Das sind die beliebtesten Passwörter in Deutschland und weltweit

·Freie Autorin
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Die Menschheit lernt einfach nicht dazu. Ein Beispiel gefällig? Die Liste der beliebtesten Passwörter, die der Passwort-Management-Anbieter Nordpass nun veröffentlicht hat, die beweist, dass wir trotz aller Warnungen Unkompliziertheit vor Sicherheit stellen. Die Liste zeigt nämlich außerdem auf, wie lange es braucht, die jeweiligen Favoriten zu knacken - und wie oft das tatsächlich passiert.

Statistisch gesehen hat dieser Nutzer gerade 12345678 als Passwort eingegeben (Symbolbild: Getty Images)
Statistisch gesehen hat dieser Nutzer gerade 12345678 als Passwort eingegeben (Symbolbild: Getty Images)

Die Corona-Pandemie hat viele Bereiche unseres Lebens noch mehr in die digitale Welt gedrängt, als es vorhin schon der Fall war. Selbst, wer bis dahin größtenteils analog gearbeitet, eingekauft und Finanzen abgewickelt hat, hatte 2021 keine Wahl mehr, als viele dieser wichtigen Aktivitäten online zu erledigen. Ein gefundenes Fressen für Hacker und Cyber-Kriminelle, die Privatpersonen und auch Unternehmen zu Recht Sorge bereiten. 

Noch leichter macht ihnen unser Umgang mit Passwörtern, deren wichtigste Eigenschaft für die meisten offenbar immer noch ist: je leichter, desto lieber. Das zeigt eine Studie des Passwort-Management-Anbieters Nordpass, der alljährlich die beliebtesten Passwörter der Menschen weltweit, aber auch in einzelnen Ländern aufzählt. 

Das sind die beliebtesten Passwörter der Deutschen

So besteht die Top Ten der beliebtesten Passwörter in Deutschland vornehmlich aus verschiedenen Variationen von ausgesprochen simplen Zahlenreihen, nur einmal durchbrochen von einem tatsächlichen Wort, das Cyber-Sicherheitsexperten aber ebenfalls die Tränen in die Augen treiben würde: "password". 

Hier die Lieblingspasswörter der Deutschen: 

  1. 123456

  2. 123456789

  3. 12345678

  4. password

  5. 1234567

  6. 111111

  7. 123123

  8. 1234567890

  9. abc123

  10. 000000

Die Zeit, die es brauchen würde, jedes einzelne dieser Passwörter zu knacken? Nordpass zufolge weniger als eine Sekunde. Entsprechend oft kommt dies auch vor: Den Untersuchungen der Website zufolge wurde der Passwort-Spitzenreiter "123456" 2021 insgesamt mehr als 2,2 Millionen Mal gehackt. Bei "123456789" waren es immerhin 1,3 Millionen Hacks, und "12345678" wurde rund 980.000 Mal geknackt. Auch Eigennamen wie "martin", "christian" oder "florian" - allesamt ebenfalls in den Top 200 zu finden - brauchen keine Sekunde, um gehackt zu werden. 

Schwieriger wird es erst auf den hinteren Plätzen. "tudelft" (Platz 45) lässt Hacker zumindest 17 Minuten lang tüfteln, für "1g2w3e4r" (Platz 16) braucht es dann schon drei Stunden und für "schalke04" (Platz 59) sogar einen ganzen Tag. Auf Platz 200 findet sich schließlich das Passwort "marchelle27", das laut Nordpass erst nach vier Monaten geknackt wird, was allein in diesem Jahr dennoch fast 4000 Mal passiert ist. 

Die beliebtesten Passwörter weltweit

Ganz ähnlich sieht es mit der weltweiten Bilanz aus. 50 Länder hat Nordpass für sein Ranking ausgewertet. Auf dem ganzen Planeten scheinen neben dem offenbar allseits beliebten "password" und dem nicht totzukriegenden "qwerty" (die erste Abfolge von Buchstaben auf der US-Tastatur) vor allem schlichte Zahlenreihen beliebt zu sein. 

Das sind die Top Ten der Passwörter weltweit:

123456

123456789

12345

qwerty

password

12345678

111111

123123

1234567890

1234567

Die Länder mit den häufigsten Datenlecks 

Diese Nachlässigkeit mit Passwörtern spiegelt sich auch in der Zahl der Fälle wider, in denen Passwörter geleakt wurde. Nordpass hat anhand seiner Recherchedaten eine Karte mit den Ländern erstellt, die besonders häufig von Passwort-Hacks betroffen sind. Deutschland ist in diesem Ranking mit 5838 solcher Datenlecks pro Kopf im Jahr 2021 ganz oben mit dabei. 

Schlechter schneiden nur die USA (5158 Lecks), Frankreich (6025 Lecks) und der unangefochtene Spitzenreiter Russland mit satten 19.902 Lecks ab.

Starkes Passwort erstellen: So geht's

Vor allem durch Datenlecks bei großen Unternehmen gelangen Millionen von Passwörter schnell in die Hände von Cyberkriminellen. Schließlich loggt man sich auch am Arbeitsplatz mal ins private E-Mail-Konto oder gar ins Online-Banking ein. Doch auch vom Privatcomputer können Passwörter in fremde Hände gelangen, beispielsweise über Phishing-Mails. 

Die Verbraucherzentrale rät deswegen ebenso wie Cyber-Sicherheitsexperten, starke Passwörter zu erstellen, die für jeden Dienst und Log-in variieren. Sie rät, dass Passwörter mindestens 10 Zeichen lang sein sollten, aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen bestehen und in keinem Wörterbuch zu finden sein oder mit Ihnen in Verbindung stehen sollten. 

Der einstige Tipp, seine Passwörter regelmäßig zu ändern, ist indes überholt. Das würde nur dazu führen, komplizierte Passwörter zu meiden, um sie sich leichter merken zu können. 

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