Das Geheimnis der schwarzen Füße von Maine

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Am Strand von Wells Beach tauchten die schwarzen Flecken zuerst auf. (Bild: Gregory Rec/Portland Press Herald via Getty Images)
Am Strand von Wells Beach tauchten die schwarzen Flecken zuerst auf. (Bild: Gregory Rec/Portland Press Herald via Getty Images)

Die Strände von Maine sind berühmt für ihre Schönheit. Doch plötzlich brachten viele Besucher ein unangenehmes Souvenir mit: An ihren Füßen befanden sich schwarze Flecken.

Die intensiven Flecken ließen sich auch zuhause kaum abwaschen. Woher sie stammten war zunächst rätselhaft. Wie die Lokalzeitung Portland Press-Herald berichtete, war die Lösung des Mysterium vor allem einem ortsansässigen Mann zu verdanken. Ed Smith entdeckte die schwarze Substanz bei einem Spaziergang am Strand. Als er sich danach die Füße waschen wollte, war sie selbst mit Seife kaum zu entfernen. Smith wandte sich an die zuständigen Behörden und Forschungseinrichtungen und fand schließlich Hilfe bei einem Meeresbiologen im Ruhestand. 

Forscher im Ruhestand finden die Lösung

Und dieser kam zu einem überraschenden Ergebnis. Denn wie John Lillibridge herausfand, handelte es sich keineswegs um angeschwemmte Algen. Der ehemalige Forscher der "National Oceanic and Atmospheric Administration" untersuchte Proben, die er gemeinsam mit seiner Frau Stathoplos am Strand gesammelt hatte. Unter dem Mikroskop fanden die beiden Meeresbiologen eine ganz andere Ursache. Die schwarze Färbung stammt von Millionen kleiner Insekten, die im Wasser treiben. Lilligridge sagte dem Lokalsender WMTM-TV: "Zu unserer großen Überraschung waren es weder Algen noch ein Öl-Leck, was man vielleicht erwartet hätte. Es war einfach ein Haufen toter Insekten im Wasser." Diese haben Flügel, die kleiner sind, als ein Stecknadelkopf, doch wenn man auf sie tritt, verursachen sie die schwarzen Flecken. Insekten können mitunter extrem starke Farbstoffe im Körper haben, wie die zum Beispiel die zentralamerikanische Cochenilleschildlaus, deren Weibchen das intensive Karminrot produzieren. 

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Der Meeresbiologe Steve Dickson, der für die Maine Geological Survey arbeitet, bestätigte dieses Ergebnis. Er habe in 35 Jahren Forschung etwas Vergleichbares noch nie gesehen, sagte er der Portland Press-Herald. "Normalerweise erreichen uns in dieser Jahreszeit viele Anrufe wegen angeschwemmtem Seegras oder der vielen Fliegen, die von dem verrottenden Seegras angezogen werden," sagte er der Zeitung. "Dies hier ist etwas völlig anderes." Dickson arbeitet nun mit Entomologen daran, herauszufinden, um welche Insektenart es sich handelt. Das Problem der schwarzen Füße sollte sich aber bald von selbst lösen, vermutet der Meeresbiologe. Wenn der Wind sich drehe, werde die Strömung die Insekten-Überreste wieder ins Meer spülen.

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