Das hält "Babylon Berlin"-Star Liv Lisa Fries von Fridays for Future und Greta Thunberg

In “Babylon Berlin” spielt Liv Lisa Fries die couragierte Protagonistin Charlotte Ritter - und auch im wahren Leben besticht sie durch eine klare Haltung, wenn es um drängende gesellschaftliche Fragen geht.

Liv Lisa Fries gilt seit "Babylon Berlin" als "Gesicht der 20er", ihre eigenen Ansichten sind jedoch äußerst modern. (Bild: ddp images)

Nein, als Umweltaktivistin will sie nicht bezeichnet werden, sagte Liv Lisa Fries dem Tagesspiegel einmal. Eigentlich sei sie nicht mal ein politischer Mensch. Doch die Sorge um das Klima ist, wie bei vielen Menschen, auch bei ihr groß. Und so hat sie eine klare Meinung zu Themen wie Klimawandel, den Demonstrationen dagegen und der jungen Aktivistin Greta Thunberg.

Gerade der Umgang mit der 17-Jährigen bereite ihr Sorge, wie Fries im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte: “Dass jemand wie Greta dafür kritisiert wird, wenn sie nach drei Tagen unterwegs im Zug ein in Plastik verpacktes Lebensmittel isst. Das finde ich so schade, dass Menschen so sind.”

Greta Thunberg wird immer wieder kritisiert und angefeindet. (Bild: Ronald Patrick/Getty Images)

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Als es um ihre eigenen Ansichten zum Klimawandel geht, zitiert sie Thunberg: “Es wird behauptet, dass Dinge unternommen würden, es wird so getan, als würde zugehört – in Wahrheit aber geschieht gar nichts. Oder erst im Jahr 2030. Das bereitet mir Sorgen.”

Mit Berühmtheit kommt Aufmerksamkeit - und damit Verantwortung

Auch in diesem Interview betonte sie erneut ihren Widerwillen, sich überhaupt politisch zu äußern. “Am liebsten würde ich das gar nicht tun”, sagt sie. “Aber in unserer Gesellschaft ist es eben so, dass Menschen Schauspielern zuhören. Das finde ich nicht gut, aber so ist eben das System. Und damit habe ich auch ein Stück weit Verantwortung dafür, in der Notsituation, in der wir uns befinden, meine Stimme zu erheben.”

Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter in "Babylon Berlin". (Bild: Sky)

Genau das tut sie. Indem sie selbst an Freitags-Demonstrationen in ihrer Heimat Berlin teilnimmt. Oder indem sie in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel an ihre Mitbürger appelliert, Fahrrad zu fahren und an die Politik, echte Alternativen für Autos und einen ökologischeren Straßenverkehr zu entwickeln. “Lasst uns Wohlstand anders denken“, schreibt sie darin. “In den Seelen, in den Herzen, im Geist, im Körper. Kollektiv. Lasst uns nicht mehr Plastik atmen, nicht mehr Absage atmen, die Meere nicht mehr überfischen, nicht mehr Massentierhaltungsfleisch essen.” Der unglaubliche Wohlstand, den wir lange genossen hätten, sei vorbei. “Wir müssen gemeinsame Konsequenzen tragen. Und die Politik muss das veranlassen.”

So lebt sie selbst vor, was sie gerne sehen würde

Teilweise nutzt sie ihre Position auch einfach nur, indem sie mit gutem Beispiel voran geht. So ernährt sie sich zu 80 Prozent vegan, fährt selbst kein Auto und hat “immer wieder versucht, Plastikbecher vom Set zu verbannen”, wie “Babylon Berlin”-Kollege Volker Bruch der Zeitung verriet.

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Sie könne verstehen, dass jemand, der mit drei Kindern auf dem Land wohnt, ein anderes Leben führe als eine junge Berlinerin, wie sie gegenüber RND beteuert. “Aber mir geht es nur darum, Mut zu machen. Am Ende stellen wir vielleicht fest, dass es gar nicht so schlimm ist, nicht sieben Tage in der Woche Fleisch zu essen, wie manche Menschen glauben. Ich erinnere nur daran, dass es anders geht.”

Die aktuelle 3. Staffel von "Babylon Berlin" ist derzeit auf Sky zu sehen.