Darum ging diese Mutter einen Tag lang als ihre Tochter zur Schule

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Diese Mutter gab sich als ihre Tochter aus und filmte sich beim Schulbesuch. (Quelle: El Paso County Sheriff's Office)
Diese Mutter gab sich als ihre Tochter aus und filmte sich beim Schulbesuch. (Quelle: El Paso County Sheriff's Office)

Casey Garcias Idee klingt verrückt. Sie posierte als ihre 17 Jahre jüngere Tochter und besuchte deren Schule. Dabei filmte sie ihr soziales Experiment, bevor sie verhaftet wurde.

Die Hollywood-Komödie "30 über Nacht" aus dem Jahr 2004 handelt von einer 13-Jährigen, die sich plötzlich in eine 30-Jährige, gespielt von Jennifer Garner, verwandelt. In diesem Fall war es genau andersherum. Eine 30-jährige Mutter verkleidete sich als ihre 13-jährige Tochter und ging an ihrer Stelle zur Schule. Doch der Hintergrund ihres Verkleidungsspiel war ein ernsthafter.

Fast einen ganzen Schultag ging Garcia auf die Schule im texanischen El Paso, berichtete der Lokalsender CBS 12 News. Mit ihrem Smartphone filmte sie den Schultag und postete das Video auf YouTube. Sie trägt einen gelben Marvel-Kapuzenpulli, eine Brille und eine schwarze Atemmaske. Ganz überzeugt ist sie vorher nicht von ihrem Look: "Seh ich aus wie eine Siebtklässlerin? Nein. Cool, super." Doch sie fällt zunächst niemandem auf. Auf dem Weg in die Schule begegnet sie sogar dem Schulleiter und wird von Lehrerinnen gegrüßt, wie in dem Video zu sehen ist.

Erst in der siebten und letzten Stunde fiel jemandem auf, dass sie nicht ihre Tochter Julie war. Bis dahin hatte sie schon in der Cafeteria ohne Maske gegessen und sogar mit dem Trainer ihrer Tochter gesprochen. Mehr als 250.000 Views sammelte das Video. Doch die Aktion war keinesfalls nur ein witziger Gag, um ein virales Video zu drehen. In einem zweiten YouTube-Clip erklärte Garcia den Hintergrund ihres Selbstversuchs. 

Das steckt hinter dem Experiment

In fast 13 Minuten spricht die Mutter darüber, dass sie beweisen wollte, dass die Schulen in den USA nicht sicher seien: "Ich wollte keine Likes oder Views sammeln." Sie erzählt von ihren Begegnungen mit der Security und den Lehrern, von denen niemand bemerkt habe, wen sie vor sich hätten. Das einzige, was die Lehrer gestört habe, sei gewesen, dass sie ihr Handy benutzt hatte. Ihr sei es auch nicht darum gegangen, die Schule bloß zu stellen, weshalb sie den Namen der Schule nicht erwähnt habe. "Es geht nicht um diese Schule, es hätte jede andere Schule sein können," sagt Garcia in dem Video.

"Hier geht es um unsere Kinder und die Sicherheit unserer Kinder," erklärt sie ihre Motivation. "Alles was ich will, ist einen weiteren Amoklauf verhindern." In den USA hat es in diesem Jahr bereits 225 Tote durch Schießereien gegeben. Experten befürchten, dass es nach der Rückkehr der Schüler in den Präsenzunterricht vermehrt zu Schießereien an Schulen kommen könnte. Um das zu verhindern, müssten die Schulen striktere Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Laut der Fachseite Education Week gab es allein seit 2018 66 Schießereien an US-amerikanischen Schulen. Die Pandemie hat den Anstieg vorübergehend unterbrochen.

Garcia wurde für ihr soziales Experiment verhaftet. Ein drittes Video zeigt, wie die Polizei zu ihrem Haus kommt und sie mit auf die Wache nimmt. Wegen Hausfriedensbruch und der Manipulation von öffentlichen Dokumenten wurde sie zunächst in der El Paso County Detention Facility festgehalten und eine Kaution von 7908 US-Dollar (umgerechnet 6503 Euro) festgelegt.

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