Euro, sondern auch die große Liebe. Ein schwieriges Unterfangen.

"Ist das echter Rasen oder ist das Kunst?", fragt sich Kevin vor der Luxusvilla, die er und 19 weitere Kandidaten für die erste Staffel der Dating-Show "Are You the One?" bewohnen dürfen. Eigentlich soll die Show eine andere Frage beantworten: Würde man den perfekten Partner erkennen, wenn man direkt neben ihm steht? Zehn Single-Damen treffen in Südafrika auf zehn einsame Männerherzen. Am Kap der guten Hoffnung sollen die scheinbar hoffnungslosen Liebesfälle ihr "perfect match" finden. Leichter gesagt als getan, denn vom Phänotyp her ähneln sich manche der 20 Teilnehmer, als wären sie geklont.

Doch es zählen ja auch die inneren Werte. Welche Profile zusammenpassen, haben im Vorfeld Beziehungsexperten analysiert. Das Problem der Kandidaten im Alter zwischen 21 und 34 Jahren: Sie haben keinen Schimmer, wer der oder die Richtige ist. Nach dem Debüt auf TVNOW hat der Mix aus Kuppelshow und Sozialexperiment mit Moderator Jan Köppen ("Ninja Warrior Germany") nun auch in auf RTL einen Platz gefunden - immer mittwochs zur Primetime, wo sonst etwa auch "Der Bachelor" läuft.

Die romantische Kulisse einer Traumvilla in Kapstadt könnte das Vorhaben unterstützen. Ebenso diverse Challenges und intime Dates. Ein bisschen also wie "Der Bachelor", nur eben mit gleich zehn Rosenkavalieren. Und ohne Rosen, dafür aber mit einem gewaltigen Jackpot. Zu gewinnen gibt es nicht nur die große Liebe, sondern 200.000 Euro für das gesamte Team. Allerdings nur dann, wenn alle zehn passenden Matches spätestens im Finale zueinandergefunden haben.

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Kevin (21) ist Rettungssanitäter aus Soest und sieht aus, als würde Leonardo di Caprio einen Rettungssanitäter aus Soest spielen. Michelle (25), Automobilverkäuferin aus Herzogenrath, steht nicht auf "so Kühlschränke". Das reduziert die Auswahl drastisch, denn viele der Jungs sind gut im Training. Ivana (28), Krankenschwester aus Baden in der Schweiz, ist sogar noch anspruchsvoller: "Mein Kerl muss auf jeden Fall auch Knoblauch essen können."

Voll verpeilte Kopfmenschen und andere hoffnungslose Fälle

Laurin, Forstwirt aus Mönchengladbach, beschreibt sich als "sensiblen Kopfmensch". Das mit dem Kopf sei dahingestellt, aber sensibel ist er auf alle Fälle. Nachdem seine Wunschkandidatin Melissa ihn als "voll verpeilt" beschreibt, schmollt der 22-Jährige bis zum nächsten Tag. Er erklärt der Vollversammlung, er habe keine Lust mehr, irgendjemanden kennenzulernen. Den Einwand, dass er dann hier falsch sei, lässt er nicht auf sich sitzen und verlässt mit theatralischer Geste den Raum. Erst als ihn jemand erinnert, dass mit seinem Ausscheiden der 200.000-Euro-Jackpot flöten geht, lenkt Laurin ein: "Dann nehm ich eben die, die übrig bleibt." Zu gütig!

Im neonfarbenen Minikleid fällt Friseurin Laura (29) aus Essen bereits optisch auf. Ihr Problem: "Ich verliebe mich sehr, sehr schnell. Nach zwei Sätzen bin ich eigentlich schon verlobt und verheiratet, hihi." Philosophiestudent Axel (25) aus Düsseldorf und Katharina aus Kamen haben viel gemeinsam. Kaum hat Axel berichtet, dass ihm "ein Vogel direkt auf die Haare kackte", als er zum ersten Mal verliebt war, begeistert sich Katharina: "Das ist mir schon drei Mal passiert!" So viel Romantik und Seelenverwandtschaft auf einmal gab es zuletzt in Shakespeares "Romeo und Julia"!

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Hier in Kapstadt ist zwar keine Julia, doch immerhin ein Juliano. Der 21-Jährige aus Erlangen ist von Beruf ehemaliger Animateur. "Ich wollte eigentlich gestern schon duschen, ich stinke schon langsam", berichtet er. Warum ist so ein Herzchen noch Single, wo es doch immer heißt, Frauen legen großen Wert auf Ehrlichkeit?

Der Jackpot ist gerettet - vorerst!

Gleich die erste Challenge weckt Assoziationen an den Liebesgott Amor. Die Männer sollen mit Pfeil und Bogen auf die Luftballons schießen, auf denen anonym die Zukunftswünsche der Damen stehen. Als kein Ballon platzt, sind die Schützen um keine Ausflucht verlegen: zu viel Sonnencreme. "Immer diese Ausreden", monieren die Frauen. Gebrannte Kinder! Am Ende haben dann immerhin zwei den Bogen raus. Mo bekommt ein Date mit Ivana, die eine Strandbar eröffnen will. René aus Graz ergattert ein Date mit Friseuse Laura, die vom "Playboy"-Shooting träumt. Dass René aus Versehen ihren Ballon platzen ließ, verschweigt der Gentleman.

Beim Doppeldate rauschen die beiden Paarungen an einer Zipline über das schwindelerregend tiefe Tal. Wer soll da auseinanderhalten ob er verliebt oder im Angstrausch ist? Im Anschluss dürfen die Mitbewohner voten, wen sie für das perfekte Match halten. Die meisten Stimmen bekommen Mo und Ivana, doch in der "Match Box" stellt sich heraus: Sie sind kein Match. Beide geben sich keine Mühe, ihre Erleichterung darüber zu verbergen.

Showdown mit Damenwahl: Die Kandidatinnen dürfen ihre vorläufigen Partnerwünsche äußern. In der ersten von zehn "Matching Nights" erfahren sie noch am gleichen Abend, ob ihr Bauchgefühl verlässlich ist. Passt ihre Wahl zur Prognose der Experten? Ist kein einziges Match dabei, erlischt die Chance auf die 200.000 Euro für immer. Glück im Spiel, pech in der Liebe: Von den zehn ersten Paarungen ist immerhin ein Match dabei. Das signalisiert ein Leuchtstrahl, der vom Rasen gen Himmel ragt. Und um die Eingangsfrage zu beantworten: Das ist echter Rasen, keine Kunst.

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