Spanische Kanaren: Massiver Rückgang von deutschen Touristen

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Die Kanaren gelten seit jeher als Sehnsuchtsort für viele Deutsche. Doch zuletzt reisten deutlich weniger deutsche Touristen auf die Inseln im Atlantik. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die Kanaren (hier Lanzarote) haben landschaftlich viel zu bieten. (Foto: Getty Images)

Die abnehmenden Zahlen sind erstaunlich: Nur 186.000 Deutsche sollen im vergangenen Juli auf die Kanaren gereist sein. Im Vergleich zum Juli 2018 mussten die sieben spanischen Inseln damit zwischen Juli 2019 und 2018 laut dem Branchenportal “Touristik aktuell” einen Rückgang von knapp 26 Prozent verkraften. Besonders hart traf es Fuerteventura, dort gingen die Zahlen um 36 Prozent, sprich um mehr als ein Drittel, zurück. Auf Gran Canaria waren es 30 Prozent weniger.

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Zwei Faktoren sind hauptverantwortlich für diesen massiven Rückgang. Zum einen haben die deutschen Touristen Ägypten und die Türkei als Urlaubsdestinationen wieder entdeckt. Alleine Ägypten konnte sich zwischen Januar und September 2018 laut der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing (GTAI) über einen Zuwachs von rund 40 Prozent deutscher Gäste im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum freuen. In die Türkei reisten im Juli 2019 laut “Statista.de” 14 Prozent mehr deutsche Touristen als im Juli 2018.

Spanier machen sich Sorgen

“Die Veränderung des deutschen Marktes bereitet uns Sorgen”, erklärte Carlos Garrido, Präsident der Nationalen Vereinigung der Reisebüros (UNAV), gegenüber “El Confidencial”.

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Für Juan Pablo Gonzalez, Geschäftsführer des Tourismusverbandes auf den Kanaren, spielt auch die wirtschaftliche Situation eine Rolle. “Deutsche Besucher entscheiden sich gegen den Urlaub, weil sie mit einer Rezession in ihrem Land rechnen”, sagte er. “Gran Canaria und Fuerteventura sind am stärksten betroffen, weil sie von diesem Markt abhängig sind.”

Germania-Pleite traf die Kanaren auch

Ein zweiter Aspekt, der die Kanaren schwer getroffen hat, ist die Pleite der deutschen Fluglinie Germania. “Die Insolvenz von Germania sorgte für den Wegfall von über 200.000 Sitzplätzen auf die Kanarischen Inseln, was bis heute spürbare Kapazitätsengpässe nach sich zieht”, sagte Dietmar Gunz, der Geschäftsführer des deutschen Reiseveranstalters FTI, gegenüber “Touristik aktuell”. FTI sieht darin eine Chance und will ab der kommenden Wintersaison täglich einen Flug aus Deutschland nach Fuerteventura anbieten.

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Nicht zu unterschätzen sei auch die Klimaveränderung. Die Hitzewellen auf dem gesamten Kontinent würden dazu führen, dass die Europäer generell weniger Gründe haben, ihre eigenen Länder zu verlassen.

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