Debatte: Ist die Bewegung „Pulse of Europe“ zu unpolitisch?

Kritiker nennen die neue Bewegung ausschließlich emotional.

Kritiker nennen die neue Bewegung ausschließlich emotional. Diese wehrt sich gegen die Kritik.

Daniel Röder hat die Debatte wohl vernommen. Er bleibt aber im Ganzen bei seiner Haltung: „Wir hören die Kritik“, sagt der Gründer von Pulse of Europe.

Ziel, die Beigeisterung für Europa wieder zu wecken

„Wir haben uns darauf konzentriert, die Begeisterung für Europa wieder zu wecken. Das war unser wichtigstes Ziel.“ Und mit konkreten politischen Forderungen hätte die Bewegung das Ziel gewiss verfehlt.

Röder ist Rechtsanwalt in Frankfurt am Main. Nach dem Votum der Briten für den Ausstieg aus der Europäischen Union und allerspätestens nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA reifte in ihm die Überzeugung, dass es so nicht weiter gehen könne. Röder rief mit Gleichgesinnten, vielfach ebenfalls Anwälten, den Pulse of Europe ins Leben. Und siehe da: Die Bewegung ist erfolgreich, sehr sogar. Mittlerweile wird in rund 90 überwiegend deutschen Städten für den Erhalt der Europäischen Union demonstriert. Parallel zur Zahl der Städte und der Demonstranten wächst die mediale Aufmerksamkeit.

 Unterdessen gibt es freilich auch eine Debatte darüber, ob der Pulse of Europe auf dem richtigen Weg sei und wie lange er Bestand haben könne. Die Antwort ist ungewiss.

„Konkrete politische Forderungen gibt es nicht“

Lars Geiges, Experte für soziale Bewegungen am Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen, sagte dieser Zeitung: „Man trifft sich auf den Marktplätzen der Städte, redet, tanzt und singt. Konkrete politische Forderungen gibt es nicht.“ Darum erfahre der Pulse „zwar breite zivilgesellschaftliche Unterstützung“, es sei aber „fraglich, wie langlebig die sonntäglichen Proteste sein können. Denn der kleinste gemeinsame Nenner - prinzipiell für Europa einzutreten - ist bestenfalls diffus unterfüttert. Das...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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