Das hat noch kein Mensch gesehen: Perseverance schickt neue Bilder zur Erde

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In den vergangenen Monaten haben Fotos des Mars-Rovers „Perseverance“ für viel Begeisterung auf Twitter gesorgt. Die jüngsten Aufnahmen empfinden manche aber als gruselig.

Der kleine weiße Punkt ist der Mars-Rover Perseverance. Sein Weg führt ihn vorbei an gefährlichen Sandfallen, in denen er steckenbleiben könnte. Foto: NASA / JPL-Caltech / University of Arizona
Der kleine weiße Punkt ist der Mars-Rover Perseverance. Sein Weg führt ihn vorbei an gefährlichen Sandfallen, in denen er steckenbleiben könnte. Foto: NASA / JPL-Caltech / University of Arizona

Mit mittlerweile 2,8 Millionen Fans auf Twitter ist der Mars-Rover „Perseverance“ zu einem richtigen Influencer geworden. Mehrere Fotos, die der Rover jüngst zur Erde geschickt hat und die von der US-Weltraumbehörde NASA auf Social Media veröffentlicht wurden, zeigen laut Follower*innen den Mars nun von einer neuen – schaurigen – Seite.

Der Friedhofsplanet

Auf den Aufnahmen der staubigen Wüste des Roten Planeten sind dabei eigentlich nur Steine zu sehen, die aus dem Boden herausragen. Doch sie rufen offenbar bei manchen Betrachter*innen ein bedrückendes Gefühl hervor.

So schreibt jemand auf Twitter: „Die Fotos lassen mich an halbvergrabene Skelette denken. Es ist wirklich ein Friedhofsplanet.“

Andere wollen auf den Fotos sogar herumliegende Knochen erkannt haben oder künstliche Skulpturen – vermutlich geschaffen von Außerirdischen.

Wohl getrieben vom Entdeckergeist schreibt jemand, passend zur Alien-These, direkt an Perseverance gerichtet: „Kannst du auch große Steine umdrehen und darunterschauen? Wer weiß, was dort lauert? Etwas, das seit tausenden Jahren nicht gestört wurde?“

Was noch nie ein Mensch je gesehen hat

Die meisten empfinden bei den Fotos jedoch vor allem Ehrfurcht vor der Leistung, Perseverance auf den Mars befördert zu haben und dank seiner zahlreichen Messinstrumente und Kameras bald wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Gesteinsproben gewinnen zu können.

So schreibt jemand: „Niemand in der Geschichte der Menschheit konnte uns je so etwas zeigen, keine frühzeitlichen Eroberer, keine großen Könige.“ Ein ähnlicher Kommentar lautet: „Es ist einfach unfassbar, dass regelmäßig hochauflösende Fotos von einem anderen Planeten in meiner Timeline auftauchen.“

Auch der NASA-Text zu den aktuellen Perseverance-Bildern schlagen einen durchaus ehrfürchtigen Ton an, denn da heißt es: „Ich sehe etwas, das noch nie ein Mensch gesehen hat.“

Missionsgefährdender Kurs

Wie die NASA in einem begleitenden Blog-Eintrag schreibt, musste Perseverance für die aktuelle Probenentnahme und die Fotos einen „missionsgefährdenden“ Kurs nehmen – gespickt mit Sandfallen. Würde der Rover steckenbleiben, könnte das das Ende der gesamten Mission bedeuten.

Was nicht das erste Mal wäre: Bereits im Jahr 2009 blieb der NASA-Rover „Spirit“ im Mars-Sand stecken. Nach Monaten erfolgloser Befreiungsversuche wurde die Mission zwei Jahre später tatsächlich beendet.

Wieso wurde Perserverance aber auf so einen gefährlichen Kurs geschickt? Weil hinter den Sandfallen vielversprechende Steine und Gesteinsformationen warten. 

Die NASA schreibt dazu: „Wir haben auf früheren Fotos Steine mit verschiedenen Schichten entdeckt. Aus Untersuchungen von der Erde wissen wir, dass solche Gesteinsschichten wie ein Zeitstrahl dienen können. Jede Schicht hat Informationen über die Umweltbedingungen, die zur Zeit ihrer Entstehung herrschten, gespeichert. Unterschiedlich dicke Schichten und Schichttexturen weisen zudem darauf hin, wann und wie sich die Umweltbedingungen im Laufe der Zeit auf der Marsoberfläche verändert haben.“ Untersuchungen an den Steinen böten deshalb eine einmalige Gelegenheit, die historische Entwicklung der Gegend nachvollziehen zu können.

Leben: ja oder nein?

Dazu hat Perserverance auch bereits, wenn auch nur wenige Millimeter tief, in einen Stein gebohrt und Proben aus der obersten Schicht entnommen. Das Wissenschaftler*innen-Team der NASA untersucht derzeit Fotos von der Probenstelle und plant den nächsten Schritt – der sie dann einer Antwort auf die Frage näherbringen soll, „ob der Mars einmal Leben ermöglicht hat“.

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